160 Seiten, Libelle Verlag, Lengwil / Schweiz. ISBN 978-3-905707-52-6. Euro 18,80 [D] / 19,35 [A]
Verlagsinfo:
Autobiograhische Erzählungen – sie heben ab vom Gewicht der Erfahrungen und geben in Neugier und heiterem Stolz weiter, was einem geglückten Leben entspricht.
Das Buch - Wenn eine Kindheit in Ortswechseln, Flucht und Fremde ungesichert bleibt, können Erzählungen das Erlebte anders erfinden. Sprache und die Phantasie für Lebensläufe belichten die fragmentarischen Erinnerungen neu.
Die Geschichten von Maria Bosse-Sporleder gewinnen so ihre eigentümliche Leichtigkeit. In Begegnungen, Arbeit und Begehren suchen sie wieder auf, was befremdlich war und doch die Selbstvergewisserung ermöglicht hat.
Ein Stil von Achtsamkeit und gelassener Neugier überführt in Geschichten, was als Freude, durchlebte Angst, erinnerte Beschämung und nachwirkendes Glück bleibt: von den Sommern ihrer estnischen Kindheit, der Kälte zielloser Fluchten, dem Durchstehen der Notzeit und immer wieder dem überraschend Schönen. Eine Frau, die in fremden Ländern und neuer Sprache ihre eigene Stärke findet. (Ja, auch Bären tauchen auf. Bäume brennen im kanadischen Schnee …)
Maria Bosse-Sporleder wurde 1932 in Tallinn (Reval) geboren und erlebte ihre Schuljahre unter Umsiedlung, Flucht und Emigration in Tallinn, Poznan, Bad Kissingen und im kanadischen Edmonton.
Nach Studienjahren (Romanistik, Germanistik) an der University of Alberta, der Pariser Sorbonne und der McGill University Montreal war sie Dozentin für Deutsche Sprache und Literatur, u. a. in Montreal und in Turku (Finnland), wo auch zwei ihrer drei Töchter geboren wurden.
Maria Bosse-Sporleder ist vor allem als Übersetzerin mehrerer Tagebücher von Virginia Woolf sowie von deren Roman »Die Wellen« bekannt. Sie schrieb u. a. für den WDR Radioessays über französische Literatur, eine monatliche Lyrik-Kolumne für die »Badische Zeitung« und leitet seit 30 Jahren Schreibwerkstätten, überwiegend im süddeutschen Raum. Sie lebt in Freiburg i. Br. und ist Lehrbeauftragte für Neuere Deutsche Literatur im Seniorenstudium an der dortigen Pädagogischen Hochschule.
Bereits seit 2007 stellt dieser Blog ins Deutsche übersetzte Publikationen aus Estland, Lettland und Litauen vor. Gleichzeitig werden Publikationen deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit estnischen, lettischen oder litauischen Themen einbezogen. Wir möchten aufrufen, verschiedene Leseeindrücke auszutauschen. Die hier aufgeführten Bücher werden für eine Vorstellung in der Radiosendung BALTISCHE STUNDE (Radioweser.tv) vorgeschlagen.
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Freitag, 2. Oktober 2015
Vasilijus Safronovas: Kampf um Identität
Die ideologische Auseinandersetzung in Memel/ Klaipeda im 20. Jahrhundert. Aus dem Litauischen übersetzt von Markus Roduner, herausgegeben von Joachim Tauber (Nordost-Institut Lüneburg). Harrossowitz Verlag, Wiesbaden 2015. 342 Seiten, ISBN: 978-3-447-10352-7, Preis 34,00 Eur[D] / 39,10 Eur[A] / 50,90 CHF.
Verlagsinfo:
Wenige Städte haben ein Schicksal erlitten wie das ostpreußische Memel/ Klaipeda im 20. Jahrhundert. Die Stadt an der Memel gehörte in den vergangenen 100 Jahren zum Deutschen Reich (bis 1920, 1939-1945), zur Republik Litauen (1923-1939), zur Sowjetunion (1945-1990) und schließlich wieder zu Litauen. Die wechselvolle Geschichte führte dazu, dass verschiedene Staaten, Nationen und politische Systeme ihren Anspruch auf die Stadt auch ideologisch zu untermauern suchten. Hieraus entstanden differente, ja meist konträre Identitätskonstrukte, die immer darauf abzielten, die Zugehörigkeit Memels/ Klaipedas zur eigenen Kultur, Nation oder Weltanschauung zu dokumentieren.
Vasilijus Safronovas ist in seiner mehrfach ausgezeichneten litauischsprachigen Untersuchung eine beeindruckende plastische Darstellung dieser Identitätsideologien gelungen. Das vorliegende Buch leistet nicht nur einen wichtigen Neuansatz für die Geschichte der Stadt Memel/ Klaipeda, sondern darüber hinaus wird deutlich, wie sehr die Suche nach und die Konstruktion von Identitäten historische Entwicklungen (mit)bestimmt. Safronovas arbeitet die von deutschen, litauischen und sowjetischen Intellektuellen und nationalen Dogmatikern entwickelten Aneignungsstrategien heraus, analysiert sie und ordnet sie in eine fast 100-jährige historische Entwicklung ein. Seine Untersuchung bietet einen methodologischen Ansatz, der für weitere Städte an der Ostsee nutzbringend Anwendung finden kann.
Für die deutsche Fassung wurde das litauische Original vom Autor überarbeitet und aktualisiert.
Verlagsinfo:
Wenige Städte haben ein Schicksal erlitten wie das ostpreußische Memel/ Klaipeda im 20. Jahrhundert. Die Stadt an der Memel gehörte in den vergangenen 100 Jahren zum Deutschen Reich (bis 1920, 1939-1945), zur Republik Litauen (1923-1939), zur Sowjetunion (1945-1990) und schließlich wieder zu Litauen. Die wechselvolle Geschichte führte dazu, dass verschiedene Staaten, Nationen und politische Systeme ihren Anspruch auf die Stadt auch ideologisch zu untermauern suchten. Hieraus entstanden differente, ja meist konträre Identitätskonstrukte, die immer darauf abzielten, die Zugehörigkeit Memels/ Klaipedas zur eigenen Kultur, Nation oder Weltanschauung zu dokumentieren.
Vasilijus Safronovas ist in seiner mehrfach ausgezeichneten litauischsprachigen Untersuchung eine beeindruckende plastische Darstellung dieser Identitätsideologien gelungen. Das vorliegende Buch leistet nicht nur einen wichtigen Neuansatz für die Geschichte der Stadt Memel/ Klaipeda, sondern darüber hinaus wird deutlich, wie sehr die Suche nach und die Konstruktion von Identitäten historische Entwicklungen (mit)bestimmt. Safronovas arbeitet die von deutschen, litauischen und sowjetischen Intellektuellen und nationalen Dogmatikern entwickelten Aneignungsstrategien heraus, analysiert sie und ordnet sie in eine fast 100-jährige historische Entwicklung ein. Seine Untersuchung bietet einen methodologischen Ansatz, der für weitere Städte an der Ostsee nutzbringend Anwendung finden kann.
Für die deutsche Fassung wurde das litauische Original vom Autor überarbeitet und aktualisiert.
Samstag, 12. September 2015
Alexandra Rolova: Ein jüdisches Leben aus dem Baltikum
Verlag Shaker Media, Herzogenrath 2015, 292 Seiten, ISBN 978-3-95631-256-4, 24,90 EUR.Verlagsinfo:
Ein langes, ereignisreiches Leben vollzieht sich vor den Augen des
Lesers. Die Autorin schildert in ihrer Biografie eindrucksvoll ihr Leben
von den Anfängen in der freien, 1918 gegründeten lettischen Republik,
bis zur stalinistischen Okkupation im Jahr 1940. Sie beschönigt nicht
die entbehrungsreichen Jahre der Evakuation sowie ihr jüdisches Dasein
unter sowjetischer Diktatur. Ihre Angst vor einer
Deportation nach
Sibirien, die Bespitzelungen durch den KGB und die von den
kommunistischen Behörden nur selten genehmigten Auslandreisen werden
authentisch beschrieben. Die Entspannungspolitik unter Gorbatschow
empfand sie als echte Befreiung. Doch die Politik bildet nur den Rahmen
der vorliegenden Memoiren. Der Augenmarkt der Autorin richtet sich
hauptsächlich auf Dinge, die die totalitäre Sowjetherrschaft erträglich
machten: Ihre wissenschaftliche Arbeit, kulturelle Aktivitäten und
bedeutende Menschen in ihrem Leben; darunter ihre Eltern, Professoren
und Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten. Ihr Bericht endet
schließlich in Aachen. Alexandra Rolova resümiert ihr Leben mit
folgenden Worten: „Ich hatte immer Glück.“.
Frau Professorin Dr. Alexandra Rolova wurde am 16. November 1920 in Russland geboren. Erst wenige Monate alt, übersiedelte sie mit ihren Eltern in deren Heimat - nach Riga/Lettland. Nach dem Abitur studierte sie in ihrer Heimatstadt Geschichte und beendete ihr Studium an der Universität von Leningrad. Ihre Familie war vor den deutschen Besatzern in das Innere der Sowjetunion geflohen. 1945 kehrte sie nach Riga zurück. Dort arbeitete sie nach bestandener Dissertation an der Historischen Fakultät der Universität als Dozentin, sowie nach ihrer Habilitation als Ordentliche Professorin und Lehrstuhlleiterin. Ihr Forschungsgebiet war Italien in der Renaissance. Sie wurde und wird nach wie vor von italienischen Wissenschaftlern hoch geschätzt. Seit 1991 lebt sie in Aachen/BRD.
Donnerstag, 10. September 2015
Benedict Wells: Becks letzter Sommer
Aktuell zum Kinostart der Verfilmung:
Diogenes Hörbuch, 8 CDs, 9 Std. 37min. Diogenes Verlag Zürich 2015. Gelesen von Christian Ulmen, ISBN 978-3-257-80366-2, € 25.00 / sFr 34.00.
Verlagsinfo:
»But I was so much older then, I’m younger than that now.« (Bob Dylan). Robert Beck wollte einst Musiker werden, doch stattdessen setzte er auf Sicherheit und wurde Lehrer. Nun ist er Ende dreißig und angeödet von seinem Leben. Bis er in seiner Klasse den Außenseiter Rauli Kantas aus Litauen entdeckt. Ein Musikgenie, das singt und E-Gitarre spielt wie ein junger Gott. Beck will ihn als Manager groß ausbringen, allerdings nicht nur aus Selbstlosigkeit: der Junge ist gleichzeitig seine letzte Chance, um sich seine Träume von der Musikkarriere doch noch zu erfüllen. Aber wie Beck hat auch der rätselhafte Rauli seine Geheimnisse... Der Beginn eines Sommers, in dem noch einmal alles möglich scheint – und alles auf dem Spiel steht. Denn die Suche nach einem Label gestaltet sich für Beck schwieriger als gedacht, seine Beziehung zur Studentin Lara hängt am seidenen Faden, und sein bester Freund, der Deutschafrikaner Charlie, zieht den Ärger magisch an. Alle Figuren sind auf einem langen Weg zu sich selbst, und sie werden ankommen – wenn auch nicht immer da, wo man es erwartet. Denn am Ende muss Beck sich entscheiden, wie viel er für seine Freiheit wirklich zu opfern bereit ist. Becks letzter Sommer ist Künstlerroman, Roadmovie und eine universelle Geschichte über die Musik, die Liebe und das Leben. Schräg, witzig, weise und berührend.
Zum Autor Benedict Wells / Blogbeitrag Lesung in Bremen
Als Buchfassung (2009 erschienen) im Diogenes Verlag in der Reihe Detebe 24022, 464 Seiten, ISBN 978-3-257-24022-1, € (D) 12.00 / (A) 12.40 / sFr 16.00.
Diogenes Hörbuch, 8 CDs, 9 Std. 37min. Diogenes Verlag Zürich 2015. Gelesen von Christian Ulmen, ISBN 978-3-257-80366-2, € 25.00 / sFr 34.00.
Verlagsinfo:
»But I was so much older then, I’m younger than that now.« (Bob Dylan). Robert Beck wollte einst Musiker werden, doch stattdessen setzte er auf Sicherheit und wurde Lehrer. Nun ist er Ende dreißig und angeödet von seinem Leben. Bis er in seiner Klasse den Außenseiter Rauli Kantas aus Litauen entdeckt. Ein Musikgenie, das singt und E-Gitarre spielt wie ein junger Gott. Beck will ihn als Manager groß ausbringen, allerdings nicht nur aus Selbstlosigkeit: der Junge ist gleichzeitig seine letzte Chance, um sich seine Träume von der Musikkarriere doch noch zu erfüllen. Aber wie Beck hat auch der rätselhafte Rauli seine Geheimnisse... Der Beginn eines Sommers, in dem noch einmal alles möglich scheint – und alles auf dem Spiel steht. Denn die Suche nach einem Label gestaltet sich für Beck schwieriger als gedacht, seine Beziehung zur Studentin Lara hängt am seidenen Faden, und sein bester Freund, der Deutschafrikaner Charlie, zieht den Ärger magisch an. Alle Figuren sind auf einem langen Weg zu sich selbst, und sie werden ankommen – wenn auch nicht immer da, wo man es erwartet. Denn am Ende muss Beck sich entscheiden, wie viel er für seine Freiheit wirklich zu opfern bereit ist. Becks letzter Sommer ist Künstlerroman, Roadmovie und eine universelle Geschichte über die Musik, die Liebe und das Leben. Schräg, witzig, weise und berührend.
Zum Autor Benedict Wells / Blogbeitrag Lesung in Bremen
Als Buchfassung (2009 erschienen) im Diogenes Verlag in der Reihe Detebe 24022, 464 Seiten, ISBN 978-3-257-24022-1, € (D) 12.00 / (A) 12.40 / sFr 16.00.
Mittwoch, 2. September 2015
Gustav Rosenstein: "Ihr steht schon auf unserer Liste"
Die estnische Exildichterin Salme Raatma. Biographie. Ihleo Verlag, Husum 2015, 368 Seiten, ISBN: 978-3-940926-46-3, 19,95 Euro.
Verlagsinfo:
1915 in der ersten freien estnischen Republik geboren, begeisterte sich Salme Raatma für die Literatur und Kultur ihres Landes, wollte Schriftstellerin werden.
Doch ihr privater Weg wie auch die zeitgeschichtlichen Wirren verhinderten nicht nur ihre Pläne, sondern machten sie und ihren Mann zu Opfern des Hitler-Stalin-Paktes – als Pfarrersfamilie standen sie „schon auf unserer Liste“, wie ein sowjetischer Offizier der Besatzungsvorhut ihnen verriet. Ihr Weg führte über Deutschland schließlich nach Finnland, über das Ehefraudasein und Mutteraufgaben zurück zur Sprache, zur Literatur. Ein oftmals schmerzlicher, intensiver Weg, geprägt von der Suche nach Heimat, Identität und einer poetischen Sprache über ihren Verlust.
Salme Raatmas Leben und Werk wird in dem vorliegenden Band erstmals umfassend und im Spiegel der historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Estland und Deutschland dargestellt: ein nachdrückliches Dichterinnen-Leben.
Verlagsinfo:
1915 in der ersten freien estnischen Republik geboren, begeisterte sich Salme Raatma für die Literatur und Kultur ihres Landes, wollte Schriftstellerin werden.
Doch ihr privater Weg wie auch die zeitgeschichtlichen Wirren verhinderten nicht nur ihre Pläne, sondern machten sie und ihren Mann zu Opfern des Hitler-Stalin-Paktes – als Pfarrersfamilie standen sie „schon auf unserer Liste“, wie ein sowjetischer Offizier der Besatzungsvorhut ihnen verriet. Ihr Weg führte über Deutschland schließlich nach Finnland, über das Ehefraudasein und Mutteraufgaben zurück zur Sprache, zur Literatur. Ein oftmals schmerzlicher, intensiver Weg, geprägt von der Suche nach Heimat, Identität und einer poetischen Sprache über ihren Verlust.
