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Samstag, 11. September 2021

Neringa Naujokaite: Art Deco

Eine künstlerische Reflexion über den Umgang mit historischer Bausubstanz. Autorinnen: Dr. Monika Krikštopaitytė, Dr. Giedrė Jankevičiūtė, Hrsg.: Neringa Naujokaite. Kettler Verlag, Dortmund 2021, 336 Seiten. ISBN 978-3-86206-924-8, 48,00 Euro. 

Verlagsinfo:

Die Dia- und Videoinstallation Art Deco der litauischen Künstlerin Neringa Naujokaite visualisiert den Restaurierungsprozess einer Wohnung aus der Zwischenkriegszeit in ihrer Heimatstadt Kaunas. Das Buch dokumentiert die umfangreiche Installation, die in ihrer räumlichen Form nur temporär existierte. Gleichzeitig fasst es das über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren von der Künstlerin gesammelte Bild- und Textmaterial zusammen und gibt den komplexen Prozess der authentischen Rekonstruktion des Interieurs wieder.

Neringa Naujokaite (* 1966) studierte an der staatlichen Kunstakademie Vilnius und an der Kunstakademie Düsseldorf. Anschließend absolvierte sie 2003 den Postgraduiertenstudiengang „Audiovisuelle Medien“ an der Kunsthochschule für Medien Köln. Im Fokus ihrer Arbeiten stehen soziale und urbane Räume. Ihr Projekt Art Deco befasst sich mit der Haltung der heutigen litauischen Gesellschaft gegenüber ihrem architektonischen Erbe, das zunehmend von Verfall und Abriss bedroht ist.

Montag, 2. März 2020

Anja Putensen: Das Gut

(The Manor / Muiža / Mõis). Auf den Spuren baltischer Gutshauskultur. Texte von Anja Putensen, Gestaltung von Kathrin Haas. Kerber Verlag 2020, ISBN 978-3-7356-0597-9,92 Seiten / 57 farbige Abbildungen,Texte in Deutsch, Englisch, Estnisch, Lettisch. 24,00 € (29,47 CHF).

Verlagsinfo:
Die ländlichen Gebiete Estlands und Lettlands sind geprägt durch zahlreiche Gutshäuser. In den vergangenen Jahrzehnten wurden einige renoviert, ein großer Teil verfällt. Anja Putensens Das Gut ist eine subjektive fotografische Recherche, die an jene historischen Orte baltischer Gutshauskultur führt. Wie auch die Erinnerung oft aus teils faktischen, teils fiktiven Blickrichtungen besteht, ist auch ihre Perspektive eine poetisch-magische. Ergänzt wird diese durch zahlreiche historische estnische, lettische und deutschbaltische Kindheitserinnerungen.
Die Fotografin Anja Putensen (*1977) hat sich auf die Spuren dieser Gutshäuser begeben und zeichnet mit »Das Gut« eine sehr persönliche Erinnerungsreise. Ihre Fotografien sind während zahlreicher Sommer-und Winterreisen mit einer analogen Mittelformatkamera auf Rollfilm entstanden.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Edvarts Virza: Straumēni

Aus dem Lettischen von Berthold Forssman. Guggolz Verlag Berlin 2020, 334 Seiten, ISBN 978-3-945370-25-4, € 25 [D] | € 25,80 [A].

Verlagsinfo:

