Bereits seit 2007 stellt dieser Blog ins Deutsche übersetzte Publikationen aus Estland, Lettland und Litauen vor. Gleichzeitig werden Publikationen deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit estnischen, lettischen oder litauischen Themen einbezogen. Wir möchten aufrufen, verschiedene Leseeindrücke auszutauschen. Die hier aufgeführten Bücher werden für eine Vorstellung in der Radiosendung BALTISCHE STUNDE (Radioweser.tv) vorgeschlagen.
Samstag, 10. Oktober 2026
Ain Kütt: Das Rätsel des Goldmedaillons
Verlagsinfo:
Ein Gutsherr als Detektiv
Estland, Sommer 1829: Auf dem Sommerball von Gut Kavastu versammelt sich der Adel und wartet auf den Auftritt einer berühmten Sängerin. Doch bevor sie die Bühne betreten kann, wird sie ermordet aufgefunden.
Paul von Fock, Gutsherr und Jurist, ermittelt zwischen prunkvollen Salons, Champagner, falschen Identitäten und tödlichem Ehrgeiz. An seiner Seite stehen sein treuer Verwalter Wagner und die kluge Juliana von Nottbeck, deren Nähe Fock immer stärker aus dem Gleichgewicht bringt.
Der zweite Fall für Paul von Fock: ein atmosphärischer historischer Kriminalroman voller lakonischem Witz, überraschender Wendungen und genauer Beobachtungen einer Welt, in der Ehre und Geld über alles entscheiden.
Freitag, 2. Oktober 2026
Indrek Hargla: Apotheker Melchior und die verhexte Kapelle
Verlagsinfo:
Ein Mann, verletzt, wird in Melchiors Apotheke in Reval, dem heutigen Tallinn gebracht. Der Heilkundige, der in seiner Stadt immer wieder Verbrechen aufgeklärt hat, soll helfen. Kurz darauf wird er zur Nikolaikirche gerufen. Ein anderer Mann ist überfallen worden und tot. Hängt beides zusammen? Und gibt es eine Verbindung zu einem Dritten, der aus ungeklärten Gründen in einem Teich ertrunken ist? Melchior eilt zurück in seine Apotheke, aber der Verletzte ist verschwunden. Und der ihm unbekannte Tote vom Teich hinterlässt Melchior einen geheimnisvollen Text und einer jungen Frau im nahegelegenen Riesenberg einen Ring. Dann verschwindet aus einem Lübecker Kloster auch noch eine Nonne, die ursprünglich ebenfalls aus Riesenberg stammte. Vom Kloster beauftragt, macht Melchior sich auf die mühsame Reise, um die Nonne zu finden, den Ring zu überbringen und die Rätsel zu lösen. Aber es geschehen weitere Morde, Melchior ist ratlos.
Zugleich sucht sein Sohn im fernen Holstein noch immer nach seiner geliebten Lucia, die ebenso wie er auf der Flucht vor ihren Häschern aus Lübeck ist. Als Mönch verkleidet stößt er auf andere Mönche und eine heiße Spur. Aber führt sie auch zu seiner Geliebten?
Abermals entführt uns Indrek Hargla in die faszinierende Welt der mittelalterlichen Hansestädte, in der Verbrechen für Unruhe, Verwirrung und Gefahren sorgen.
Freitag, 25. September 2026
Eduard von Keyserling: Wellen
Verlagsinfo:
Die Ostsee glitzert im Sommerlicht, die Tage scheinen endlos, und über dem kleinen Fischerdorf liegt die Verheißung eines freien Lebens. Doch unter der heiteren Oberfläche wachsen Unruhe, Begehren und Angst.
Doralice hat ihren älteren Ehemann verlassen und lebt nun mit dem Maler Hans Grill. Für die aristokratische Gesellschaft bleibt sie eine Außenseiterin – und zugleich eine faszinierende Erscheinung, auf die sich heimliche Wünsche und unerfüllte Sehnsüchte richten. Ein Offizier verliebt sich in sie, eine junge Frau macht sie zu ihrem Vorbild, und auch Doralice selbst beginnt an der Sicherheit ihres neuen Lebens zu zweifeln.