Salme Raatmas Leben und Werk wird in dem vorliegenden Band erstmals umfassend und im Spiegel der historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Estland und Deutschland dargestellt: ein nachdrückliches Dichterinnen-Leben.
Montag, 31. August 2015
Bernd Biedermann: Ostwärts
Auf dem Europaradweg R1 nach St. Petersburg. Traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, Hamburg 2015. 224 Seiten, ISBN 9783944365794, 14,80 Euro.
Verlagsinfo:
Der Europaradweg R1 ist der europäische Radweg schlechthin. Er verbindet West- und Osteuropa, führt auf mehr als 3.600 Kilometern durch 9 Länder zwischen Ärmelkanal und Finnischem Meerbusen. Über mehrere Jahre bereisen Uschi und Bernd Biedermann ihn ostwärts ...
Obwohl die Auswahl an Radfernwegen groß ist, fällt schnell die Entscheidung für eine Route, die die Grenzen zwischen Ost und West überwindet. Dazu zählen die ehemaligen innerdeutschen Grenzen im bergigen Harz und in Berlin, streng bewachte wie die zur russischen Exklave Kaliningrad, Sprach-, Währungs-, Zeit- und Schmerzgrenzen. Im Osten locken Litauen, Lettland und Estland, wo frische Farben mehr und mehr das Einheitsgrau der Sowjetzeit verdrängen, aber auch St. Petersburg, die ehemalige Hauptstadt des Zarenreiches.
Verlagsinfo:
Der Europaradweg R1 ist der europäische Radweg schlechthin. Er verbindet West- und Osteuropa, führt auf mehr als 3.600 Kilometern durch 9 Länder zwischen Ärmelkanal und Finnischem Meerbusen. Über mehrere Jahre bereisen Uschi und Bernd Biedermann ihn ostwärts ...
Obwohl die Auswahl an Radfernwegen groß ist, fällt schnell die Entscheidung für eine Route, die die Grenzen zwischen Ost und West überwindet. Dazu zählen die ehemaligen innerdeutschen Grenzen im bergigen Harz und in Berlin, streng bewachte wie die zur russischen Exklave Kaliningrad, Sprach-, Währungs-, Zeit- und Schmerzgrenzen. Im Osten locken Litauen, Lettland und Estland, wo frische Farben mehr und mehr das Einheitsgrau der Sowjetzeit verdrängen, aber auch St. Petersburg, die ehemalige Hauptstadt des Zarenreiches.
Dienstag, 25. August 2015
Alvydas Šlepikas: Mein Name ist Maryte
Roman. Aus dem Litauischen von Markus Roduner, mit Illustrationen von Helmut Stabe. Bibliothek der Entdeckungen, Bd. 9, Mitteldeutscher Verlag, Halle / Saale 2015. 200 Seiten, ISBN 978-3-95462-535-2, 19,90 Euro.
Verlagsinfo:
Einer beginnt den Krieg, einer geht als Sieger hervor, Witwen und Kinder aber zählen stets zu den Verlierern. Der Zweite Weltkrieg fand ein Ende, sie haben ihn verloren, denn die Gefallenen waren ihre Väter, die Witwen ihre Mütter. Die Welt war voller Wut und ermattet. Und sie – nur Kinder. Wolfskinder.
Alvydas Šlepikas’ Roman »Mein Name ist Maryte« erzählt in berührender Weise die lange in Vergessenheit geratene Geschichte ostpreußischer Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Einmarsch der Roten Armee. Von Hunger und materieller Not getrieben, gingen sie über die Memel nach Litauen, um dort bei Bauern um Essen und Obdach zu betteln oder auch bei diesen für Brot und Unterkunft zu arbeiten.
Der Roman beruht auf langen Gesprächen des Autors mit diesen Wolfskindern, von denen nicht wenige von litauischen Familien großgezogen wurden und einige bis heute im Land leben. Ein Buch über Liebe, Mitgefühl und Erinnerung.
Der Autor
Alvydas Šlepikas, geb. 1966, studierte am Staatlichen Konservatorium (heute Musik-Akademie) Schauspiel (bis 1992) und Regie (bis 1994). Regisseur, Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme sowie TV-Serien. Gedichtbände »Taika tavo kraujui« (Friede deinem Blut, 1997), »Tylos arte jantis« (2004), Prosaband »Lietaus dievas« (Der Regengott, 2005). Der Roman »Mein Name ist Maryt?« (2012) wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt in Vilnius.
Verlagsinfo:
Einer beginnt den Krieg, einer geht als Sieger hervor, Witwen und Kinder aber zählen stets zu den Verlierern. Der Zweite Weltkrieg fand ein Ende, sie haben ihn verloren, denn die Gefallenen waren ihre Väter, die Witwen ihre Mütter. Die Welt war voller Wut und ermattet. Und sie – nur Kinder. Wolfskinder.
Alvydas Šlepikas’ Roman »Mein Name ist Maryte« erzählt in berührender Weise die lange in Vergessenheit geratene Geschichte ostpreußischer Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Einmarsch der Roten Armee. Von Hunger und materieller Not getrieben, gingen sie über die Memel nach Litauen, um dort bei Bauern um Essen und Obdach zu betteln oder auch bei diesen für Brot und Unterkunft zu arbeiten.
Der Roman beruht auf langen Gesprächen des Autors mit diesen Wolfskindern, von denen nicht wenige von litauischen Familien großgezogen wurden und einige bis heute im Land leben. Ein Buch über Liebe, Mitgefühl und Erinnerung.
Der Autor
Alvydas Šlepikas, geb. 1966, studierte am Staatlichen Konservatorium (heute Musik-Akademie) Schauspiel (bis 1992) und Regie (bis 1994). Regisseur, Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme sowie TV-Serien. Gedichtbände »Taika tavo kraujui« (Friede deinem Blut, 1997), »Tylos arte jantis« (2004), Prosaband »Lietaus dievas« (Der Regengott, 2005). Der Roman »Mein Name ist Maryt?« (2012) wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt in Vilnius.
Dienstag, 14. Juli 2015
Kätlin Vainola: Wo ist die Liebe?
Illustrationen von Kertu Sillaste. (Originaltitel: «Kus on armastus?») Aus dem Estnischen von Carsten Willms. Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag – Band VII, BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), 2015. 38 Seiten, ISBN 978-3-9523109-5-3. Preis: 15 CHF / 15 € (plus Versandkosten). Gefördert von Eesti Kultuurkapital.Verlagsinfo:
«Aber wo ist eigentlich die Liebe, wenn man sie nicht fühlt? Ist sie lebendig? Welche Farbe hat sie? Was kann man mit ihr anfangen? Kann man sie berühren? Kann man sie verlieren?» Diese Fragen stellt die kleine Sahra ihrer Mutter. Im estnischen Kinderbuch «Wo ist die Liebe?» erfährt das Mädchen, was es mit der Liebe auf sich hat und dass man die Liebe hegen und pflegen muss, damit sie gedeiht.
Die farbenfrohen, humorvollen Scherenschnitt-Illustrationen von Kertu Sillaste und der klare, einfühlsame Text von Kätlin Vainola machen das Kinderbuch auch für Erwachsene zu einem Schmaus für Auge und Seele.
Das Buch eignet sich zum Vorlesen und Selberlesen und richtet sich an Menschen ab 3 Jahren.
Preisträchtig: «Kus on armastus?» erhielt 2013 den ersten Preis beim bedeutendsten Kinderbuchwettbewerb Estlands, Põlvepikuraamat, und wurde 2014 mit dem Spezialpreis der Jury im Wettbewerb der schönsten estnischen Kinderbücher «für seine wunderbare Illustration» ausgezeichnet.
Kätlin Vainola wurde 1978 geboren. 2006 debütierte sie mit dem erfolgreichen Kinderbuch «Ville», das von einem Jungen erzählt, der bei den Grosseltern lebt. Anschliessend folgten weitere Bücher für Kinder. Mit «Lift» (2013) sowie mit «Kus on armastus?» (2014) war sie für den Kinderliteraturpreis der Stiftung Eesti Kultuurkapital nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern sowie einer Katze und einem Hund in Tallinn.
Kertu Sillaste (geboren 1973) begann ihre Karriere als Buchillustratorin 2008 für die estnische Kinderzeitschrift «Täheke». Seitdem hat sie sich mit der Gestaltung zahlreicher Kinderbücher ein hohes Renommee in Estland erarbeitet. zusammen mit ihrer Schwester ist sie ausserdem Autorin eines estnischen Kochbuchs für Kinder. Sie wohnt mit ihrem Partner und den zwei Söhnen in Tallinn.
Dienstag, 26. Mai 2015
Angelika Gimpl: Nation Branding
Entwicklung einer nationalen Markenidentität unter besonderer
Berücksichtigung von Public Relations am Beispiel von Litauen, Lettland
und Nigeria. Diplomica Verlag Hamburg 2013, 212 Seiten, 49,50 Euro. ISBN: 978-3-8428-5717-9
Verlagsinfo:
Die Imagebildung von Nationen basiert auf einem sehr komplexen Kommunikationsprozess. Es gibt verschiedene Informationsquellen, welche das jeweils eigene Bild einer Nation formen. Ein Land wird von vielen Seiten nach außen präsentiert. Verschiedenste Organisationen, Einrichtungen, Unternehmen sowie die gesamte Bevölkerung haben Kontakt mit anderen Nationen, sei es in politischem, wirtschaftlichem, privatem oder kulturellem Kontext. Ein Staat ist kein Produkt, sondern ein komplexes und multidimensionales Gebilde. Dieses zu einer Marke zu machen, erfordert ein umfassendes Repertoire an Wissen und ein ausgeklügeltes Konzept. Durch professionelle Imagebildung hat eine Nation die Möglichkeit, eventuell unentdeckte bzw. ungenutzte Ressourcen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und positiv auf sich aufmerksam zu machen. Durch gezieltes Nation Branding kann sich die Chancengleichheit von Nationen, welche aufgrund der zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen Verflechtung der Weltwirtschaft einem starken Konkurrenzdruck am internationalen Markt ausgesetzt sind, verbessern. Die vorliegende Untersuchung beinhaltet die wichtigsten theoretischen Grundlagen des umfangreichen Themengebietes Nation Branding. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Rolle der Public Relations im Nation Branding Prozess gelegt. Des Weiteren wird anhand von drei Ländern (Litauen, Lettland und Nigeria) veranschaulicht, wie Nation Branding aktuell in der Praxis betrieben wird.
zur Autorin: Angelika Gimpl wurde 1980 in Hallein bei Salzburg geboren. Nach ihrer Ausbildung als Bürokauffrau und einem Arbeitsaufenthalt in Irland entschied sich die Autorin für ein Kommunikationswissenschaftsstudium in Salzburg mit den Schwerpunkten Public Relations und interkulturelle Kommunikation. Bereits während dem Studium beschäftigte sie sich mit dem Thema Nation Branding.
Verlagsinfo:
Die Imagebildung von Nationen basiert auf einem sehr komplexen Kommunikationsprozess. Es gibt verschiedene Informationsquellen, welche das jeweils eigene Bild einer Nation formen. Ein Land wird von vielen Seiten nach außen präsentiert. Verschiedenste Organisationen, Einrichtungen, Unternehmen sowie die gesamte Bevölkerung haben Kontakt mit anderen Nationen, sei es in politischem, wirtschaftlichem, privatem oder kulturellem Kontext. Ein Staat ist kein Produkt, sondern ein komplexes und multidimensionales Gebilde. Dieses zu einer Marke zu machen, erfordert ein umfassendes Repertoire an Wissen und ein ausgeklügeltes Konzept. Durch professionelle Imagebildung hat eine Nation die Möglichkeit, eventuell unentdeckte bzw. ungenutzte Ressourcen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und positiv auf sich aufmerksam zu machen. Durch gezieltes Nation Branding kann sich die Chancengleichheit von Nationen, welche aufgrund der zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen Verflechtung der Weltwirtschaft einem starken Konkurrenzdruck am internationalen Markt ausgesetzt sind, verbessern. Die vorliegende Untersuchung beinhaltet die wichtigsten theoretischen Grundlagen des umfangreichen Themengebietes Nation Branding. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Rolle der Public Relations im Nation Branding Prozess gelegt. Des Weiteren wird anhand von drei Ländern (Litauen, Lettland und Nigeria) veranschaulicht, wie Nation Branding aktuell in der Praxis betrieben wird.
zur Autorin: Angelika Gimpl wurde 1980 in Hallein bei Salzburg geboren. Nach ihrer Ausbildung als Bürokauffrau und einem Arbeitsaufenthalt in Irland entschied sich die Autorin für ein Kommunikationswissenschaftsstudium in Salzburg mit den Schwerpunkten Public Relations und interkulturelle Kommunikation. Bereits während dem Studium beschäftigte sie sich mit dem Thema Nation Branding.
Donnerstag, 2. April 2015
Gunnar Birkerts: National Library of Latvia, Riga
Mit einer Einführung von Janis Dripe und Fotos von Indrikis Sturmanis (Text englisch). Edition Axel Menges, Stuttgart-Fellbach 2015. 60 großformatige Seiten (280x300mm), 70 Illustrationen. ISBN 978-3-932565-70-0, 36.00 Euro.
Verlagsinfo (engl.)
----------------------------
ebenfalls im Handel:
Gunar Birkerts - methaphoric modernist
Mit einem einführenden Essay von Sven Birkerts. Edition Axel Menges, Stuttgart-Fellbach 2009. 320 Seiten, ISBN 978-3-936681-26-0, 86.00 Euro (sfr 129.00).
Verlagsinfo (engl.)
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ebenfalls im Handel:
Gunar Birkerts - methaphoric modernist
Mit einem einführenden Essay von Sven Birkerts. Edition Axel Menges, Stuttgart-Fellbach 2009. 320 Seiten, ISBN 978-3-936681-26-0, 86.00 Euro (sfr 129.00).
Mittwoch, 25. März 2015
Anu Allas: Spiel der Unsicherheit / Unsicherheit des Spiels
Experimentelle Praktiken in der estnischen Kunst und im estnischen Theater der 1960er Jahre. Transcript Verlag, Bielefeld 2015. 312 Seiten, ISBN 978-3-8376-2966-8, 37,99 Euro.
Verlagsinfo:
Während das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie heute in den Geisteswissenschaften neu bestimmt wird, bietet dieses Buch eine anregende Perspektive für die Untersuchung der künstlerischen Prozesse der 1960er Jahre. Anu Allas beschreibt den kulturellen Umbruch der 1960er Jahre am Rande der damaligen Sowjetunion mit Blick auf die Ambivalenz des spätsozialistischen kulturellen Milieus. Sie zeigt: Die Kunst- und Theaterexperimente in Estland wurden von der westlichen Neo-Avantgarde ebenso wie vom aktuellen Lebensumfeld beeinflusst und zeichneten sich durch ihre Affinität zum Spielphänomen und durch eine paradoxale Verknüpfung der Neo-Avantgarde zur existenzialistischen Philosophie aus.
Anu Allas arbeitet als Kuratorin im Kumu Kunstmuseum in Tallinn. Ihre Forschungsschwerpunkte sind künstlerische Neo-Avantgarde der 1960er Jahre und osteuropäische Kunst der Nachkriegszeit.
Verlagsinfo:
Während das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie heute in den Geisteswissenschaften neu bestimmt wird, bietet dieses Buch eine anregende Perspektive für die Untersuchung der künstlerischen Prozesse der 1960er Jahre. Anu Allas beschreibt den kulturellen Umbruch der 1960er Jahre am Rande der damaligen Sowjetunion mit Blick auf die Ambivalenz des spätsozialistischen kulturellen Milieus. Sie zeigt: Die Kunst- und Theaterexperimente in Estland wurden von der westlichen Neo-Avantgarde ebenso wie vom aktuellen Lebensumfeld beeinflusst und zeichneten sich durch ihre Affinität zum Spielphänomen und durch eine paradoxale Verknüpfung der Neo-Avantgarde zur existenzialistischen Philosophie aus.