Edvarts Virza (1883–1940) schuf mit dem Prosapoem »Straumēni« eine Hymne auf das bäuerliche lettische Leben. Er beschreibt ein Jahr auf dem zemgalischen Gehöft Straumēni Mitte des 19. Jahrhunderts, verknüpft Kindheitserinnerungen mit Erzählungen seiner Großeltern und folgt dem Takt der Natur. Nicht ein einzelner Bewohner, sondern der Hof selbst wird zur Hauptfigur des berückenden Buches. Jedes Mitglied der Hausgemeinschaft hat seine zugewiesene Aufgabe zu verrichten, und die Erfüllung birgt eine eigene Schönheit und verleiht Lebenssinn. Im Einklang mit den Jahreszeiten wird im Frühjahr gepflügt und gesät, im Sommer bewirtschaftet und herangereift, im Herbst geerntet und geschlachtet, schließlich im Winter eingelagert und sich häuslich eingerichtet – und immer auch Feste wie Mittsommer, Erntedank oder Weihnachten gefeiert. Unausgesprochen ist im harmonischen Idealjahr jedoch auch eine Trauernote enthalten, ein Schmerz darüber, dass dieses Ideal unwiederbringlich verloren ist, ja eigentlich niemals bestanden hat.
Die Sprache, in der Virza das voranschreitende Jahr beschreibt, enthält alles, was auf dem Hof vor sich geht. Da summt und raschelt es, knistert, duftet und klingt es in den Wörtern – ein Sprachstrom, der unaufhaltsam voranstrebt wie der Fluss Lielupe, der sich durch die Wiesen um Straumēni schlängelt. Berthold Forssman stimmt in seiner Übersetzung ein in die Melodie der zemgalischen Landschaft und des ländlichen Lebens. Er schöpft aus dem Reichtum der deutschen Sprache, aus Begriffen und Beschreibungen, die schon vergessen scheinen und eine ganze Welt in die Sinne und vor Augen rufen.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Margarita Li Blue: Mein steiniger Weg


Ein Lettenmädchen erzählt. Teil 1. Roman. NOEL-Verlag, Oberhausen 2018, 244 Seiten, ISBN: 978-3-95493-303-7, 16,90 Euro.

Verlagsinfo:
Dieser Roman basiert auf wahrem Hintergrund und erzählt über das Leben in Lettland, welches sich für Margarita vorwiegend auf dem Lande abspielt. Der Roman ist durchflochten von: Liebe, Freundschaften, Existenz-Kampf, Intrigen und sogar Verrat. Eine Prise politischer und wirtschaftlicher Hintergründe der damaligen Zeit rundet den Roman ab. Eines hatte sich Margarita aber immer zum Ziel gesetzt: Schon von Kindheit an träumte sie von einem Leben, in dem es ihr besser gehen sollte. Wird sie es im Teil 1 des Buches finden? 

Freitag, 28. Oktober 2016

Wolfgang Machreich: EU-Gipfel

28 Höhepunkte Europas, auf die man stehen muss. Das Gipfel-Tourenbuch der Europäischen Union. Verlag Traveldiary.de Reiseliteraturverlag, Hamburg 2016. 200 Seiten, ISBN 9783944365879, 14,80 Euro.

Verlagsinfo:
Dieses Buch ist eine gewanderte, gekletterte Liebeserklärung an Europa und seine Erhebungen und Berge. Es nimmt „EU-Gipfel“ wörtlich, rettet sie vor der Vereinnahmung durch die Politik, holt sie raus aus Brüsseler Konferenzen und beschreibt sie wie sie sind: von sanft und niedrig bis hoch und wild.

Aus dem Inhalt:
Egal, ob er mit seiner Angst vor Bären im slowenischen Karst fertig werden muss, der Olymp sich seiner Besteigung mit einem Hagelschauer erwehren will oder er auf päpstlichen Spuren über die Südflanke des Mont Blanc klettert – Wolfgang Machreich erklimmt in jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union dessen höchsten Punkt. Dabei ist in manchen Ländern die Herausforderung diesen zu finden größer als hinauf zu steigen. Die einem Österreicher angeborenen alpinen Vorkenntnisse sorgen aber von den Azoren bis nach Zypern für den nötigen (Über-)Mut.
Machreich ist in den Bergen aufgewachsen, hat sich als Journalist seine Sporen verdient und ist seit 2010 Pressesprecher der Vizepräsidentin des Europaparlaments Ulrike Lunacek. Mit EU-Gipfeln beschäftigt er sich somit regelmäßig, hat aber auch jene 28 EU-Gipfel bestiegen, auf denen Bergfexe und nicht Politiker das Sagen haben.
Konsequent folgt Wolfgang Machreich seiner selbst gesteckten Aufgabe und berichtet humorvoll und hintergründig von der Vielfalt Europas und den traumhaften Aus- und Einsichten auf den Höhepunkten dieses Kontinents, die erst ein Blick von ganz oben zu zeigen vermag.