Eduard von Keyserlings Roman ist ein kunstvoll komponiertes Spiel aus Licht, Landschaft und seelischer Spannung. Die Wellen werden dabei zum Symbol einer Welt, die sich unaufhörlich verändert, während die Menschen in ihren Rollen, Erwartungen und Ängsten gefangen bleiben.
Freitag, 11. September 2026
Dace Krēsliņa: Chaos im Park
Verlagsinfo:
Tatort Urzeithausen – Wer löst den Fall?
Im kleinen Städtchen Urzeithausen wurde der neue Park verwüstet – ein Job für das Detektivduo Dina und Ziggy! Dina, ein ordnungsliebendes Triceratops-Mädchen, und Ziggy, ein verträumter Einhorn-Junge mit großem Appetit, folgen den ersten Spuren und stoßen auf eine riesige Libellenmama und ihre wilde Kinderschar. Sind sie die Übeltäter? Schnell merken Dina und Ziggy jedoch: Das Chaos im Park ist nur die Spitze des Eisbergs.
Ob Dino oder Einhorn: für alle was dabei!
Ein spannender und humorvoller Fall für die Urzeitdetektive, der kleine Leserinnen und Leser spielerisch für Natur- und Artenschutz begeistert. In Lettland mehrfach preisgekrönt.
Mittwoch, 2. September 2026
Žemaitė: Und ich dachte für mich.
Verlagsinfo:
Žemaitė (1845–1921) wurde in eine polnischsprachige kleinadlige Familie in der westlitauischen Žemaitija geboren (nach der sie ihren Kunstnamen wählte) und fühlte sich zeitlebens dem einfachen Landleben nahe. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen Litauer, einen ehemaligen Leibeigenen. Mit fast 50 Jahren begann sie auf Litauisch zu schreiben: Geschichten über meist bäuerliche Frauenschicksale. Das Kopftuch nahm sie aus Solidarität mit der Landbevölkerung nie ab: Es wurde zum ikonischen Signum ihrer Erscheinung. Über soziale Verhältnisse und politische Umbrüche hinweg setzte sie sich für die Verbesserung der Lage der Frauen und eine Modernisierung der Gesellschaft ein.
Ihre Prosa ebenso wie ihre erstaunliche Autobiographie verfasste sie in mündlichem Ton, auf Litauisch mit žemaitischem Gepräge und polnischen, weißrussischen, russischen, jiddischen und deutschen Einflüssen. Was sie zu erzählen hatte, formulierte sie so, dass die Menschen sie verstanden. Allein das war schon ein politischer Akt, denn das Polnische galt als Sprache des Adels und der Oberschicht, und das Russische Reich versuchte, das Litauische und die lateinische Schrift aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Žemaitė war ein freiheitsliebender Geist – wenn es etwa um Frauenrechte ging oder um Religion und Ethik. Claudia Sinnig folgt in ihrer Übersetzung akribisch den sprachlichen Spuren, in denen sich die Ideen- und Sozialgeschichte niederschlägt, und bringt den humorvollen Erzählreichtum in eine lebenssatte deutsche Sprache, die über den Weg einer bis heute aufregenden Feministin vor der Zeit und über deren Lebens- und Liebesumstände Auskunft gibt.
Sonntag, 2. August 2026
Ain Kütt: Das Rätsel des Kreuzbuben
Verlagsinfo:
Paul von Fock, Jurist und Gutsbesitzer, sieht sich plötzlich mit einem
Rätsel konfrontiert, das ausgerechnet er lösen soll. Gemeinsam mit
seinem Verwalter Wagner und der sich unaufhaltsam in die Ermittlungen
drängenden, schönen und frechen Gutsfrau von
Annikvere geht er der Wahrheit auf den Grund.
Ain Kütts historischer Kriminalroman erzeugt einen Sog – mit lakonischem
Witz, präzisem Blick für gesellschaftliche Abgründe und packender
Erzählkunst. In seinem Mittelpunkt stehen die Ostsee, der Adel, ein
Giftmord – und das ewige Spiel um Ehre und Geld.