Anu Allas arbeitet als Kuratorin im Kumu Kunstmuseum in Tallinn. Ihre Forschungsschwerpunkte sind künstlerische Neo-Avantgarde der 1960er Jahre und osteuropäische Kunst der Nachkriegszeit.
Dienstag, 17. März 2015
Dalia Staponkutė: Jenseits vom Entweder-Oder
Meine persönliche Odyssee. Aus dem Litauischen von Markus Roduner. Verlag Expeditionen, Hamburg 2015. 260 Seiten, ISBN-13: 978-3-943863-21-5, Preis: € 19,90.
Verlagsinfo:
Jenseits vom Entweder-Oder ist ein Buch über eine autobiographische Reise, die das Leben zwischen zwei grundlegend verschiedenen Ländern, Litauen und Zypern, beschreibt. In einem persönlichen Mythos versucht die litauische Autorin, Übersetzerin und Philosophin Dalia Staponkutė beide zu vereinen. Sie beschreibt ihr Leben als Mutter und als intellektuelle Frau, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in Zypern lebt und arbeitet. In vielen Details offenbart sie Themen wie begrenzte Chancen für Emigranten auf eine Anstellung, die Herausforderungen, die zweisprachigen griechisch-zypriotischen Töchter in einer anderen Kultur als der ihrer Mutter aufwachsen zu sehen und die nicht leichten Beziehungen zu den beiden Heimaten – Litauen und Zypern. Gefangen in der ständigen Bewegung zwischen zwei Ländern, Sprachen und Kulturen fühlt sie sich nicht nur durch diese kulturelle Vielfalt bereichert. Ihre Ansprüche bleiben teilweise unerfüllt und sie fühlt sich in den Gegensätzen verloren. Die Frage stellt sich nach der dramatischen Möglichkeit, jenseits vom Entweder-oder der bisherigen ein weiteres – drittes – Land zu wählen.
Das Buch erhielt in 2015 die höchste literarische Auszeichnung in Litauen, den Preis der Literaturkritiker.
Mehr zu Dalia Staponkutė
Verlagsinfo:
Jenseits vom Entweder-Oder ist ein Buch über eine autobiographische Reise, die das Leben zwischen zwei grundlegend verschiedenen Ländern, Litauen und Zypern, beschreibt. In einem persönlichen Mythos versucht die litauische Autorin, Übersetzerin und Philosophin Dalia Staponkutė beide zu vereinen. Sie beschreibt ihr Leben als Mutter und als intellektuelle Frau, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in Zypern lebt und arbeitet. In vielen Details offenbart sie Themen wie begrenzte Chancen für Emigranten auf eine Anstellung, die Herausforderungen, die zweisprachigen griechisch-zypriotischen Töchter in einer anderen Kultur als der ihrer Mutter aufwachsen zu sehen und die nicht leichten Beziehungen zu den beiden Heimaten – Litauen und Zypern. Gefangen in der ständigen Bewegung zwischen zwei Ländern, Sprachen und Kulturen fühlt sie sich nicht nur durch diese kulturelle Vielfalt bereichert. Ihre Ansprüche bleiben teilweise unerfüllt und sie fühlt sich in den Gegensätzen verloren. Die Frage stellt sich nach der dramatischen Möglichkeit, jenseits vom Entweder-oder der bisherigen ein weiteres – drittes – Land zu wählen.
Das Buch erhielt in 2015 die höchste literarische Auszeichnung in Litauen, den Preis der Literaturkritiker.
Mehr zu Dalia Staponkutė
Montag, 16. März 2015
Valentīna Freimane: Adieu, Atlantis
Erinnerungen. Aus dem Lettischen von Matthias Knoll. Wallstein Verlag, Göttingen 2015. 341 Seiten, ISBN: 978-3-8353-1603-4,
€ 22,90 (D) | € 23,60 (A) | SFr 31,80
Verlagsinfo:
Die Lebensgeschichte Valentīna Freimanes ist unauflöslich mit der Geschichte Lettlands und Europas verknüpft und eröffnet einen vielschichtigen Blick auf ein ganzes Jahrhundert.
Was für ein Leben! Die Kindheit der 1922 geborenen Autorin war eine ganz und gar kosmopolitische. Die eine Großmutter sprach Deutsch, die andere Russisch, und ständig pendelte die lettisch-jüdische Familie zwischen Riga, Paris und Berlin, wo man nahe dem Ku`damm in einer Pension wohnte, in der Schauspieler, Regisseure, Schriftsteller aus ganz Europa sich die Klinke in die Hand gaben und Neuigkeiten tauschten. Valentīna Freimane erzählt über diese Zeit aus der unbeschwerten Perspektive des heranwachsenden Mädchens und lässt ein grandioses Zeitgemälde entstehen, aber zugleich weiß die Autorin natürlich, dass sich wenige Jahre später alle Lebensumstände komplett änderten. Die Familie muss nach Riga zurück und erlebt die Okkupation des Baltikums durch die Sowjetunion, 1941 den Einmarsch der Deutschen, dann gegen Kriegsende wieder die Rückkehr der Sowjets. Freimane erzählt mit Präzision und außerordentlich berührend über dieses dreifach zermalmende Rad des Schicksals, durch das sie beide Eltern, den Ehemann und fast alle weiteren Verwandten verlor. Sie selbst wurde gerettet durch Menschen, die sie unter höchstem Risiko versteckten - lettische, russische, deutsche, polnische Menschen, denen sie Dank abstattet. Ein tief berührendes Buch.
Verlagsinfo:
Die Lebensgeschichte Valentīna Freimanes ist unauflöslich mit der Geschichte Lettlands und Europas verknüpft und eröffnet einen vielschichtigen Blick auf ein ganzes Jahrhundert.
Was für ein Leben! Die Kindheit der 1922 geborenen Autorin war eine ganz und gar kosmopolitische. Die eine Großmutter sprach Deutsch, die andere Russisch, und ständig pendelte die lettisch-jüdische Familie zwischen Riga, Paris und Berlin, wo man nahe dem Ku`damm in einer Pension wohnte, in der Schauspieler, Regisseure, Schriftsteller aus ganz Europa sich die Klinke in die Hand gaben und Neuigkeiten tauschten. Valentīna Freimane erzählt über diese Zeit aus der unbeschwerten Perspektive des heranwachsenden Mädchens und lässt ein grandioses Zeitgemälde entstehen, aber zugleich weiß die Autorin natürlich, dass sich wenige Jahre später alle Lebensumstände komplett änderten. Die Familie muss nach Riga zurück und erlebt die Okkupation des Baltikums durch die Sowjetunion, 1941 den Einmarsch der Deutschen, dann gegen Kriegsende wieder die Rückkehr der Sowjets. Freimane erzählt mit Präzision und außerordentlich berührend über dieses dreifach zermalmende Rad des Schicksals, durch das sie beide Eltern, den Ehemann und fast alle weiteren Verwandten verlor. Sie selbst wurde gerettet durch Menschen, die sie unter höchstem Risiko versteckten - lettische, russische, deutsche, polnische Menschen, denen sie Dank abstattet. Ein tief berührendes Buch.
Sonntag, 15. März 2015
Julija Reklaitė / Ruta Leitanaitė (Hg.): Architekturführer Vilnius
Deutsche Ausfgabe. Verlag DOM Publishers, Berlin 2015. ISBN 978-3-86922-356-8, 252 Seiten, 28 Euro.
Verlagsinfo:
An der Schwelle zwischen Mittel- und Osteuropa vermischen sich in Vilnius seit Jahrhunderten die Traditionen und Kulturen vieler Völker. Die wechselvolle Geschichte spiegelt sich auch im Stadtbild wider: Neben einem reichen architektonischen Erbe finden sich hier alle Stilrichtungen der jüngeren und jüngsten Architekturgeschichte. Ungeachtet der wechselnden politischen Verhältnisse waren die in Vilnius bauenden Architekten stets bestrebt, eine eigene, litauische Baukunst zu schaffen, indem sie traditionelle Motive mit internationalen Einflüssen verbanden. Dieser Architekturführer ist der Baukunst ab 1900 gewidmet: Zusammengestellt von einem Expertenteam aus Architekten und Stadthistorikern, werden über 230 Bauten und Projekte vorgestellt – reizvolle Jugendstilvillen, Bauwerke der klassischen Moderne und des Funktionalismus, Gebäude der Sowjetzeit vom Sozialistischen Klassizismus bis hin zum seriellen Plattenbau, spät- und postmoderne Experimente sowie die jüngsten Zeugnisse des Baubooms seit der Erlangung der Unabhängigkeit Litauens 1990.
Verlagsinfo:
An der Schwelle zwischen Mittel- und Osteuropa vermischen sich in Vilnius seit Jahrhunderten die Traditionen und Kulturen vieler Völker. Die wechselvolle Geschichte spiegelt sich auch im Stadtbild wider: Neben einem reichen architektonischen Erbe finden sich hier alle Stilrichtungen der jüngeren und jüngsten Architekturgeschichte. Ungeachtet der wechselnden politischen Verhältnisse waren die in Vilnius bauenden Architekten stets bestrebt, eine eigene, litauische Baukunst zu schaffen, indem sie traditionelle Motive mit internationalen Einflüssen verbanden. Dieser Architekturführer ist der Baukunst ab 1900 gewidmet: Zusammengestellt von einem Expertenteam aus Architekten und Stadthistorikern, werden über 230 Bauten und Projekte vorgestellt – reizvolle Jugendstilvillen, Bauwerke der klassischen Moderne und des Funktionalismus, Gebäude der Sowjetzeit vom Sozialistischen Klassizismus bis hin zum seriellen Plattenbau, spät- und postmoderne Experimente sowie die jüngsten Zeugnisse des Baubooms seit der Erlangung der Unabhängigkeit Litauens 1990.
Donnerstag, 12. März 2015
Herbert Kraft: J.M.R. Lenz
Biographie. Wallstein Verlag, Göttingen 2015. ISBN: 978-3-8353-1647-8, 464 Seiten, € 29,90 (D) | € 30,80 (A) | SFr 40,00.
Verlagsinfo:
Über Leben, Werk und Zeit eines Schriftstellers, der immer von Geheimnissen umgeben war: Jakob Michael Reinhold Lenz.
Wer war der Sturm-und-Drang-Dichter J. M. R. Lenz? Das heutige Bild ist zusammengesetzt aus Goethes spätem, harschen Urteil in »Dichtung und Wahrheit« und Büchners Erzählung »Lenz« - da ist der Dichter vom Wahnsinn bedroht und fällt am Ende in dumpfes Dahinleben.
Herbert Kraft zeichnet mit Material aus vielen, oft entlegenen Quellen ein differenziertes Bild, schafft Panoramen von den Stationen im Leben und Schreiben des Dichters Lenz. So werden Orte lebendig: das evangelisch-lutherisch geprägte Livland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit seiner unbeschränkten Leibeigenschaft; das Königsberg Kants, des Lehrers von Lenz; das Straßburg der Kunst und der Kasernen; das Weimar Goethes; die Einsamkeit im prächtigen St. Petersburg; das Moskau seiner elf letzten Jahre, wo er noch manches schrieb, was bisher kaum beachtet wurde.
Die Biographie eröffnet viele neue Einsichten in das Leben und Schreiben dieses rätselhaften Dichters. So erklärt Kraft etwa, warum Lenz Weimar verlassen musste und dass es, anders als immer angenommen, nicht Goethe war, der die Ausweisung betrieb.
Verlagsinfo:
Über Leben, Werk und Zeit eines Schriftstellers, der immer von Geheimnissen umgeben war: Jakob Michael Reinhold Lenz.
Wer war der Sturm-und-Drang-Dichter J. M. R. Lenz? Das heutige Bild ist zusammengesetzt aus Goethes spätem, harschen Urteil in »Dichtung und Wahrheit« und Büchners Erzählung »Lenz« - da ist der Dichter vom Wahnsinn bedroht und fällt am Ende in dumpfes Dahinleben.
Herbert Kraft zeichnet mit Material aus vielen, oft entlegenen Quellen ein differenziertes Bild, schafft Panoramen von den Stationen im Leben und Schreiben des Dichters Lenz. So werden Orte lebendig: das evangelisch-lutherisch geprägte Livland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit seiner unbeschränkten Leibeigenschaft; das Königsberg Kants, des Lehrers von Lenz; das Straßburg der Kunst und der Kasernen; das Weimar Goethes; die Einsamkeit im prächtigen St. Petersburg; das Moskau seiner elf letzten Jahre, wo er noch manches schrieb, was bisher kaum beachtet wurde.
Die Biographie eröffnet viele neue Einsichten in das Leben und Schreiben dieses rätselhaften Dichters. So erklärt Kraft etwa, warum Lenz Weimar verlassen musste und dass es, anders als immer angenommen, nicht Goethe war, der die Ausweisung betrieb.
Dienstag, 17. Februar 2015
Andrus Kivirähk: Der Schiet und das Frühjahr
Urkomische Geschichten zum Lesen und Lachen vom vielfach
ausgezeichneten estnischen Erfolgsautoren Andrus Kivirähk. Mit
Illustrationen von Meike Teichmann, ab 4 Jahre. Willegoos Verlag, Potsdam 2015. ISBN: 978-3-944445-08-3. 82 Seiten, 14,95 Euro.
Verlagsinfo:
Urkomisch erzählt der estnische Erfolgsautor Andrus Kivirähk von ganz alltäglichen Dingen und Wesen, die plötzlich beginnen, ein recht abenteuerliches Eigenleben zu führen. So verliebt sich ein romantischer Hundehaufen (der Schiet!) in eine Löwenzahndame, Papas lange vergessene Socken legen unter dem Bett ein Ei, Fliege und Marienkäfer entgehen nur knapp einem wild gewordenen Kaugummi, und ein gelangweilter Löffel wird zum Piraten, der eine Suppe überfällt – den Sturm im Teller möchte man erlebt haben …
Eine schöne Sammlung von vierzehn durchgehend bebilderten hinreißend schnurrigen Geschichten mit überraschendem Ausgang zum Lachen und Schmunzeln.
Wunderbar passend illustriert mit schrägen Figuren und Szenen von Meike Teichmann, pfiffig übersetzt von Cornelius Hasselblatt.
Hörprobe
Verlagsinfo:
Urkomisch erzählt der estnische Erfolgsautor Andrus Kivirähk von ganz alltäglichen Dingen und Wesen, die plötzlich beginnen, ein recht abenteuerliches Eigenleben zu führen. So verliebt sich ein romantischer Hundehaufen (der Schiet!) in eine Löwenzahndame, Papas lange vergessene Socken legen unter dem Bett ein Ei, Fliege und Marienkäfer entgehen nur knapp einem wild gewordenen Kaugummi, und ein gelangweilter Löffel wird zum Piraten, der eine Suppe überfällt – den Sturm im Teller möchte man erlebt haben …
Eine schöne Sammlung von vierzehn durchgehend bebilderten hinreißend schnurrigen Geschichten mit überraschendem Ausgang zum Lachen und Schmunzeln.
Wunderbar passend illustriert mit schrägen Figuren und Szenen von Meike Teichmann, pfiffig übersetzt von Cornelius Hasselblatt.
Hörprobe
Montag, 16. Februar 2015
Alfred Bischoff (Hg.): Reval / Tallinn
Auswahlbibliographie zur Geschichte, Politik und Kultur seit 1918. Verlag Osteuropa Zentrum Berlin (OEZ Berlin) 2014, ISBN 978-3-942437-04-2. 602 Seiten, 69,90 €.