Zusatz: Das Buch enthält auch je ein Kapitel über den Suur Munamägi, den Gaisiņkalns und den Aukštojas.

Rezension "Baltische Stunde" --- weitere Buchvorstellungen

Freitag, 13. Mai 2011

Eckhard Dittrich, Ingrid Oswald (Hg.): Jenseits der Städte

Postsozialistische Lebensweisen in ländlichen Regionen Mittel- und Osteuropas
Reihe: Gesellschaftliche Transformationen/Societal Transformations. Bd. 16, Lit-Verlag, Münster 2010. 320 Seiten, 24.90 EUR, ISBN 978-3-643-10308-6.

Verlagsinfo: 
Zur sozialen Transformation der ehemaligen staatssozialistischen Gesellschaften liegen mittlerweile eine Reihe empirischer Studien und theoretischer Konzeptualisierungen vor. Über die Veränderungen in ländlichen Räumen wissen wir allerdings immer noch wenig, weil der wissenschaftliche Blick auf die urbanen Zentren fokussiert ist. In diesem Band werden Dörfer fernab von Ballungsräumen dargestellt, entsprechende Entwicklungsszenarien plausibel gemacht. Die Texte sind Resultat mehrjähriger empirischer Feldstudien von multinationalen Teams in Bulgarien, Estland und Russland, ergänzt um Untersuchungen in Ostdeutschland und in Armenien.

Dienstag, 25. November 2008

Vilnius im Wandel

Untertitel: Wohnsegregation in einer ostmitteleuropäischen Hauptstadt
ISBN 10: 3-86573-184-8
ISBN 13: 978-3-86573-184-5
458 S. 46 EUR. 2006 (Diss.)
Wissenschaftlicher Verlag Berlin 2006

Verlagstext:
Die litauische Hauptstadt hat sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion grundlegend gewandelt. Die Innenstadt wurde saniert, neue Quartiere sind entstanden. Andererseits zerfallen die Großsiedlungen am Stadtrand zusehends. Jolita Lenkeviciute beschreibt, wie sich unter den gegenwärtigen Bedingungen der freien Wohnwahl eine neue Dynamik der sozialräumlichen Segregation entfaltet. Auf der Grundlage umfangreichen empirischen Materials, repräsentativer Umfragen und qualitativer Interviews erfasst sie das Wohnverhalten der Menschen in den Vilniuser Großquartieren in der Phase der Transformation.
Im Wandel offenbart sich zugleich die Kontinuität sozialräumlicher Ungleichheit, die noch aus dem Staatssozialismus stammt. Die in der Sowjetzeit erwachsenen städtischen Segregationsmuster bestehen fort, die Mobilitätsentscheidungen der Bewohner sind weiterhin von ihrer staatsozialistischen Erfahrung bestimmt. Jolita Lenkeviciute verweist auf die historischen Tiefenschichten der Dynamik sozialräumlicher Differenzierung und sie verdeutlicht - Georg Simmels stadtsoziologische Reflexionen aufgreifend - die kulturelle Dimension der Transformation. Denn der Wandel von Vilnius wird erst vor dem Hintergrund von Sozialisationsprägungen, Wahrnehmungsmustern und Handlungsstrategien der Bewohner verständlich.
Buchvorstellung durch INFOBALT in:
Baltische Stunde Nr.110, 20.November 2008 - Radioweser.tv