Montag, 6. Juli 2026
Thomas Stölzel: Angelehnte Türen
Verlagsinfo: »Das Fliegen ist den Sinnen feindlich. Und doch ein besonderer Ausblick, ein pseudoolympischer sozusagen, bleibt. Unter uns die Ostsee; ich sehe – fingernagelgroß – ein rotes Schiff, das einen nadeldünnen Gischtstreifen hinter sich herzieht. Dann die kurische Küstenlinie; Wasser, Sand und Wald bis ans Meer.«
Inhalt
Das Baltikum vor 30 Jahren
Das Baltikum vor 80 Jahren
Angelehnte Türen - Baltische Momentaufnahmen
Montag, 22. Juni 2026
Gabriel Bornstein: Das Elfte Gebot
Roman. KrönerEditionKlöpfer, Stuttgart 2026. ISBN 978-3-520-77301-2, 232 Seiten, 22.00 Euro.
Verlagsinfo:
Ironisch, tiefgründig, voller Sprachfreude und Witz, zuweilen mit einer
Spur Magie, erzählt Gabriel Bornstein die Geschichte des jungen David
Dubnow, Waise, Sohn einer Holocaust-Überlebenden, den es auf der Suche
nach dem Vermächtnis seines einzigen Angehörigen in die Sowjetunion des
Kalten Krieges, nach Riga, verschlägt. Dort begegnet er den Absurditäten
des autoritären Systems, der Frage, wem er trauen kann und wer was
warum verbirgt – und der schönen, geheimnisvollen Judica. Zusammen mit
ihr und einer Handvoll jüdischer Überlebender macht er sich auf eine
Suche in den Katakomben der Stadt, die bald zur Obsession wird.
Eine ganz andere Erzählung über das israelische Trauma, das Leben in
autoritären Systemen, die, gerade weil sie mit einem ordentlichen
Augenzwinkern erzählt wird, ganz tief blicken lässt.
Samstag, 18. April 2026
Rein Raud: Pestzug
Verlagsinfo:
Fünf junge Sanitätsoffiziere, unter ihnen Jakob aus Estland, werden 1911 an die russisch-chinesische Grenze entsandt. Dort sollen sie einer Pestepidemie Einhalt gebieten – und stoßen auf das Grauen der Seuche, auf politische Zwänge und auf Entscheidungen, die ihr Leben unwiderruflich verändern. Pflicht, Angst und die Liebe zu einer Frau fordern ihren Preis. Zweiundzwanzig Jahre später begegnen sich zwei von ihnen wieder. Der eine ist für die medizinische Versorgung eines Gefängnisses verantwortlich, der andere sitzt dort ein: ein kommunistischer Agitator, gezeichnet von Haft, Ideologie und Vergangenheit. Zwischen ihnen stehen unausgesprochene Schuld, alte Loyalitäten und die Frage, was von den einstigen Überzeugungen geblieben ist. Rein Raud verwebt Elemente seiner Familiengeschichte mit der Geschichte Estlands und zeichnet ein eindringliches Panorama von Unterdrückung und Freiheitsdrang, von politischer Verblendung und persönlicher Verantwortung – und von der Macht der Liebe, die ebenso retten wie zerstören kann.
Donnerstag, 16. April 2026
Svens Kuzmins: Rigaer Freiheit
Roman, aus dem Lettischen von Lil Reif. Edition fotoTAPETA, Berlin 2026. ISBN: 978-3-949262-63-0, 236 Seiten, 25 € (D) | 25,50 € (A) | 27,50 SFR (CH)
Verlagsinfo: Riga, Ende 2002, ein Kunststudent zieht in das Haus seines Urgroßvater im Stadtzentrum. Der Bau hat seinen früheren Glanz verloren, die alten, versoffenen Mieter leben darin, als hätte sich nichts geändert. Doch in Riga, in Lettland und der Welt ist vieles in Bewegung: Lettland bereitet sich auf den Beitritt zur EU und zur NATO vor, in der Altstadt treiben sich Skinhead-Banden herum… Künstler und Literaten der neuen Generation aber suchen wie zu allen Zeiten nach Wahrheit und Schönheit am Vorabend einer neuen Ära. „Eine Geschichte über den Glanz und den Untergang einer Familie, über den Glauben an die Kunst und über die Schichten der Geschichte, die nicht nur in diesen alten, europäischen Hauswänden bewahrt werden.“ (Kuzmins)
Svens Kuzmins, geboren 1985 in Rēzekne, lettischer Schriftsteller, Künstler und Schauspieler. Schreibt Prosa, Kritiken und journalistische Beiträge, experimentiert aber auch mit Formen der bildenden Kunst. Einer der Initiatoren und Autoren des Sketch-Theaterprojekts NERTEN. Sein erster Roman „Hohma / Hokhmah” wurde 2021 für den Literaturpreis der Europäischen Union (EUPL) nominiert.