Sonntag, 25. Januar 2015
Jānis Krastiņš: Architekturführer Riga
Verlagsinfo:Das bauliche Bild der lettischen Hauptstadt Riga ist bestimmt von einer Fülle an unterschiedlichsten Architekturstilen. 1201 von einem Bremer Bischof gegründet, haben wechselnde Fremdherrschaften die Stadt über Jahrhunderte geprägt. Aus dem Zusammenfließen vieler Kulturen auf engem Raum ist so eine vielschichtige, einzigartige städtische Struktur entstanden: Neben der von der Hansezeit geprägten Altstadt, die seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, finden sich hier die weltweit größte Ansammlung an Jugendstilgebäuden, traditionell geprägte Holzarchitektur, majestätische Bauten des Funktionalismus und die Sowjetmoderne in unmittelbarer Nachbarschaft. Seit Erlangung der Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1991 knüpft die Stadt wieder an ihre reiche Architekturtradition an.
Jānis Krastiņš, ausgewiesener Experte für die Architektur seiner Heimatstadt, stellt rund 800 Bauten aus allen Epochen der Rigaer Baugeschichte vor. Damit bietet der Architekturführer Riga eine profunde Übersicht über die Architektur und die städtebauliche Entwicklung der lettischen Hauptstadt – ein Must-have für alle diejenigen, die sich für die vielfältige Baukunst und Kulturgeschichte Europas interessieren.
Freitag, 23. Januar 2015
Anastasia Khoroshilova / Annabel von Gemmingen: Die Übrigen
Lettland zwischen gestern und heute. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2015. Hrsg. Anne Maier, Vorwort von Anne Maier, Text von Annabel von Gemmingen, Gestaltung von Hermann Hülsenberg.
Text Deutsch, Englisch, Lettisch, Russisch (Übersetzungen Deutsch-Russisch Sergej Romashko, Deutsch-Englisch Brian Currid, Deutsch-Lettisch Sergej Moreino, Russisch-Deutsch Dagmar Kassek, Russisch-Englisch John C.Q. Roberts). Fotos: Anastasia Khoroshilova. 176 Seiten, 41 Abb., ISBN 978-3-7757-3934-4, 30 Euro.Verlagsinfo:
Lettland ist nicht nur ein atemberaubend schönes Land, sondern auch reich an individuellen und kollektiven Erinnerungen – guten wie schlechten. Letten, Deutsche, Russen und Juden haben hier zwischen den Gestaden der Ostsee und weiten Wäldern ihre Spuren hinterlassen. Anastasia Khoroshilova (*1978 in Moskau) und Annabel von Gemmingen (*1979 in Düsseldorf) setzen sich, 25 Jahre nach dem Mauerfall und dem darauffolgenden Zerfall der Sowjetunion, damit auseinander, wie unterschiedlich Erinnerungen aussehen. In Fotografien und Texten betrachten die Künstlerinnen Geschichte von zwei unterschiedlichen Polen aus und justieren den Blick dabei in verschiedene Richtungen immer wieder neu, sodass eine objektivierende Lesart der Geschehnisse entsteht. Unvermittelt und eher en passant entwickelte sich ein fotoessayistisches Projekt, das persönliche Erzählungen mit gesellschaftlichen Narrationen verbindet.
Samstag, 20. Dezember 2014
Reny Klas-Glass: Ein Stück Leben
184 Seiten, Mecklenburger Buchverlag 2014, ISBN 978-3-944265-33-9, 14,90 €.
Verlagsinfo:
Estland 1941. Die 29-jährige Reny ist glücklich. Zusammen mit ihrem Mann Leopold und ihrer kleinen Tochter Gaby lebt sie seit einigen Jahren in Estland und führt ein idyllisches Familienleben. Doch so vollkommen Ihr Glück auch scheint, das Leben in der Stadt Tallinn ist schon sehr bald von politischen Unruhen gezeichnet. Reny und Lolo, wie sie ihren Ehegatten liebevoll nennt, fahren an diesem schönen Junimorgen gut gelaunt zur Arbeit, als sie plötzlich schockiert mit ansehen müssen, wie Soldaten der Sowjetarmee in den Straßen skrupellos Menschen in die Lastwagen vor den Häusern drängen. Nur wenig später stehen auch sie vor Zivilbeamten und werden in einen dieser Transportwagen geführt. Eine letzte Umarmung. Ein letzter Blick in die geliebten Augen. Und die Frage, ob sie jemals zurückkehren werden...
Dieses Buch ist die Autobiografie von Reny Klas-Glass. Eindrucksvoll erzählt sie in ihrer Geschichte, wie sie einen Teil ihrer insgesamt 14-jährigen Verbannung im fernen Sibirien erlebte und überlebte, getrennt von ihrer Familie und unter brutalsten Bedingungen. Sie verstarb 2006 und doch bleiben ihre Erinnerungen, die sie mit anderen Menschen teilen möchte.
Verlagsinfo:
Estland 1941. Die 29-jährige Reny ist glücklich. Zusammen mit ihrem Mann Leopold und ihrer kleinen Tochter Gaby lebt sie seit einigen Jahren in Estland und führt ein idyllisches Familienleben. Doch so vollkommen Ihr Glück auch scheint, das Leben in der Stadt Tallinn ist schon sehr bald von politischen Unruhen gezeichnet. Reny und Lolo, wie sie ihren Ehegatten liebevoll nennt, fahren an diesem schönen Junimorgen gut gelaunt zur Arbeit, als sie plötzlich schockiert mit ansehen müssen, wie Soldaten der Sowjetarmee in den Straßen skrupellos Menschen in die Lastwagen vor den Häusern drängen. Nur wenig später stehen auch sie vor Zivilbeamten und werden in einen dieser Transportwagen geführt. Eine letzte Umarmung. Ein letzter Blick in die geliebten Augen. Und die Frage, ob sie jemals zurückkehren werden...
Dieses Buch ist die Autobiografie von Reny Klas-Glass. Eindrucksvoll erzählt sie in ihrer Geschichte, wie sie einen Teil ihrer insgesamt 14-jährigen Verbannung im fernen Sibirien erlebte und überlebte, getrennt von ihrer Familie und unter brutalsten Bedingungen. Sie verstarb 2006 und doch bleiben ihre Erinnerungen, die sie mit anderen Menschen teilen möchte.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Julija Boguna: Lettland als übersetzte Nation
Reihe Ost-West-Express, Kultur und Übersetzung, Bd. 22. Frank&Timme-Verlag Berlin 2014. 410 Seiten, ISBN 978-3-7329-0103-6, 49,80 Euro.Verlagsinfo:
Das kulturnationale Modell des 'nation building' erfuhr im 19. Jahrhundert eine große Verbreitung in Nordosteuropa. Einen wichtigen Baustein bildete die Suche nach 'nationalen' Ur-Texten, die als Zeugnisse für die Existenz der 'Nation' dienten. In Lettland (damals Livland) stieß dieses Auf(er)finden von Texten auf besondere Bedingungen: Die Ur-Texte erklangen nicht auf Lettisch, sondern auf Deutsch, in der Sprache der deutschbaltischen Oberschicht. Der 'nationale' Text also eine Übersetzung? Welcher Transformationen bedarf es, um zu einem (lettischen) 'nationalen' Text zu werden? Dieser Frage wird mit Hilfe von kultursemiotischen und translationswissenschaftlichen Ansätzen am Beispiel der Übersetzungsgeschichte von Garlieb Merkels abolitionistischer Schrift 'Die Letten' (1796) nachgegangen. Die Autorin schlägt vor, Übersetzungsgeschichte als Teil der Rezeptions- und Literaturgeschichte zu lesen.
Zu den Herausgebern:
Julija Boguna studierte Übersetzen und Dolmetschen am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim, 2013 folgte die Promotion im Fach Interkulturelle Germanistik. Seit 2005 ist sie als freiberufliche Dolmetscherin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mainz (FTSK, Arbeitsbereiche: Interkulturelle Germanistik, Russisch) tätig.
Samstag, 8. November 2014
Dr. Claudio Cantele: Im Visier der Heuschrecken
Ein Wirtschaftsthriller. Styria Krimi, Wien 2014. 192 Seiten, ISBN 978-3-222-13444-9, 12,99 Euro.
Verlagsinfo:
Alles beginnt mit einer Verwechslung: In einer Wiener Tiefgarage wird aus Versehen ein Rechtsanwalt überfallen und ihm sein Aktenkoffer entwendet … Im Koffer befinden sich hoch brisante Unterlagen: der detaillierte Plan einer skrupellosen US-Investorengruppe, die einen Finanzangriff auf Lettland plant, um sich an den zu erwartenden Kursschwankungen bereichern zu können. Zunächst läuft für die Investoren alles nach Plan, doch bald ändert sich das Bild. Flavio Contarini, ein ehemaliger Banker, versucht mit Hilfe eines italienischen Journalisten und eines schwedischen Finanzfachmanns das Land zu retten. Ein packender Wirtschaftsthriller zwischen Wien und Padua, der Insel Mainau, Litauen und Lettland.
Claudio Cantele, Dr., geboren 1953 in Budapest, Studium der Volkswirtschaft in Wien, danach bei Banken und Versicherungen tätig, seit 2008 selbstständig als Gerichtssachverständiger für Wertpapiere und Vermögensverwaltung tätig. Bei Styriabooks erschienen ist die Wirtschaftskrimi-Trilogie „Das stille“ Geld“, „Das schnelle Geld“, „Das dunkle Geld“ rund um die Hauptfigur Flavio Contarini (2012–2013).
Verlagsinfo:
Alles beginnt mit einer Verwechslung: In einer Wiener Tiefgarage wird aus Versehen ein Rechtsanwalt überfallen und ihm sein Aktenkoffer entwendet … Im Koffer befinden sich hoch brisante Unterlagen: der detaillierte Plan einer skrupellosen US-Investorengruppe, die einen Finanzangriff auf Lettland plant, um sich an den zu erwartenden Kursschwankungen bereichern zu können. Zunächst läuft für die Investoren alles nach Plan, doch bald ändert sich das Bild. Flavio Contarini, ein ehemaliger Banker, versucht mit Hilfe eines italienischen Journalisten und eines schwedischen Finanzfachmanns das Land zu retten. Ein packender Wirtschaftsthriller zwischen Wien und Padua, der Insel Mainau, Litauen und Lettland.
Claudio Cantele, Dr., geboren 1953 in Budapest, Studium der Volkswirtschaft in Wien, danach bei Banken und Versicherungen tätig, seit 2008 selbstständig als Gerichtssachverständiger für Wertpapiere und Vermögensverwaltung tätig. Bei Styriabooks erschienen ist die Wirtschaftskrimi-Trilogie „Das stille“ Geld“, „Das schnelle Geld“, „Das dunkle Geld“ rund um die Hauptfigur Flavio Contarini (2012–2013).
Mittwoch, 5. November 2014
Der Herbst kommt jedes Mal zu früh ...
Jüngere Literatur aus Finnland, Estland und Ungarn. Heft 255 der Zeitschrift "Die Horen", Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik. Zusammengestellt von Maximilian Murmann. Wallstein Verlag, Göttingen 2014. 200 Seiten, ISBN: 978-3-8353-1455-9, € 14,00 (D) | € 14,40 (A) | SFr 20,00.
Verlagsinfo:
Zum Buchmesseschwerpunkt »Finnland«: Eine literarische Entdeckungsreise durch Europa. Von Lappland in die Puszta, über Helsinki und Tallinn nach Budapest.
Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse kann im internationalen Vergleich mit dem besten Bildungssystem und der niedrigsten Korruptionsrate aufwarten, aber auch mit dem höchsten Kaffeekonsum und den meisten Heavy-Metal-Bands (pro Kopf). Finnland eilt der Ruf des Sonderbaren voraus, was nicht zuletzt an der Landessprache mit ihren 15 Fällen liegt. Finnisch gehört wie das Estnische und Ungarische zu den finnougrischen Sprachen, die auf den ersten Blick recht wenig mit den großen Sprachen Europas verbindet. Die außergewöhnliche Stellung ihrer Nationalsprachen hat Finnland, Estland und Ungarn nachhaltig geprägt, doch kann man von einer finnougrischen Kultur kaum sprechen. Gemeinsame Erfahrungen gibt es dennoch reichlich. Nachwuchsautoren aus Finnland, Estland und Ungarn gewähren einen Einblick in drei europäische Literaturen im Spannungsfeld zwischen West und Ost, Gestern und Heute.
Mit Holz- und Acrylschnitten von Ari Pelkonen.
Beiträge aus Estland:
Cornelius Hasselblatt - Die Siebziger
Jürgen Rooste - Generationen
Merlin Piirve - Die traurige Geschichte von Marie
Urmas Vadi - Wie wir einer nach dem anderen gehen
Heili Sibrits, Jan Kaus & Urmas Vadi - Zwischen hier und jetzt
Maarja Kangro - Affen und Solidarität
Mehis Heinsaar - Die Rast
Jan Kaus - Der Knall
Mihkel Kaevats - Erinnern der Träume | Kirschen aus Ungarn
Verlagsinfo:
Zum Buchmesseschwerpunkt »Finnland«: Eine literarische Entdeckungsreise durch Europa. Von Lappland in die Puszta, über Helsinki und Tallinn nach Budapest.
Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse kann im internationalen Vergleich mit dem besten Bildungssystem und der niedrigsten Korruptionsrate aufwarten, aber auch mit dem höchsten Kaffeekonsum und den meisten Heavy-Metal-Bands (pro Kopf). Finnland eilt der Ruf des Sonderbaren voraus, was nicht zuletzt an der Landessprache mit ihren 15 Fällen liegt. Finnisch gehört wie das Estnische und Ungarische zu den finnougrischen Sprachen, die auf den ersten Blick recht wenig mit den großen Sprachen Europas verbindet. Die außergewöhnliche Stellung ihrer Nationalsprachen hat Finnland, Estland und Ungarn nachhaltig geprägt, doch kann man von einer finnougrischen Kultur kaum sprechen. Gemeinsame Erfahrungen gibt es dennoch reichlich. Nachwuchsautoren aus Finnland, Estland und Ungarn gewähren einen Einblick in drei europäische Literaturen im Spannungsfeld zwischen West und Ost, Gestern und Heute.
Mit Holz- und Acrylschnitten von Ari Pelkonen.
Beiträge aus Estland:
Cornelius Hasselblatt - Die Siebziger
Jürgen Rooste - Generationen
Merlin Piirve - Die traurige Geschichte von Marie
Urmas Vadi - Wie wir einer nach dem anderen gehen
Heili Sibrits, Jan Kaus & Urmas Vadi - Zwischen hier und jetzt
Maarja Kangro - Affen und Solidarität
Mehis Heinsaar - Die Rast
Jan Kaus - Der Knall
Mihkel Kaevats - Erinnern der Träume | Kirschen aus Ungarn
Montag, 3. November 2014
Jelena Katischonok: Das Haus in der Palissadnaja
Roman. Braumüller Verlag, Wien 2014. Aus dem Russischen von Claudia Zecher. 492 Seiten, 24,90 Euro (35,50 CHF). ISBN: 978-3-99200-124-8.
Verlagsinfo:
Das Haus Nr. 21 in der Palissadnaja-Straße sieht, lauscht, fühlt und lebt mit seinen Bewohnern. Es kennt all deren Geschichten, Gewohnheiten und Geheimnisse und muss schließlich zusehen, wie sich jene historischen und politischen Ereignisse, die ein Land und eine Stadt im 20. Jahrhundert prägten, auf seine Mieter auswirken.
Ein junger Textilkaufmann erwirbt Ende der 1920er-Jahre ein Mietshaus in Riga, in das nach und nach Personen unterschiedlicher Volksgruppen einziehen. Ein jüdischer Arzt, ein Notar, ein Antiquitätenhändler, ein verarmter russischer Fürst, ein Offizier und eine ehemalige lettische Schönheitskönigin. Ihre Geschichten stehen exemplarisch für Tausende Schicksale und stellvertretend für die Ereignisse während jener Zeit, die von den Umbrüchen und wechselnden Besatzungsmächten der Zwischenkriegszeit über den Zweiten Weltkrieg bis zum Zerfall der Sowjetunion reichen.
