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Samstag, 1. April 2023

Ina Pukelytė: Die Frolleins von der Freiheitsallee

Roman, aus dem Litauischen von Markus Roduner. 256 Seiten, ISBN 978-3-96311-704-6, Mitteldeutscher Verlag, Halle / Saale 2023. 

Verlagsinfo:
Der Sonnenuntergang am Vorabend des Zweiten Weltkrieges.

Zwei Frauen, zwei Träume, zwei Schicksale
Lebendige Sprache und Dialoge mit jiddischen und polnischen Einsprengseln
Eine Liebeserklärung an die alte Hauptstadt Litauens

»Dieser Roman ist eine Hommage an die Generation meiner Großeltern, die nach zwei Weltkriegen ihre tragischen Geschichten aufgrund seelischer Traumata und politischer Verfolgung nicht richtig an ihre Enkelkinder weitergeben konnten.« Ina Pukelytė

Kaunas, das kleine Paris Litauens, in den 30ern. Die Stadt erlebt ihre Blütezeit. Ebenso wie die beiden jungen Frauen Zosia und Rachel aus der Freiheitsallee. Zosia ist Buchhändlerin und träumt vom großen Familienglück. Rachel ist Schauspielerin mit atemberaubenden Karriere­plänen und darf im Jüdischen Theater von Kaunas auftreten. Keine von ihnen ahnt, wie kurzlebig ihr Glück sein wird und dass ihnen schließlich ihre Herkunft zum Verhängnis wird. Wie schnell wird der dunkle Schatten des Krieges alles in der alten Hauptstadt Litauens verändern, und was müssen die beiden Frauen alles ertragen?
Die Lebensgeschichten von Zosia und Rachel, die einander schließlich begegnen, vermitteln ein eindrückliches Bild des Lebens in Kaunas zwischen 1932 und dem Zweiten Weltkrieg. Ein mitreißender und bewegender, preisgekrönter historischer Roman über zwei unerwartet miteinander verflochtene Frauenschicksale und eine Stadt, die sowohl ein Goldenes Zeitalter als auch den Zusammenbruch aller Hoffnung erlebte.

Montag, 13. September 2021

Antanas Sutkus: pro memoria

Herausgegeben von Thomas Schirmböck. Steidl Verlag, Göttingen, 1. Auflage 2020. 128 Seiten, 86 Abbildungen, Englisch / Litauisch. Übersetzungen: Sandra Bernotaite (Litauisch), Caryl Swift (Englisch), Edita Gudišaukaite (Polnisch-Litauisch). Lektorat Monte Packhan (Englisch). ISBN 978-3-95829-640-4, 35.00 Euro

Verlagsinfo:
Der 1939 geborene Antanas Sutkus erfuhr von seinen Großeltern bereits während des Zweiten Weltkriegs von der Massentötung der Juden. Er distanzierte sich von der Demütigung und Zerstörung der Menschlichkeit in seinem Heimatland Litauen und empfand Scham und Schuldgefühle für die Gräueltaten, die hinter den Toren des Ghettos Vilijampole und des Neunten Festung begangen wurden. Während der „Sonderaktion 1005“ zwischen 1942 und ’44 versuchte die deutsche Besatzungsmacht, die Relikte der Opfer zu beseitigen. 1988 begann Sutkus, die Juden aus Kaunas zu fotografieren, die dem Tod in den Konzentrationslagern entkommen waren; Pro Memoria präsentiert eine Auswahl dieser Porträts und belegt die Beziehungen, die Sutkus zu den dargestellten Personen geknüpft hat.

Bereits zur Zeit des Großfürsten Gediminas (1275–1341), der aus verschiedenen europäischen Staaten Kaufleute und Handwerker nach Litauen einlud, wurde den Juden dort Schutz und Unterstützung geboten. In den folgenden 600 Jahren haben sie durch ihre Leistungen und Gebete, Druckwerkstätten und Synagogen, Bibliotheken und Turnhallen, Lieder und Legenden in Litauen Wurzeln geschlagen. Dieser lebendige Zweig der litauischen Kulturgeschichte wurde dann gewaltsam zerstört, 200.000 Juden ermordet und an Waldrändern, Steinbrüchen und Todeslagern in Gruben geworfen. Dieses Buch ist eine Hommage an diese Menschen und ein Ausdruck von Bemühungen um Verständnis, Buße, Reinigung und Wiedergeburt.

Dienstag, 22. März 2016

Julija Rekleitė (Hg.): Architekturführer Kaunas

DOM Publishers, Berlin 2016 (Original bei Verlag Lapas, Vilnius 2015). Übersetzung aus dem Litauischen: Saskia Drude. ISBN 978-3-86922-441-1 (deutsch), 352 Seiten, 38,00 € .

Verlagsinfo: Kaunas ist ein architektonisches Juwel im europäischen Städtetourismus. Liebevoll als das »Herz Litauens « bezeichnet, weist die 300.000-Einwohner-Stadt neben ihrer mittelalterlichen Altstadt ein beachtliches architektonisches Erbe der Moderne auf – vor allem durch den Einfluss des Dessauer Bauhauses in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Dieser von litauischen Kunst- und Architekturhistorikern, Fotografen und Grafikern zusammengestellte Architekturführer erkundet die zweitgrößte Stadt des Landes anhand von über 200 Bauwerken, die seit der ersten Unabhängigkeit Litauens 1918 und der anschließenden Ernennung von Kaunas zur provisorischen Hauptstadt am Zusammenfluss von Memel und Neris errichtet wurden. Ergänzt wird die bis in den Beginn des 21. Jahrhunderts reichende Darstellung der Kaunasser Baugeschichte durch umfangreiches Kartenmaterial sowie zahlreiche weiterführende Essays.