Samstag, 28. März 2026
Michael Idov: Das Riga-Komplott
Thriller. Suhrkamp Verlag, Berlin 2026. Aus dem amerikanischen Englisch von Stefan Lux. Herausgegeben von Thomas Wörtche (Originaltitel "The collaborators"). ISBN 978-3-518-47527-0, 328 Seiten, 17.00 Euro.
Verlagsinfo:
Der brillante, junge Ari Falk leitet eine CIA-Abteilung in Riga. Die Weltlage ist 2021 angespannt. Die belorussische Luftwaffe hat gerade einen türkischen Linienflug von Ankara nach Riga nach Minsk umgeleitet. An Bord ein von Falk angeworbener russlandkritischer Blogger. Kurz danach wird die CIA-Station in Riga angegriffen, Falks Mitarbeiter kommen ums Leben, er kann in letzter Sekunde fliehen.
In Los Angeles erfährt Maya Chou, die Tochter eines russisch-amerikanischen Multimilliardärs, vom Selbstmord ihres Vaters. In seinem Testament hinterlässt er ihr ein kleines Haus an der portugiesischen Küste. Aber seine Milliarden sind spurlos verschwunden. Auf den Spuren ihres Vaters reist Maya nach Tanger, wo sie ins Visier eines Killers gerät. Auch Ari Falk taucht dort auf. Zusammen jagen Maya und Ari quer durch Europa bis nach Moskau. Sie müssen erkennen, dass die postsowjetische Zeiten und ihre Konflikte noch lange nicht zu Ende sind. Im skrupellosen Spiel um Geld, Gier und Macht übersehen sie einen viel wichtigeren Faktor: Liebe.
Autor: Michael Idov
Dienstag, 17. März 2026
Unė Kaunaite: 2084
Roman, aus dem Litauischen von Markus Roduner. Mitteldeutscher Verlag Halle / Saale 2026, 260 Seiten, ISBN 978-3-96311-990-3, 20.00 Euro.
Verlagsinfo:
Eine literarische Dystopie über Liebe und Selbstverlust in der digitalen Zukunft
Eine der wichtigsten Stimmen der jungen litauischen Literatur
Ein visionärer Roman über KI, Identität und Moral
Sprachlich präzise, emotional aufgeladen
In der Tradition von Orwell und Ishiguro In einer Zukunft, in der die Menschen ihr Leben fast vollständig in der virtuellen Realität „Bubble“ verbringen, verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit, Erinnerung und Programmierung. Kajus, ein stiller Beobachter in dieser künstlich perfektionierten Welt, versucht zu begreifen, was noch echt ist. Sind es Gefühle, Freundschaft oder nur Datenströme, die das simulierte Glück am Laufen halten?
Mit kühler Klarheit und philosophischer Tiefe entwirft Unė Kaunaitė ein erschütternd gegenwärtiges Zukunftsbild. Sie erzählt von Liebe und Verlust im digitalen Zeitalter, von der Sehnsucht nach Nähe in einer Welt totaler Vernetzung und stellt die große Frage: Was geschieht, wenn Künstliche Intelligenz beginnt, unsere Geschichten zu schreiben – und unser Leben zu beenden?