Obwohl jeder Bewohner seine eigene Geschichte und Stimme hat, sind sie alle durch das Haus miteinander verbunden. Es kennt seine Bewohner, altert mit ihnen, erinnert sich an sie, auch wenn sie deportiert, erschossen werden oder bis zur Unkenntlichkeit verändert zurückkehren.
Jelena Katischonok nimmt den Leser in ihrem Roman Das Haus in der Palissadnaja mit auf einen Streifzug durch Lettlands Geschichte und beschreibt dabei ihre Protagonisten so liebevoll, dass man mit ihnen fühlt, lebt und sich in ihren Geschichten verliert.
Verlagsinfo:
Das Haus Nr. 21 in der Palissadnaja-Straße sieht, lauscht, fühlt und lebt mit seinen Bewohnern. Es kennt all deren Geschichten, Gewohnheiten und Geheimnisse und muss schließlich zusehen, wie sich jene historischen und politischen Ereignisse, die ein Land und eine Stadt im 20. Jahrhundert prägten, auf seine Mieter auswirken.
Ein junger Textilkaufmann erwirbt Ende der 1920er-Jahre ein Mietshaus in Riga, in das nach und nach Personen unterschiedlicher Volksgruppen einziehen. Ein jüdischer Arzt, ein Notar, ein Antiquitätenhändler, ein verarmter russischer Fürst, ein Offizier und eine ehemalige lettische Schönheitskönigin. Ihre Geschichten stehen exemplarisch für Tausende Schicksale und stellvertretend für die Ereignisse während jener Zeit, die von den Umbrüchen und wechselnden Besatzungsmächten der Zwischenkriegszeit über den Zweiten Weltkrieg bis zum Zerfall der Sowjetunion reichen.
Obwohl jeder Bewohner seine eigene Geschichte und Stimme hat, sind sie alle durch das Haus miteinander verbunden. Es kennt seine Bewohner, altert mit ihnen, erinnert sich an sie, auch wenn sie deportiert, erschossen werden oder bis zur Unkenntlichkeit verändert zurückkehren.
Jelena Katischonok nimmt den Leser in ihrem Roman Das Haus in der Palissadnaja mit auf einen Streifzug durch Lettlands Geschichte und beschreibt dabei ihre Protagonisten so liebevoll, dass man mit ihnen fühlt, lebt und sich in ihren Geschichten verliert.
Donnerstag, 30. Oktober 2014
Ruta Sepetys: Und in mir der unbesiegbare Sommer
aus dem Englischen von Henning Ahrens. Carlsen Verlag, Hamburg 2011. 304 Seiten, ISBN 978-3-551-58254-6, 16,90 € (A: 17,40 € / CH: 24,50 sFr).
Verlagsinfo:
Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie Zehntausende andere Balten - nach Sibirien deportiert wird. Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein?
Ruta Sepetys, geboren und aufgewachsen in den USA, hat selbst Vorfahren aus Litauen, einem Land, das wie Estland und Lettland 1940 für fünfzig Jahre von den Landkarten verschwand. Mit ihrem Buch will die Autorin all jenen Hunderttausenden Balten eine Stimme geben, die während der Schreckensherrschaft Stalins ums Leben kamen. Ruta Sepetys lebt mit ihrer Familie in Tennessee, USA. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ihr erstes Buch.
Verlagsinfo:
Litauen, Sommer 1941: Die fünfzehnjährige Lina trägt noch ihr Nachthemd, als man sie, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder Jonas abholt. Sie weiß noch nicht, dass die sowjetische Geheimpolizei auch ihren Vater an der Universität verhaftet hat. Und auch nicht, dass sie - wie Zehntausende andere Balten - nach Sibirien deportiert wird. Von einem Tag auf den anderen ist Lina konfrontiert mit unvorstellbarem menschlichem Leid, mit Hunger, Krankheiten und furchtbarer Gewalt. Doch Lina fängt an zu zeichnen, in den Staub, auf jedes kleinste Stück Papier, das sie finden kann. Und sie verliebt sich in Andrius. Lina kämpft um ihr Leben und um das ihrer Familie. Doch wird sie stark genug sein?
Ruta Sepetys, geboren und aufgewachsen in den USA, hat selbst Vorfahren aus Litauen, einem Land, das wie Estland und Lettland 1940 für fünfzig Jahre von den Landkarten verschwand. Mit ihrem Buch will die Autorin all jenen Hunderttausenden Balten eine Stimme geben, die während der Schreckensherrschaft Stalins ums Leben kamen. Ruta Sepetys lebt mit ihrer Familie in Tennessee, USA. "Und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ihr erstes Buch.
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Imbi Paju: Estland! Wo bist Du?
Verdrängte Erinnerungen. 392 Seiten, Verlag Inspiration UN Limited, Berlin 2014. Übersetzung: Irja Grönholm. ISBN 978-3-9451270-1-8, 18,90 €.
Verlagsinfo:
Ohne Bitterkeit oder Anklage beschreibt die estnische Filmemacherin und Autorin Imbi Paju das Schicksal ihrer Mutter, die im Alter von 18 Jahre in ein sowjetisches Lager deportiert wurde.
Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, mit der die Geschichte ihrer Familie verwoben ist, zeichnet Imbi Paju zugleich ein eindrucksvolles, "impressionistisches" Bild der neuesten Geschichte Estlands und Ostmitteleuropas.
Die Politik Russlands unter Wladimir Putin hat diesem Buch drängende Aktualität gegeben. In Schweden und Finnland jahrelang ein Bestseller, erscheint dieses Buch nun auch auf Deutsch.
Mit Vorworten des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves und von Edward Lucas.
Verlagsinfo:
Ohne Bitterkeit oder Anklage beschreibt die estnische Filmemacherin und Autorin Imbi Paju das Schicksal ihrer Mutter, die im Alter von 18 Jahre in ein sowjetisches Lager deportiert wurde.
Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, mit der die Geschichte ihrer Familie verwoben ist, zeichnet Imbi Paju zugleich ein eindrucksvolles, "impressionistisches" Bild der neuesten Geschichte Estlands und Ostmitteleuropas.
Die Politik Russlands unter Wladimir Putin hat diesem Buch drängende Aktualität gegeben. In Schweden und Finnland jahrelang ein Bestseller, erscheint dieses Buch nun auch auf Deutsch.
Mit Vorworten des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves und von Edward Lucas.
Mittwoch, 17. September 2014
Magdalena Solska: Die Systemkrise des Kommunismus und die Entwicklung der Parteiensysteme in Estland, Lettland und Litauen 1988-2011
Nationale Identität, Cleavage-Politik und Parteienwettbewerb in Nordosteuropa. Reihe Osteuropa, Band 7. LIT Verlag, Berlin 2013. 328 Seiten, ISBN 978-3-643-12288-9. 44,90 Euro.
Verlagsinfo:
Die unterschiedliche Entwicklung der Parteiensysteme in Estland, Lettland und Litauen geht auf das Fortwirken der gesellschaftlichen Konfliktlinie (Cleavage) zwischen dem kommunistischen System und den neuen anti-kommunistischen Kräften zurück, die während der Systemkrise des Kommunismus (1988 - 1991) manifest wurde. Im ethnisch vergleichsweise homogenen Litauen ist dieses Cleavage ideologisch geprägt, während es in Estland und Lettland ethnischen Charakter besitzt. Die entlang dieses Konfliktes entstandene Konstellation der politischen Parteien wurde "eingefroren" und bestimmt bis heute das jeweilige Parteiensystem in den baltischen Staaten. Die Cleavage-Theorie und die Freezing-These erfahren somit eine Neufassung.
Magdalena Solska promovierte 2013 im Fach Politikwissenschaft an der Universität Regensburg.
Verlagsinfo:
Die unterschiedliche Entwicklung der Parteiensysteme in Estland, Lettland und Litauen geht auf das Fortwirken der gesellschaftlichen Konfliktlinie (Cleavage) zwischen dem kommunistischen System und den neuen anti-kommunistischen Kräften zurück, die während der Systemkrise des Kommunismus (1988 - 1991) manifest wurde. Im ethnisch vergleichsweise homogenen Litauen ist dieses Cleavage ideologisch geprägt, während es in Estland und Lettland ethnischen Charakter besitzt. Die entlang dieses Konfliktes entstandene Konstellation der politischen Parteien wurde "eingefroren" und bestimmt bis heute das jeweilige Parteiensystem in den baltischen Staaten. Die Cleavage-Theorie und die Freezing-These erfahren somit eine Neufassung.
Magdalena Solska promovierte 2013 im Fach Politikwissenschaft an der Universität Regensburg.
Freitag, 1. August 2014
Franz Preissler: Bestimmungsfaktoren auswärtiger Minderheitenpolitik
Russland und die Frage der Russischsprachigen im Baltikum, 1991-2004 (unter besonderer Berücksichtigung Lettlands). Band 20 der Reihe "Studien zu Konflikt und Kooperation im Osten", Lit Verlag, Münster 2014, 472 Seiten, ISBN 978-3-643-12380-0, 49.90 EUR.Verlagsinfo:
Instrumentalisiert Russland die russischsprachigen Minderheiten in den Nachbarstaaten primär zur Durchsetzung hegemonialer Interessen?
Am Beispiel der baltischen Staaten Lettland und Estland zeigt der Autor, dass Russland die Minderheitenfrage durchaus instrumentalisiert hat - Mitte der neunziger Jahre (und 2008 in Georgien) zur Verteidigung des sicherheitspolitischen Status quo. Noch häufiger instrumentalisierte Russland die Minderheitenfrage im Baltikum aber für politische Interessen, insbesondere die Abwehr westlichen Drucks in Menschenrechts- und Demokratiefragen. Russland setzte sich für die Minderheiten auch ein.
Insgesamt trägt die Studie zu einem besseren Verständnis der Außenpolitik Russlands seit 1991 bei. Die Erkenntnisse sind von Bedeutung für die zukünftige europäische Sicherheitspolitik. Das im Buch entwickelte Modell auswärtiger Minderheitenpolitik kann für die Analyse anderer Fälle fruchtbar gemacht werden.
Dr. Franz Preissler promovierte 2012 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist seitdem unter anderem als Lehrbeauftragter tätig.
Dienstag, 1. Juli 2014
Stephanie Zloch, Izabela Lewandowska (Hg.) Das ›Pruzzenland‹ als geteilte Erinnerungsregion
Konstruktion und Repräsentation eines europäischen Geschichtsraums in Deutschland, Polen, Litauen und Russland seit 1900. Schriftenreihe Studien des Georg-Eckert-Instituts zur internationalen Bildungsmedienforschung - Band 135. Verlag V&R unipress, 1. Auflage 2014, 400 Seiten mit 30 Abbildungen, ISBN 978-3-8471-0266-3. 54,99 € (als e-book 44,99 €).
Verlagsinfo:
Das »Pruzzenland« ist eine Region im nordöstlichen Europa, die von vielfältigen kulturellen und multiethnischen Traditionen, aber auch historisch von konkurrierenden nationalen Ansprüchen zwischen Deutschland, Polen, Litauen und Russland gekennzeichnet war. Die wohl weitreichendste Zäsur stellten die Verschiebung der nationalstaatlichen Grenzen und der nahezu vollständige Austausch der Bevölkerung im Gefolge des Zweiten Weltkriegs dar. In jüngster Zeit dient der Umgang mit der Vergangenheit als wichtige Ressource für die Suche nach regionaler Identität in Polen, Litauen und Russland. Für das Medium Schulbuch ist die vorliegende Studie in einem internationalen Vergleich über das 20. Jahrhundert hinweg bis zur Gegenwart erstmals Narrativen und Repräsentationen der Region nachgegangen, systematisch gebündelt in der Analyse von mental maps und sieben zentralen Topoi: die Pruzzen, Grunwald/Tannenberg/Žalgiris, Migration, Konfessionen, Persönlichkeiten, Wirtschaft und Gesellschaft und Landschaft.
Dr. Stephanie Zloch ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig.
Dr. Izabela Lewandowska ist Historikerin und Geschichtsdidaktikerin und lehrt am Institut für Geschichte und internationale Beziehungen der Ermländisch-Masurischen Universität in Olsztyn.
Verlagsinfo:
Das »Pruzzenland« ist eine Region im nordöstlichen Europa, die von vielfältigen kulturellen und multiethnischen Traditionen, aber auch historisch von konkurrierenden nationalen Ansprüchen zwischen Deutschland, Polen, Litauen und Russland gekennzeichnet war. Die wohl weitreichendste Zäsur stellten die Verschiebung der nationalstaatlichen Grenzen und der nahezu vollständige Austausch der Bevölkerung im Gefolge des Zweiten Weltkriegs dar. In jüngster Zeit dient der Umgang mit der Vergangenheit als wichtige Ressource für die Suche nach regionaler Identität in Polen, Litauen und Russland. Für das Medium Schulbuch ist die vorliegende Studie in einem internationalen Vergleich über das 20. Jahrhundert hinweg bis zur Gegenwart erstmals Narrativen und Repräsentationen der Region nachgegangen, systematisch gebündelt in der Analyse von mental maps und sieben zentralen Topoi: die Pruzzen, Grunwald/Tannenberg/Žalgiris, Migration, Konfessionen, Persönlichkeiten, Wirtschaft und Gesellschaft und Landschaft.
Dr. Stephanie Zloch ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig.
Dr. Izabela Lewandowska ist Historikerin und Geschichtsdidaktikerin und lehrt am Institut für Geschichte und internationale Beziehungen der Ermländisch-Masurischen Universität in Olsztyn.
Freitag, 20. Juni 2014
Eberhard Demm / Christina Nikolajew (Hrsg.): Auf Wache für die Nation
Erinnerungen. Der Weltkriegsagent Juozas Gabrys berichtet (1911-1918). Unter Mitwirkung von Nathalie Chamba. Verlag Peter Lang, 2013. 399 Seiten, ISBN 978-3-631-64451-5 br. (Softcover), ISBN 978-3-653-03148-5 (eBook). 57,95 Euro.
Verlagsinfo:
In seinen Erinnerungen enthüllt ein ethnischer Unternehmer, wie er sich ab 1911 mit seiner «Nationalitätenunion» für die Befreiung der unterdrückten Nationalitäten Europas einsetzte, im Ersten Weltkrieg als Agent des Auswärtigen Amtes für die Befreiung Litauens von der russischen Herrschaft agitierte und wie er schließlich zwischen den deutschen Annexionswünschen und den großpolnischen Plänen der Alliierten jonglieren musste: massive Propagandakampagnen, schwierige protodiplomatische Verhandlungen, Spionage, Intrigen, trickreiche Geldbeschaffung und Pressebestechung gehörten zu seinem Repertoire. Besonders informativ sind die auf Grund seines Tagebuchs wortgetreu überlieferten Gespräche mit deutschen, alliierten und litauischen Politikern, Diplomaten, Offizieren, Emissären und Agenten, wie sie in den Ministerialakten zumeist nur resümiert werden. Eine unverzichtbare Quellenlektüre für jeden, der die Sprengkraft des «Selbstbestimmungsrechts der Völker» und die Stoßwirkung der Nationalitätenbewegungen im Weltkrieg, aber auch Strategie und Taktik der deutschen imperialistischen Ostpolitik verstehen will. Der direkt aus den Originalkopien im Litauischen Kulturinstitut Lampertheim übersetzte Text enthält eine ausführliche sachliche und biographische Kommentierung.
Eberhard Demm, o. Professor i.R. der Universität Lyon III; Publikationen über Alfred Weber, Erster Weltkrieg, Wilhelminische Zeit.
Christina Nikolajew, Dr. phil., Privatgelehrte; Übersetzerin und Mitherausgeberin der Annaberger Annalen; Publikationen über Religion und Kirche in Litauen.
Verlagsinfo:
In seinen Erinnerungen enthüllt ein ethnischer Unternehmer, wie er sich ab 1911 mit seiner «Nationalitätenunion» für die Befreiung der unterdrückten Nationalitäten Europas einsetzte, im Ersten Weltkrieg als Agent des Auswärtigen Amtes für die Befreiung Litauens von der russischen Herrschaft agitierte und wie er schließlich zwischen den deutschen Annexionswünschen und den großpolnischen Plänen der Alliierten jonglieren musste: massive Propagandakampagnen, schwierige protodiplomatische Verhandlungen, Spionage, Intrigen, trickreiche Geldbeschaffung und Pressebestechung gehörten zu seinem Repertoire. Besonders informativ sind die auf Grund seines Tagebuchs wortgetreu überlieferten Gespräche mit deutschen, alliierten und litauischen Politikern, Diplomaten, Offizieren, Emissären und Agenten, wie sie in den Ministerialakten zumeist nur resümiert werden. Eine unverzichtbare Quellenlektüre für jeden, der die Sprengkraft des «Selbstbestimmungsrechts der Völker» und die Stoßwirkung der Nationalitätenbewegungen im Weltkrieg, aber auch Strategie und Taktik der deutschen imperialistischen Ostpolitik verstehen will. Der direkt aus den Originalkopien im Litauischen Kulturinstitut Lampertheim übersetzte Text enthält eine ausführliche sachliche und biographische Kommentierung.
Eberhard Demm, o. Professor i.R. der Universität Lyon III; Publikationen über Alfred Weber, Erster Weltkrieg, Wilhelminische Zeit.
Christina Nikolajew, Dr. phil., Privatgelehrte; Übersetzerin und Mitherausgeberin der Annaberger Annalen; Publikationen über Religion und Kirche in Litauen.
Donnerstag, 19. Juni 2014
Indrek Hargla: Apotheker Melchior und das Rätsel der Olaikirche
Ein Hansekrimi aus dem alten Reval Aus dem Estnischen übersetzt von Uta Kührt. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2014, Taschenbuch 390 Seiten. ISBN: 978-3-86393-056-1. EUR 14,80.
Verlagsinfo:
Tallinn (früher Reval) im Jahre 1409: Auf dem Domberg wird ein hochrangiger Ordensritter, der von Visby unterwegs nach Marienburg ist, auf grausame Weise ermordet. Alles deutet darauf hin, dass der Mörder vom Domberg in die Stadt geflohen ist. Denn weitere Morde versetzen die Stadt in Aufregung. Stadtapotheker Melchior Wakenstede sucht gemeinsam mit dem Gerichtsvogt Wentzel Dorn nach der Lösung der Mordserie. Auf seiner Suche nach dem Mörder stößt er auf die unterschiedlichsten Menschen und deren mögliche Motive: auf festlichen Gelagen in der Gilde der Schwarzhäupter, in prächtigen Kaufmannshäusern, im Kloster der Dominikanermönche und in zweifelhaften Kneipen außerhalb der Stadtmauern. Einen zentralen Platz im Geschehen nimmt die gotische St. Olaikirche mit ihren alten, mystischen Legenden ein – damals einer der höchsten Türme der Welt.
Kaum scheint der Apotheker der Lösung ein Stückchen näher zu sein, als der Mörder erneut zuschlägt und neue Rätsel aufgibt. War es jedes Mal Mord – oder etwa Selbstmord? Unkonventionelle Mittel wie z.B. ein Schachspiel und unvollständige Gedichtstrophen helfen dem Apotheker zum Ziel zu kommen, er fügt die Bruchstücke des Rätsels zusammen und stellt so den tatsächlichen Täter bloß. Der Mörder scheint gefasst und der Fall abgeschlossen – doch am Ende des Romans wartet eine weitere Überraschung...
Indrek Hargla ist einer der beliebtesten Science-Fiction- und Fantasy-Autoren Estlands. Mit dem vorliegenden Roman hat er sich erstmals dem reinen Krimi-Genre zugewandt und damit seinen bisher größten Erfolg verzeichnet. Inspiration für den Roman fand er in der Geschichte des mittelalterlichen Tallinn und in alten Legenden, die sich um die Stadt ranken. In der Reihe über den Apotheker Melchior sollen in Estland insgesamt mindestens fünf Bände erscheinen. In den bisherigen vier Bänden, die jeweils im Abstand von einigen Jahren spielen, spürt der scharfsinnige Apotheker gefährlichen Mördern nach, die aus verschiedensten Motiven heraus die Sicherheit seiner Heimatstadt bedrohen, sei es aus über Generationen hinweg gehegtem Hass, oder aus bloßer Habgier.
Verlagsinfo:
Tallinn (früher Reval) im Jahre 1409: Auf dem Domberg wird ein hochrangiger Ordensritter, der von Visby unterwegs nach Marienburg ist, auf grausame Weise ermordet. Alles deutet darauf hin, dass der Mörder vom Domberg in die Stadt geflohen ist. Denn weitere Morde versetzen die Stadt in Aufregung. Stadtapotheker Melchior Wakenstede sucht gemeinsam mit dem Gerichtsvogt Wentzel Dorn nach der Lösung der Mordserie. Auf seiner Suche nach dem Mörder stößt er auf die unterschiedlichsten Menschen und deren mögliche Motive: auf festlichen Gelagen in der Gilde der Schwarzhäupter, in prächtigen Kaufmannshäusern, im Kloster der Dominikanermönche und in zweifelhaften Kneipen außerhalb der Stadtmauern. Einen zentralen Platz im Geschehen nimmt die gotische St. Olaikirche mit ihren alten, mystischen Legenden ein – damals einer der höchsten Türme der Welt.
Kaum scheint der Apotheker der Lösung ein Stückchen näher zu sein, als der Mörder erneut zuschlägt und neue Rätsel aufgibt. War es jedes Mal Mord – oder etwa Selbstmord? Unkonventionelle Mittel wie z.B. ein Schachspiel und unvollständige Gedichtstrophen helfen dem Apotheker zum Ziel zu kommen, er fügt die Bruchstücke des Rätsels zusammen und stellt so den tatsächlichen Täter bloß. Der Mörder scheint gefasst und der Fall abgeschlossen – doch am Ende des Romans wartet eine weitere Überraschung...
Indrek Hargla ist einer der beliebtesten Science-Fiction- und Fantasy-Autoren Estlands. Mit dem vorliegenden Roman hat er sich erstmals dem reinen Krimi-Genre zugewandt und damit seinen bisher größten Erfolg verzeichnet. Inspiration für den Roman fand er in der Geschichte des mittelalterlichen Tallinn und in alten Legenden, die sich um die Stadt ranken. In der Reihe über den Apotheker Melchior sollen in Estland insgesamt mindestens fünf Bände erscheinen. In den bisherigen vier Bänden, die jeweils im Abstand von einigen Jahren spielen, spürt der scharfsinnige Apotheker gefährlichen Mördern nach, die aus verschiedensten Motiven heraus die Sicherheit seiner Heimatstadt bedrohen, sei es aus über Generationen hinweg gehegtem Hass, oder aus bloßer Habgier.
Montag, 19. Mai 2014
E.A.Hermann: Litauisches Grün
& Der Schlittschuhläufer. Roman. 304 Seiten, United P.C. Verlag / Novum Publishing, Neckenmarkt Österreich 2014. ISBN: 978-3-7103-1328-8, 20,90 Euro.
Verlagsinfo:
Arabische, russische und israelische Geheimdienste be-stimmen kurzfristig das Geschehen in Litauens Hauptstadt Vilnius. Die handelnden Personen veranschaulichen temporeich das Gute wie das Böse, die Auswirkungen sind für alle dramatisch, letztlich auch für Harry und die hübsche Dolmetscherin Regina, die beide unfreiwillig in diese Machenschaften geraten. Im Ganzen verinnerlicht, ein durchaus geeigneter Stoff für ein Filmwerk à la Gorky Park.
Verlagsinfo:
Arabische, russische und israelische Geheimdienste be-stimmen kurzfristig das Geschehen in Litauens Hauptstadt Vilnius. Die handelnden Personen veranschaulichen temporeich das Gute wie das Böse, die Auswirkungen sind für alle dramatisch, letztlich auch für Harry und die hübsche Dolmetscherin Regina, die beide unfreiwillig in diese Machenschaften geraten. Im Ganzen verinnerlicht, ein durchaus geeigneter Stoff für ein Filmwerk à la Gorky Park.
Donnerstag, 15. Mai 2014
Dalia Grinkevičiūtė: Aber der Himmel - grandios
Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2014. 206 Seiten, aus dem Litauischen von Vytene Muschick. ISBN 978-3-88221-387-4. 19,90 € / 27,90 CHF.
Verlagsinfo:
Nach der Annektion Litauens 1941 wird Dalia Grinkevičiūtė zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von den Sowjets nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai Gebiet und in der Arktis. 21-jährig gelingt Grinkevičiūtė die Flucht. Zurück in Litauen schreibt sie ihre Erinnerungen an die Verbannung in großer Eile auf lose Blätter und vergräbt sie aus Angst vor der Entdeckung durch den KGB in einem Einweckglas im Garten. Kurz darauf wird sie vom KGB verhaftet und erneut deportiert. Nach ihrer Entlassung bleiben die Erinnerungen verschollen, erst nach Dalia Grinkevičiūtės Tod werden die Aufzeichnungen wie durch ein Wunder 1991 gefunden. Die lose Blattsammlung ist zu einem der wichtigsten Dokumente der litauischen Geschichte geworden und zeigt mit ungeheurer Sprachgewalt das Schicksal eines 14-jährigen Mädchens in der Verbannung auf.
Dalia Grinkevičiūtė, wurde 1927 in Kaunas, der provisorischen Hauptstadt Litauens, als Tochter eines hohen Beamten der Nationalbank geboren. 1941 wurde sie mit Mutter und Bruder aus Litauen an die Lenamündung verbannt. 1949 flieht sie mit der Mutter aus der Verbannung und verbringt 1949–1950 illegal in Kaunas, bevor sie erneut nach Sibirien deportiert werden. 1954 erfolgt die Entlassung. Nach einem Medizinstudium war sie ab 1960 als Ärztin tätig. 1977 wird ihr Antrag auf Emigration nach Frankreich abgelehnt. 1987 stirbt Dalia Grinkevičiūtė in Kaunas.
Verlagsinfo:
Nach der Annektion Litauens 1941 wird Dalia Grinkevičiūtė zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von den Sowjets nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai Gebiet und in der Arktis. 21-jährig gelingt Grinkevičiūtė die Flucht. Zurück in Litauen schreibt sie ihre Erinnerungen an die Verbannung in großer Eile auf lose Blätter und vergräbt sie aus Angst vor der Entdeckung durch den KGB in einem Einweckglas im Garten. Kurz darauf wird sie vom KGB verhaftet und erneut deportiert. Nach ihrer Entlassung bleiben die Erinnerungen verschollen, erst nach Dalia Grinkevičiūtės Tod werden die Aufzeichnungen wie durch ein Wunder 1991 gefunden. Die lose Blattsammlung ist zu einem der wichtigsten Dokumente der litauischen Geschichte geworden und zeigt mit ungeheurer Sprachgewalt das Schicksal eines 14-jährigen Mädchens in der Verbannung auf.
Dalia Grinkevičiūtė, wurde 1927 in Kaunas, der provisorischen Hauptstadt Litauens, als Tochter eines hohen Beamten der Nationalbank geboren. 1941 wurde sie mit Mutter und Bruder aus Litauen an die Lenamündung verbannt. 1949 flieht sie mit der Mutter aus der Verbannung und verbringt 1949–1950 illegal in Kaunas, bevor sie erneut nach Sibirien deportiert werden. 1954 erfolgt die Entlassung. Nach einem Medizinstudium war sie ab 1960 als Ärztin tätig. 1977 wird ihr Antrag auf Emigration nach Frankreich abgelehnt. 1987 stirbt Dalia Grinkevičiūtė in Kaunas.
Mittwoch, 2. April 2014
Grigori Kanowitsch: Ewiger Sabbat
Aus dem Russischen von Waltraud Ahrndt. Band 351 der Reihe "Die andere Bibliothek", Berlin 2014. 606 Seiten, ISBN 9783847703518, 38,00 EUR (Preis im Abo: 35.50 EUR).
Verlagsinfo:
»Ich bin kein jüdischer Schriftsteller, weil ich russisch schreibe, kein russischer Schriftsteller weil ich über Juden schreibe, und kein litauischer Schriftsteller, weil ich nicht litauisch schreibe.«
Grigori Kanowitsch (Grigorijus Kanovicius) ist ein Autor zwischen den Sprachen: In Litauen geboren, ist das Jiddische seine Schtetl-Muttersprache. Das Russische eignete er sich als Dreizehnjähriger an, dem Genozid entkommen nach Kasachstan. In seinem literarischen Werk, übersetzt in zwölf Sprachen, vergegenwärtigt er immer wieder das litauische jüdische Leben. Es ist sein Lebensthema.
Es nährt das Kolorit seiner Prosa, ihren Klang und Ihre Gestimmtheit zwischen bitterer Ausweglosigkeit und unerschöpflichem Lebensglauben, zwischen skurrilem Witz und heiterer Melancholie: »Jetzt habe ich begriffen. Der Tod ist ein Feiertag. Das Ende der Arbeit. Der Tod ist ein ewiger Sabbat.«
Swetschi na wetru/Kerzen im Wind (1979) hieß Grigori Kanowitschs erster Roman, der nun unter dem Titel Ewiger Sabbat wiederzuentdecken ist. Anfang der 30er-Jahre – in einem kleinen Dorf bei Vilnius lebt Daniel zunächst bei Großvater, dem Uhrmacher, und Großmutter, der Vater sitzt wegen politischer Umtriebe im Gefängnis. In einen Vogel möchte sich dieser träumende Junge verwandeln: Dann flöge er über Synagogendiener Chaim hinweg, über Fleischermeister Hillels Laden, die Frisierstube von Aaron Damski, den ersten Lehrherrn, sähe den Hochzeitsmusikanten Leiser und Doktor Gutman, und alle die Bewohner dieses Fleckens aus der Ferne. Vor allem bräuchte er nicht länger auf dem jüdischen Friedhof mit all den Krähen und beim einbeinigen Totengräber Josef zu wohnen – er sähe die Welt. Daniel wird sie bald im Ghetto kennenlernen.
Webseite des Autors
Verlagsinfo:
»Ich bin kein jüdischer Schriftsteller, weil ich russisch schreibe, kein russischer Schriftsteller weil ich über Juden schreibe, und kein litauischer Schriftsteller, weil ich nicht litauisch schreibe.«
Grigori Kanowitsch (Grigorijus Kanovicius) ist ein Autor zwischen den Sprachen: In Litauen geboren, ist das Jiddische seine Schtetl-Muttersprache. Das Russische eignete er sich als Dreizehnjähriger an, dem Genozid entkommen nach Kasachstan. In seinem literarischen Werk, übersetzt in zwölf Sprachen, vergegenwärtigt er immer wieder das litauische jüdische Leben. Es ist sein Lebensthema.
Es nährt das Kolorit seiner Prosa, ihren Klang und Ihre Gestimmtheit zwischen bitterer Ausweglosigkeit und unerschöpflichem Lebensglauben, zwischen skurrilem Witz und heiterer Melancholie: »Jetzt habe ich begriffen. Der Tod ist ein Feiertag. Das Ende der Arbeit. Der Tod ist ein ewiger Sabbat.«
Swetschi na wetru/Kerzen im Wind (1979) hieß Grigori Kanowitschs erster Roman, der nun unter dem Titel Ewiger Sabbat wiederzuentdecken ist. Anfang der 30er-Jahre – in einem kleinen Dorf bei Vilnius lebt Daniel zunächst bei Großvater, dem Uhrmacher, und Großmutter, der Vater sitzt wegen politischer Umtriebe im Gefängnis. In einen Vogel möchte sich dieser träumende Junge verwandeln: Dann flöge er über Synagogendiener Chaim hinweg, über Fleischermeister Hillels Laden, die Frisierstube von Aaron Damski, den ersten Lehrherrn, sähe den Hochzeitsmusikanten Leiser und Doktor Gutman, und alle die Bewohner dieses Fleckens aus der Ferne. Vor allem bräuchte er nicht länger auf dem jüdischen Friedhof mit all den Krähen und beim einbeinigen Totengräber Josef zu wohnen – er sähe die Welt. Daniel wird sie bald im Ghetto kennenlernen.