Ein moderner, literarisch anspruchsvoller Roman zwischen Dystopie und Liebesgeschichte, der George Orwells „1984“ hundert Jahre später weiterschreibt – in einer Ära digitaler Überwachung, algorithmischer Sehnsucht und emotionaler Simulation.
Dienstag, 17. Februar 2026
Dagmar Raab: Nikolaj Petrovič Bogdanoff-Belsky (1868–1945)
Verlagsinfo:
Das Buch ist die erste wichtige Publikation in deutscher Sprache zu dem bedeutenden russisch-lettischen Maler. Nikolaj P. Bogdanoff-Belsky stieg im zaristischen Russland aus ärmsten Verhältnissen zu einem hochgeachteten Porträtisten und Genremaler auf, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann, impressionistische Elemente in seine Arbeiten zu integrieren. Nach der Oktoberrevolution emigrierte er nach Lettland und gewann auch dort schnell große Anerkennung.
Das vorliegende Buch gibt einen Einblick in Leben und Werk Bogdanoff-Belskys, zeigt seine künstlerische Entwicklung und Vielseitigkeit als Porträtist und impressionistischer Landschaftsmaler. Über allem aber stehen seine Kinderporträts und die gemalten Erzählungen über die fantasievolle Welt der Kinder.
Montag, 26. Januar 2026
Estnische Küche
Verlagsinfo:
2018 wurde Estland 100 Jahre alt: ein Grund, das Land und seine
Kulinarik kennenzulernen! Der touristische Geheimtipp ist eine
kulinarische Entdeckungsreise wert: Als Vorspeise werden Sprotten im
Speckmantel oder eine Sauerkrautsuppe mit Hanfsamen gereicht.
Fischliebhaber werden Hering mit Gerstenrisotto oder geräucherten Barsch
mit Rote-Bete-Gelee und Kartoffeln wählen. Geschmortes Lamm oder
Kaninchen in Kürbis-Sahne-Sauce kommen ebenfalls auf den Tisch. Zum
Nachtisch gibt es Roggencupcakes, Heidelbeer-Quark-Küchlein oder
karamellisierte Sanddorn-Flammeri.
Alle diese traditionellen und
modernen Rezepte wurden im Zuge eines Wettbewerbs zur Ermittlung des
neuen estnischen Nationalgerichts gesammelt. Stimmungsvoll in Szene
gesetzt wird jedes Rezept durch ganzseitige Speisenfotos.
Die Herausgeber
Die estnische Lebensmittelakademie (Toiduakadeemia) rief einen
Wettbewerb ins Leben, um Estlands „Nationalgericht“ anlässlich des
100-Jahr-Jubiläums des unabhängigen Estlands zu küren. Die besten
Rezepte sind in diesem Buch vereint worden.
Sonntag, 25. Januar 2026
Adelskulturen im Baltikum 15.–19. Jahrhundert
Verlagsinfo:
Dieser Band dokumentiert die Ergebnisse einer internationalen und
interdisziplinären Fachtagung an der Universität Klaipėda (Memel) im
September 2016, deren Hauptanliegen es war, die Adelskulturen im
Baltikum kulturhistorisch in ihren zahreichen Verflechtungen zu
beleuchten und den kulturellen Transfers nachzugehen.
Kontakt-, Wirkungs- und Resonanzräume baltischer Adelskulturen
erstrecken sich über das Russländische Reich, Polen-Litauen, das
Herzogtum und Königreich Preußen, das Heilige Römische Reich deutscher
Nation und die skandinavischen Königreiche. Diese europäische
Dimensionierung ist deshalb notwendig, da der baltische Adel in der
neueren europäischen Adelsforschung bislang kaum eine Rolle spielt.
Die Tagung wurde veranstaltet von der Justus-Liebig-Universität Gießen,
dem Interdisziplinären Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
an der Universität Osnabrück, dem Herder-Institut für historische
Ostmitteleuropaforschung in Marburg und dem Baltijos regiono istorijos
ir archeologijos institutas (Institut für die Geschichte und Archäologie
im Ostseeraum) sowie der Universität Klaipėda unter Mitwirkung von
Heide und Dieter Wunder.