Webseite des Autors
Freitag, 21. März 2014
Elīna Garanča: Wirklich wichtig sind die Schuhe
ECOWIN-Verlag, Salzburg 2013, 212 Seiten. ISBN 978-3-7110-0045-3. EUR 21,90 (A/D), CHF 31,50.
Verlagsinfo:Zwischen den Welten
Das kleine blonde Mädchen auf dem lettischen Bauernhof der Großeltern, das Zuckerrüben erntet. Die energische junge Frau, die Partys feiert und mit Sicherheit weiß: Sie will nach ganz oben. Die aufstrebende Sängerin, die sich mühsam von Oktave zu Oktave kämpft. Die liebevolle Mutter, die mit Tochter und Nanny im Kleinbus für die nächste Opernperiode aufbricht. Und die strahlende Mezzosopranistin, die an den großen Konzerthäusern dieser Welt umjubelt wird. All das ist Elīna Garanča.
In ihrem ersten Buch erzählt die Star-Mezzosopranistin über ihr Leben zwischen den Welten: zwischen Ost und West, Wurzeln und Flügeln, Kind und Karriere, Begabung und Selbstdisziplin, Kunst und Leben.
Elīna Garanča wurde 1976 in Riga als Kind einer musikalischen Familie geboren. 1996 ging sie an die Lettische Musikakademie in ihrer Heimatstadt. Während ihres Studiums hatte sie zwei Jahre später ein entscheidendes Erlebnis: Nach nur zehn Tagen Vorbereitungszeit sang sie die Rolle der Giovanna Seymour in "Anna Bolena" und entdeckte ihre tiefe Affinität zum Belcanto-Repertoire. Nach dem Examen wurde sie in Deutschland am Staatstheater Meiningen engagiert, wo sie unter anderem Octavian im "Rosenkavalier" sang. Heute gehört Elīna Garanča dank ihrer wundervollen Stimme, Musikalität und überzeugenden Bühnenpräsenz zu den großen Stars der Musikwelt und tritt in den großen internationalen Opernhäusern und Konzertsälen auf. 2006 erhielt sie den Europäischen Kulturpreis für Musik. 2009 wurde sie mit einem Echo-Preis als Sängerin des Jahres ausgezeichnet. 2013 wurde Elīna Garanča in Wien zur Kammersängerin ernannt.
Verlagsinfo:Zwischen den Welten
Das kleine blonde Mädchen auf dem lettischen Bauernhof der Großeltern, das Zuckerrüben erntet. Die energische junge Frau, die Partys feiert und mit Sicherheit weiß: Sie will nach ganz oben. Die aufstrebende Sängerin, die sich mühsam von Oktave zu Oktave kämpft. Die liebevolle Mutter, die mit Tochter und Nanny im Kleinbus für die nächste Opernperiode aufbricht. Und die strahlende Mezzosopranistin, die an den großen Konzerthäusern dieser Welt umjubelt wird. All das ist Elīna Garanča.
In ihrem ersten Buch erzählt die Star-Mezzosopranistin über ihr Leben zwischen den Welten: zwischen Ost und West, Wurzeln und Flügeln, Kind und Karriere, Begabung und Selbstdisziplin, Kunst und Leben.
Elīna Garanča wurde 1976 in Riga als Kind einer musikalischen Familie geboren. 1996 ging sie an die Lettische Musikakademie in ihrer Heimatstadt. Während ihres Studiums hatte sie zwei Jahre später ein entscheidendes Erlebnis: Nach nur zehn Tagen Vorbereitungszeit sang sie die Rolle der Giovanna Seymour in "Anna Bolena" und entdeckte ihre tiefe Affinität zum Belcanto-Repertoire. Nach dem Examen wurde sie in Deutschland am Staatstheater Meiningen engagiert, wo sie unter anderem Octavian im "Rosenkavalier" sang. Heute gehört Elīna Garanča dank ihrer wundervollen Stimme, Musikalität und überzeugenden Bühnenpräsenz zu den großen Stars der Musikwelt und tritt in den großen internationalen Opernhäusern und Konzertsälen auf. 2006 erhielt sie den Europäischen Kulturpreis für Musik. 2009 wurde sie mit einem Echo-Preis als Sängerin des Jahres ausgezeichnet. 2013 wurde Elīna Garanča in Wien zur Kammersängerin ernannt.
Donnerstag, 20. März 2014
Viktoras Pivonas: Esel im dritten Frühlingsmond
Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2013. 220 Seiten, ISBN: 978-3-88221-031-6. Preis: 19,90 € / 26,90 CHF
Verlagsinfo:
In diesem geistreichen Salon-Roman gerät der Ich-Erzähler in ein verwirrendes Netz aus erotischen Abenteuern, deren Fäden in einer Person zusammenlaufen, über deren Existenz der Leser nur über Dritte erfährt: der berühmte Therapeut Trockeneisz, der das Leben seines Patienten Bob Puder literarisch ausschlachtet und damit zu einigem Ruhm gelangt. In einer eleganten und rhythmischen Sprache verführt Viktoras Pivonas den Leser in eine Welt zügelloser Neurosen. Der hinterhältige Witz und die pointierten Dialoge, durch die die (Un-)möglichkeiten der Verführung anschaulich werden, hätten auch Oscar Wilde zum Lachen gebracht. Am Ende der Abenteuer und Turbulenzen stellt sich die Frage nach wahrer und falscher Autorschaft, die Frage, wer von wem klaut, wer wen betrügt und wer wessen Identitäten annimmt.
Info zum Autor
Verlagsinfo:
In diesem geistreichen Salon-Roman gerät der Ich-Erzähler in ein verwirrendes Netz aus erotischen Abenteuern, deren Fäden in einer Person zusammenlaufen, über deren Existenz der Leser nur über Dritte erfährt: der berühmte Therapeut Trockeneisz, der das Leben seines Patienten Bob Puder literarisch ausschlachtet und damit zu einigem Ruhm gelangt. In einer eleganten und rhythmischen Sprache verführt Viktoras Pivonas den Leser in eine Welt zügelloser Neurosen. Der hinterhältige Witz und die pointierten Dialoge, durch die die (Un-)möglichkeiten der Verführung anschaulich werden, hätten auch Oscar Wilde zum Lachen gebracht. Am Ende der Abenteuer und Turbulenzen stellt sich die Frage nach wahrer und falscher Autorschaft, die Frage, wer von wem klaut, wer wen betrügt und wer wessen Identitäten annimmt.
Info zum Autor
Samstag, 8. Februar 2014
Kairi Look: Ville macht sich auf die Socken
Band 5 in der Reihe «Baltische Bibliothek» im BaltArt-Verlag, Langenthal (Schweiz), Dezember 2013. Estnischer Originaltitel «Leemuripoeg Ville teeb sääred». Übersetzt aus dem Estnischen von Irja Grönholm, Illustriert von Elina Sildre. Lektorat / Korrektorat: Arnd Mathias Schuppius. ISBN: 978-3-9523109-6-0, 25 Euro / 32 SFR (plus Porto).
Sonntag, 26. Januar 2014
Alfons Dür: Unerhörter Mut
Verlagsinfo:
Zu Ostern 1942 befreit der 22-jährige Deutsche Heinrich Heinen unter lebensgefährlichen Bedingungen seine jüdische Braut Edith Meyer aus dem Ghetto von Riga. Gemeinsam flüchten sie Richtung Schweiz, wo sie hoffen, eine Zukunft für ihre Liebe zu finden. In Feldkirch an der Grenze zur Schweiz scheitert ihre Flucht. Heinen wird wegen Rassenschande verurteilt, versucht aber im Gefängnis ein zweites Mal, seine Braut zu retten und mit ihr in die Schweiz zu fliehen. Gemeinsam mit anderen Häftlingen durchforstet er Zelle für Zelle nach seiner Braut – vergeblich, denn sie befindet sich bereits auf dem Weg Richtung Auschwitz. Und auch Heinen und seine Mithäftlinge werden die rettende Schweiz nicht mehr erreichen.
Lebendig und packend erzählt Alfons Dür anhand von Originaldokumenten und Bildzeugnissen die berührende und erschütternde Geschichte eines Liebespaares auf der Flucht vor dem Rassenwahn.
Sonntag, 15. Dezember 2013
Monika Gonser: Betriebliche Arbeitsbeziehungen in Estland, Lettland und Litauen
Rahmenbedingungen und Praxis. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8487-0545-0, 262 Seiten, 49,- €.
Verlagsinfo:
Verlagsinfo:
Das bislang nicht vergleichend und strukturiert erfasste
Gebiet betrieblicher Arbeitsbeziehungen in Estland, Lettland und
Litauen wird für Leser aus Wissenschaft und Praxis anhand einer neu
entwickelten Typologie anschlussfähig analysiert. Nach einer fundierten
Analyse wesentlicher Rahmendaten wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
überbetriebliche Vertretungsstrukturen, gesetzlicher Vorgaben und
historischer Pfadabhängigkeiten widmet sich der Band der Auswertung von
leitfadengestützten Interviews mit Arbeitgeber- und
Arbeitnehmervertretern in 25 Unternehmen aus den Branchen Energie und
Gas, Personennahverkehr und Einzelhandel, die 2009 und 2010 von der
Autorin durchgeführt wurden. Die so entwickelte Typologie von vier
Vertretungstypen bietet einen ersten Ansatz, um Besonderheiten,
Potentiale und Entwicklungstrends der kollektiven Vertretung von
Arbeitnehmerinteressen in den baltischen Ländern schlüssig zu erläutern.
Das Werk ist Teil der Reihe
Schriften zur europäischen Arbeits- und Sozialpolitik, Band 11.
Samstag, 14. Dezember 2013
Andreas Fülberth: Riga
Kleine Geschichte der Stadt. Böhlau Verlag, Wien / Köln / Weimar 2014, 308 Seiten, ISDN 978-3-412-22165-2, € 22.90 [D], € 23.60 [A].
Verlagsinfo:
Die lettische Hauptstadt Riga feierte 2001 ihren 800. Geburtstag. 2014 ist Riga Kulturhauptstadt Europas. Kaum eine andere Ostseemetropole blickt auf eine ähnlich wechselvolle Geschichte zurück und zeigt derart deutlich ein von mindestens vier verschiedenen Bevölkerungsgruppen – Letten, Deutschen, Russen und auch Juden – geprägtes Gesicht.
Das Buch verfolgt, wie Riga zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelszentrum aufstieg, wie es im 16. Jahrhundert an Polen-Litauen, im 17. Jahrhundert an Schweden und im frühen 18. Jahrhundert an das Zarenreich fiel und wie es nach 1850 schließlich zu einer pulsierenden Großstadt heranwuchs. Die unverkennbaren Narben, die das 20. Jahrhundert im Stadtbild hinterließ, waren für die UNESCO 1997 kein Hindernis, das Stadtzentrum mit seinem faszinierenden Nebeneinander von Backsteingotik, Jugendstil-Pracht und einzigartiger Holzarchitektur als Weltkulturerbe anzuerkennen.
Andreas Fülberths kleine Stadtgeschichte der größten Stadt im Baltikum ist eine fundierte Informationsquelle und zugleich ein lesenswerter Reisebegleiter.
Verlagsinfo:
Die lettische Hauptstadt Riga feierte 2001 ihren 800. Geburtstag. 2014 ist Riga Kulturhauptstadt Europas. Kaum eine andere Ostseemetropole blickt auf eine ähnlich wechselvolle Geschichte zurück und zeigt derart deutlich ein von mindestens vier verschiedenen Bevölkerungsgruppen – Letten, Deutschen, Russen und auch Juden – geprägtes Gesicht.
Das Buch verfolgt, wie Riga zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelszentrum aufstieg, wie es im 16. Jahrhundert an Polen-Litauen, im 17. Jahrhundert an Schweden und im frühen 18. Jahrhundert an das Zarenreich fiel und wie es nach 1850 schließlich zu einer pulsierenden Großstadt heranwuchs. Die unverkennbaren Narben, die das 20. Jahrhundert im Stadtbild hinterließ, waren für die UNESCO 1997 kein Hindernis, das Stadtzentrum mit seinem faszinierenden Nebeneinander von Backsteingotik, Jugendstil-Pracht und einzigartiger Holzarchitektur als Weltkulturerbe anzuerkennen.
Andreas Fülberths kleine Stadtgeschichte der größten Stadt im Baltikum ist eine fundierte Informationsquelle und zugleich ein lesenswerter Reisebegleiter.
Montag, 2. Dezember 2013
Tilman Plath: Zwischen Schonung und Menschenjagden
Die Arbeitseinsatzpolitik in den baltischen Generalbezirken des Reichskommissariats Ostland 1941–1944. Klartext Verlag, Essen 2012. ISBN: 978-3-8375-0796-6, 504 Seiten, 34,95 €.
Verlagsinfo:
Es gab sie auch im Baltikum – regelrechte Menschenjagden als Rekrutierungsmethode zur Gewinnung von Arbeitskräften für die deutschen Kriegsanstrengungen. Vor Ort mussten nicht nur jüdische Zwangsarbeiter unter mörderischen Bedingungen in KZs und anderen Haftstätten Zwangsarbeit leisten. Und doch nehmen sich die Gesamtzahlen von Zwangsarbeitern aus dem Baltikum deutlich geringer aus als in anderen Gebieten der besetzten Sowjetunion.
Wie erklären sich diese höchst unterschiedlichen Opferschicksale in der Region? Der Autor geht auf Grundlage bisher nicht bekannter und umfassender Dokumente aus osteuropäischen Archiven dem komplexen Phänomen der Arbeitseinsatzpolitik im Baltikum zwischen 1941 und 1944 nach. Analytisch durchleuchtet er dabei die höchst komplexen Besatzungsstrukturen und die nicht selten widerstreitenden Zielvorstellungen verschiedener Akteure, woraus mitunter die einheimischen Verwaltungskräfte ihren Nutzen zum Nachteil der slawischen Bevölkerungsteile ziehen konnten.
Erstmalig dokumentiert diese Studie die Leiden und das Schicksal zahlreicher Zwangsarbeitergruppen im Baltikum und leitet diese aus den kausalen Zusammenhängen der spezifischen Besatzungssituation im Baltikum ab. Das Buch eröffnet somit sowohl der Zwangsarbeitsforschung als auch der Forschung über die Besatzungsgebiete in Osteuropa neue Horizonte.
Zum Autor: Tilman Plath, Dr. phil., geb. 1978, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte des Historischen Instituts der Universität Greifswald. Er studierte Osteuropäische Geschichte und Philosophie in Kiel und Riga und war verfasste seine Promotion am Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte in Schleswig. Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Besatzungspolitik im Baltikum, lettische Geschichte im 19./20. Jahrhundert, sowie russländische Handelspolitik im 18. Jahrhundert.
Autor der Monographie: Zwischen Schonung und Menschenjagden. Die Arbeitseinsatzpolitik in den baltischen Generalbezirken des Reichskommissariats Ostland 1941–1944, Essen 2012.
Verlagsinfo:
Es gab sie auch im Baltikum – regelrechte Menschenjagden als Rekrutierungsmethode zur Gewinnung von Arbeitskräften für die deutschen Kriegsanstrengungen. Vor Ort mussten nicht nur jüdische Zwangsarbeiter unter mörderischen Bedingungen in KZs und anderen Haftstätten Zwangsarbeit leisten. Und doch nehmen sich die Gesamtzahlen von Zwangsarbeitern aus dem Baltikum deutlich geringer aus als in anderen Gebieten der besetzten Sowjetunion.
Wie erklären sich diese höchst unterschiedlichen Opferschicksale in der Region? Der Autor geht auf Grundlage bisher nicht bekannter und umfassender Dokumente aus osteuropäischen Archiven dem komplexen Phänomen der Arbeitseinsatzpolitik im Baltikum zwischen 1941 und 1944 nach. Analytisch durchleuchtet er dabei die höchst komplexen Besatzungsstrukturen und die nicht selten widerstreitenden Zielvorstellungen verschiedener Akteure, woraus mitunter die einheimischen Verwaltungskräfte ihren Nutzen zum Nachteil der slawischen Bevölkerungsteile ziehen konnten.
Erstmalig dokumentiert diese Studie die Leiden und das Schicksal zahlreicher Zwangsarbeitergruppen im Baltikum und leitet diese aus den kausalen Zusammenhängen der spezifischen Besatzungssituation im Baltikum ab. Das Buch eröffnet somit sowohl der Zwangsarbeitsforschung als auch der Forschung über die Besatzungsgebiete in Osteuropa neue Horizonte.
Zum Autor: Tilman Plath, Dr. phil., geb. 1978, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte des Historischen Instituts der Universität Greifswald. Er studierte Osteuropäische Geschichte und Philosophie in Kiel und Riga und war verfasste seine Promotion am Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte in Schleswig. Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Besatzungspolitik im Baltikum, lettische Geschichte im 19./20. Jahrhundert, sowie russländische Handelspolitik im 18. Jahrhundert.
Autor der Monographie: Zwischen Schonung und Menschenjagden. Die Arbeitseinsatzpolitik in den baltischen Generalbezirken des Reichskommissariats Ostland 1941–1944, Essen 2012.
Freitag, 1. November 2013
Michael H. Kohrs: Die Litauische Nationale Union
Porträt einer (Staats-)Partei. Die Litauische Nationale Union (LTS) und ihre Bedeutung für das autoritäre Regime der Zwischenkriegszeit in Litauen 1924 bis 1940. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt/ Main 2012. 374 Seiten, ISBN 978-3-631-62376-3, SFR 68.00, 59.95 Euro (D), 61.60 Euro (A).
Verlagsinfo:
Wie in vielen anderen Ländern Europas etablierte sich auch in Litauen nach dem 1. Weltkrieg ein autoritäres Regime. Zur wohl wichtigsten Stütze der Herrschaft des «Volksführers» Antanas Smetona entwickelte sich die Lietuviu Tautininku Sajunga (LTS), die Litauische Nationale Union. In dieser Darstellung wird der Weg der Partei von einer kleinen Splittergruppe zur einzigen noch zugelassenen Partei nachgezeichnet und dabei der zunehmend repressive Charakter des Regimes insgesamt beschrieben. Gleichzeitig bietet das Werk einen Überblick über wichtige außen-, innen- und wirtschaftspolitische Entwicklungen Litauens in der Zwischenkriegszeit und leistet einen Beitrag zur vergleichenden Autoritarismus- bzw. Faschismusforschung.
Inhalt:
Inhalt: Die Entwicklung der litauischen Parteien bis 1924 - Die Litauische Nationale Union als wählerorientierte Honoratiorenpartei - Der Umsturz von 1926 in Litauen - Die Litauische Nationale Union: Von der Massenpartei zur Staatspartei - Die Litauische Nationale Union und der Niedergang des Regimes - Faschismus in Litauen - Außenpolitik Litauens: Der Vilnius-Konflikt und die Memel/Klaipeda-Frage.
Michael H. Kohrs, Studium Geschichte, Germanistik und Russisch an der Universität Bochum; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte; DAAD-Lektor am Lehrstuhl für deutsche Philologie und Methodik an der Pädagogischen Universität Vilnius; staatlich geprüfter Übersetzer für Litauisch; Oberstudienrat mit den Fächern Deutsch und Geschichte.
Verlagsinfo:
Wie in vielen anderen Ländern Europas etablierte sich auch in Litauen nach dem 1. Weltkrieg ein autoritäres Regime. Zur wohl wichtigsten Stütze der Herrschaft des «Volksführers» Antanas Smetona entwickelte sich die Lietuviu Tautininku Sajunga (LTS), die Litauische Nationale Union. In dieser Darstellung wird der Weg der Partei von einer kleinen Splittergruppe zur einzigen noch zugelassenen Partei nachgezeichnet und dabei der zunehmend repressive Charakter des Regimes insgesamt beschrieben. Gleichzeitig bietet das Werk einen Überblick über wichtige außen-, innen- und wirtschaftspolitische Entwicklungen Litauens in der Zwischenkriegszeit und leistet einen Beitrag zur vergleichenden Autoritarismus- bzw. Faschismusforschung.
Inhalt:
Inhalt: Die Entwicklung der litauischen Parteien bis 1924 - Die Litauische Nationale Union als wählerorientierte Honoratiorenpartei - Der Umsturz von 1926 in Litauen - Die Litauische Nationale Union: Von der Massenpartei zur Staatspartei - Die Litauische Nationale Union und der Niedergang des Regimes - Faschismus in Litauen - Außenpolitik Litauens: Der Vilnius-Konflikt und die Memel/Klaipeda-Frage.
Michael H. Kohrs, Studium Geschichte, Germanistik und Russisch an der Universität Bochum; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte; DAAD-Lektor am Lehrstuhl für deutsche Philologie und Methodik an der Pädagogischen Universität Vilnius; staatlich geprüfter Übersetzer für Litauisch; Oberstudienrat mit den Fächern Deutsch und Geschichte.
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Heike Müns: Adliges Privatleben vom Kaiserreich bis zur Revolution 1918
Die Tagebücher und Memoiren des Kammerherrn und Generalintendanten Léon von Radetzky-Mikulicz und seiner Familie (Riga - Berlin - Oldenburg). 404 Seiten, 1. Auflage: 2013, Verlag Isensee, Oldenburg. ISBN: 978-3-89995-957-4, 24,80 Euro.
Verlagsinfo:
In seinen Tagebüchern und Memoiren beschreibt Léon von Radetzky-Mikulicz (1851-1934) seine Jugend in der alten Hansestadt Riga, den Dienst im Berliner Alexander-Regiment, das dem russischen Zaren unterstand, seine Verpflichtungen als Kammerherr der beiden letzten Oldenburger Großherzöge und als Generalintendant des Oldenburger Theaters, seine Dienstreisen ins Ausland im Auftrag des Oldenburger Großherzogs, die ihn u. a. an das englische Königshaus und den russischen Zarenhof führten.
Radetzkys Erinnerungen, aber auch die seiner Ehefrau und der Töchter, lassen eine versunkene privilegierte Welt aufleuchten, in der Radetzky durch seine Herkunft, seine Bildung und seine vielfältigen Sprachkenntnisse zu Ehren kommen konnte. Enge Freundschaft verband seine Familie mit der des letzten Oldenburger Großherzogs Friedrich August. Sie wird auch belegbar aus Briefen und Gedichten des Großherzogs, die hier neben bisher unbekanntem Archivmaterial u. a. zur Theatergeschichte und zum Hofleben erstmals mit abgedruckt werden konnten. Zahlreiche Fotos aus Privatbesitz ergänzen das einmalige Quellenmaterial von hoher kulturgeschichtlicher Relevanz.
Verlagsinfo:
In seinen Tagebüchern und Memoiren beschreibt Léon von Radetzky-Mikulicz (1851-1934) seine Jugend in der alten Hansestadt Riga, den Dienst im Berliner Alexander-Regiment, das dem russischen Zaren unterstand, seine Verpflichtungen als Kammerherr der beiden letzten Oldenburger Großherzöge und als Generalintendant des Oldenburger Theaters, seine Dienstreisen ins Ausland im Auftrag des Oldenburger Großherzogs, die ihn u. a. an das englische Königshaus und den russischen Zarenhof führten.
Radetzkys Erinnerungen, aber auch die seiner Ehefrau und der Töchter, lassen eine versunkene privilegierte Welt aufleuchten, in der Radetzky durch seine Herkunft, seine Bildung und seine vielfältigen Sprachkenntnisse zu Ehren kommen konnte. Enge Freundschaft verband seine Familie mit der des letzten Oldenburger Großherzogs Friedrich August. Sie wird auch belegbar aus Briefen und Gedichten des Großherzogs, die hier neben bisher unbekanntem Archivmaterial u. a. zur Theatergeschichte und zum Hofleben erstmals mit abgedruckt werden konnten. Zahlreiche Fotos aus Privatbesitz ergänzen das einmalige Quellenmaterial von hoher kulturgeschichtlicher Relevanz.
Dienstag, 8. Oktober 2013
Liene Lauska: Pēteris Ērmanis und Jānis Jaunsudrabiņš
Verlagsinfo:
Während des Zweiten Weltkriegs und besonders in den Jahren 1944 und 1945 verließen etwa 10% (ca. 200.000 Personen) der lettischen Bevölkerung Lettland. Infolgedessen gab es im Dritten Reich die höchste Konzentration lettischer Flüchtlinge. Die Gruppe baltischer Flüchtlinge insgesamt unterschied sich von den anderen durch ihren überdurchschnittlich hohen Prozentsatz (ca. 37 %) an Flüchtlingen mit anspruchsvollem Ausbildungshintergrund. Somit hielten sich im Jahr 1946 ca. 174 lettische Schriftsteller und Journalisten in Westdeutschland auf. Mithilfe des Biografismus und des literatursoziologischen Ansatzes wird veranschaulicht, wie die Integrationsbemühungen zwei bedeutender lettischer Exilschriftsteller, Janis Jaunsudrabins und Peteris Ermanis, im Exil verliefen, wobei verschiedene Faktoren, wie Persönlichkeit, Charakter und soziales Umfeld eine Rolle spielten. Trotz unterschiedlicher Lebenswege gelang es den beiden Schriftstellern nicht, heimisch zu werden.
Inhalt: Geschichtliche und soziale Rahmenbedingungen der lettischen Exilgesellschaft in Westdeutschland - Entwicklung, Rezeption und Kritik der lettischen Exilliteratur in Westdeutschland - Exillettisches Verlagswesen und Presse in Westdeutschland - Lebensumstände, Integration und Etablierung von Peteris Ērmanis und Janis Jaunsudrabiņš im Exil und vor dem Exil in Lettland.
Zur Autorin: Liene Lauska, Dr. phil., geboren 1973 in Liepaja (Lettland); Studium der Bibliothekswissenschaft und Information an der Lettischen Universität in Riga (1991-1994); Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Psychologie an der Universität Paderborn (1995-2000); Promotion im Fach Baltistik an der Universität Greifswald (2005-2010); Studium der Psychologie an der FernUniversität Hagen (seit 2009); selbständige Übersetzerin und Dolmetscherin (seit 1996).
Montag, 9. September 2013
Alise Tīfentāle: Im Sog von Riga
Originaltitel: "Rīgas Siltums". Baltische Bibliothek im BaltArt-Verlag (Langenthal / Schweiz), Band 4. Aus dem Lettischen von Markus Roduner. Lektorat: Nina Kusano, Korrektorat: Arnd Mathias Schuppius. Buchumschlag-Illustration: Martynas Vilimavičius, Buchgestaltung: Laura Vilimavičienė. 254 Seiten, ISBN 978-3-9523109-3-9. 22,00 SFr / 17.00 Euro / 11.00 Lats.
Verlagsinfo:
«Im Sog von Riga» ist eine Geschichte über das Treiben der Künstlerbohème der Stadt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Einblicke – oft mit einem schelmischen Lächeln – in das pulsierende Leben der baltischen Metropole. Hippe Leute in einer hippen Stadt. Clubs, Sex und Schönheitsoperationen – dies und noch vieles mehr bringt uns der schnelle Roman der jungen lettischen Autorin näher. Und macht Lust auf Riga von heute, 10 Jahre später...
Verlagsinfo:
«Im Sog von Riga» ist eine Geschichte über das Treiben der Künstlerbohème der Stadt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Einblicke – oft mit einem schelmischen Lächeln – in das pulsierende Leben der baltischen Metropole. Hippe Leute in einer hippen Stadt. Clubs, Sex und Schönheitsoperationen – dies und noch vieles mehr bringt uns der schnelle Roman der jungen lettischen Autorin näher. Und macht Lust auf Riga von heute, 10 Jahre später...
Dienstag, 2. Juli 2013
Cornelius Hasselblatt: Ich liebte eine Estin
Autobiografische Streifzüge. Ihleo Verlag Husum 2012, 520 Seiten, 19,95 €.
Verlagsinfo:
Die Geschichte einer vierzig Jahre andauernden Liebe, eine estländische zeitgenössische Literaturgeschichte zugleich: die Biografie von Cornelius Hasselblatt.
"Wir sprachen zunächst auch viel über Bücher, weil sich so ein Thema in dieser Umgebung aufdrängte und weil einem da immer etwas einfällt, denn: habent sua fata libelli.“
Bücher und ihre Inhalte haben nicht nur ein Schicksal, sie beeinflussen auch ihrerseits Biografien – vor allem die der Literaturbegeisterten. Die Lebensgeschichte Cornelius Hasselblatts, des niederländischen Finnougristen deutscher Herkunft, ist so ein „Literaturschicksal“, eine gelebte Literaturgeschichte, weil seine eigene Biografie aufs Engste mit der zeitgenössischen literarischen Entwicklung insbesondere Estlands zusammenhängt.
Von der Zeit des Kalten Krieges, als die Einreise nach Estland zugleich ein Übertritt in ein anderes gesellschaftliches System, in den „realen Sozialismus“ mit all seinen Eigenheiten und Mangelerscheinungen bedeutete, über die Umwälzungen der Nachwendezeit bis zur unionseuropäischen Gegenwart hat C. Hasselblatt die Geschichte des Landes und seiner Literaten hautnah erlebt, war selbst Teil davon. Seine eigene Biografie ist intensiv mit der literarischen Entwicklungen verwoben, mit der entsprechenden Szene, den Akteuren und Bedingungen literarischer Produktion in dem nordeuropäischen Land – ein tief gehender Einblick in die Wirklichkeit jenseits akademischer Abstraktionen und verlegerischer Klappentexte.
Verlagsinfo:
Die Geschichte einer vierzig Jahre andauernden Liebe, eine estländische zeitgenössische Literaturgeschichte zugleich: die Biografie von Cornelius Hasselblatt.
"Wir sprachen zunächst auch viel über Bücher, weil sich so ein Thema in dieser Umgebung aufdrängte und weil einem da immer etwas einfällt, denn: habent sua fata libelli.“
Bücher und ihre Inhalte haben nicht nur ein Schicksal, sie beeinflussen auch ihrerseits Biografien – vor allem die der Literaturbegeisterten. Die Lebensgeschichte Cornelius Hasselblatts, des niederländischen Finnougristen deutscher Herkunft, ist so ein „Literaturschicksal“, eine gelebte Literaturgeschichte, weil seine eigene Biografie aufs Engste mit der zeitgenössischen literarischen Entwicklung insbesondere Estlands zusammenhängt.
Von der Zeit des Kalten Krieges, als die Einreise nach Estland zugleich ein Übertritt in ein anderes gesellschaftliches System, in den „realen Sozialismus“ mit all seinen Eigenheiten und Mangelerscheinungen bedeutete, über die Umwälzungen der Nachwendezeit bis zur unionseuropäischen Gegenwart hat C. Hasselblatt die Geschichte des Landes und seiner Literaten hautnah erlebt, war selbst Teil davon. Seine eigene Biografie ist intensiv mit der literarischen Entwicklungen verwoben, mit der entsprechenden Szene, den Akteuren und Bedingungen literarischer Produktion in dem nordeuropäischen Land – ein tief gehender Einblick in die Wirklichkeit jenseits akademischer Abstraktionen und verlegerischer Klappentexte.
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