Samstag, 27. Juni 2020

Monika Bednarcuk (Hg.): Kulturtransfer in der Provinz - Wilna als Ort deutscher Kultur und Wissenschaft (1803-1832)

Mit Beiträgen von Monika Bednarczuk, Katarzyna Filutowska, Marta Kopij-Weiß und Mirja Lecke. Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2020, 252 Seiten. ISBN: 978-3-447-11403-5, 68,00 Eur[D] / 70,00 Eur[A].

Verlagsinfo:
Die 1578 gegründete Universität Wilna erlebte ihre Blütezeit nach 1803, als sie unter dem russischen Zaren Alexander I. in Kaiserliche Universität Wilna umbenannt wurde und sich daraufhin zur größten Universität im Russischen Reich entwickelte. Die ersten Jahre der reformierten Universität Wilna standen unter dem Zeichen der transnationalen, westeuropäisch geprägten Wissenschaft. Waren dabei zunächst Kontakte zu Frankreich entscheidend, so gewann ab Anfang des 19. Jahrhunderts die deutsche Kultur zusehends an Bedeutung.
In Kulturtransfer in der Provinz untersuchen Monika Bednarczuk, Katarzyna Filutowska, Mirja Lecke und Marta Kopij-Weiß die verschiedenen Aspekte und Facetten des deutsch-polnischen Wissenschafts- und Kulturtransfers. Beginnend mit dem Fachbereich Philosophie über Klassische Philologie, Orientalistik und Literatur bis hin zu den Naturwissenschaften werden die internationalen Kontexte der Wilnaer Wissenschaftsszene in nuancierten Interpretationen dargestellt. Im Vordergrund steht die Verbindung von Personen-, Raum- und Konzeptebene, Vermittlern, Ideen, Orten, Medien und Praktiken sowie das gegenseitige Sich-Durchdringen verschiedener Sphären in Kultur und Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis

Dienstag, 12. Mai 2020

Algirdas Sabaliauskas: Wir, die Balten

Einblicke in die Geschichte der baltischen Sprachen und Völker. Übersetzt von Sandra Herrmann (Originalausgabe "Mes baltai", 1986). Reichert Verlag, Wiesbaden 2020. ISBN: 9783954902453, 180 Seiten, 19.90 €.

Verlagsinfo:
Das Forschungsfeld des litauischen Sprachwissenschaftlers Algirdas Sabaliauskas (1929–2016) umfasst sowohl die baltischen Sprachen als auch die baltische Sprachwissenschaft. Sein Buch 'Wir, die Balten' ist ein lehrreicher und unterhaltsamer linguistischer Spaziergang durch die Geschichte der baltischen Sprachen, der für Sprachexperten wie für Baltistik-Neulinge gleicherweise vergnüglich ist. Wie kaum ein anderes verschafft dieses Buch einen leserfreundlichen Einblick in die umfassende Geschichte der baltischen Völker und Sprachen. Es führt dem Leser eine Vielfalt von Themen vor Augen: Wo konnte wohl die Heimat aller indogermanischen Sprachen gelegen haben; wann und weshalb starben die baltischen Sprachen und Stämme (Alt)Preußisch, Kurisch, Semgallisch, Selisch, Galindisch und Jatwingischaus; was haben die benachbarten Sprachen aus dem Litauischen entlehnt; ob der Übersetzer der Bibel ins Lettische tatsächlich vorhatte, Riga in Brand zu stecken; wie entwickelten sich die baltischen Schriftsprachen und wie nimmt man sie heutzutage wahr. Das Buch ist bereits in fünf Sprachen übersetzt: Englisch, Italienisch, Lettisch, Schwedisch und Ungarisch.

Samstag, 2. Mai 2020

Martin Roemer: Baltische Rhapsodie

Eine Reise in Gedichten und Essays. Edition exemplum, ATHENA-Verlag, Oberhausen 2020, 244 Seiten. ISBN: 978-3-7455-1092-8, 27.00 €.

Verlagsinfo:
In den letzten Jahren sind Reisen ins Baltikum häufiger geworden: Die drei Republiken lohnen mit ihrer stillen, in weiten Teilen noch unberührten Natur einen Besuch, aber auch wegen ihrer trotz mancher Kriegsschäden noch gut erhaltenen Stadtbilder. Auch ihre kulturellen Traditionen, nicht immer sofort ins Auge fallend, verdienen einen zweiten Blick. Der aufmerksame Reisende wird bald Unterschiede zwischen den Ländern entdecken. Um die Mentalität ihrer Bevölkerung und deren Eigenarten zu verstehen, bedarf es einiger historischer Kenntnisse. Dass alle drei Völker in unabhängigen Staaten leben, ist nahezu ein Novum. Meist wurden die Geschicke des Baltikums von Großmachtinteressen aus West und Ost bestimmt, und allzu oft wurde daraus – gerade im 20. Jahrhundert – eine Leidensgeschichte.
Dieses Buch ist kein Reiseführer im üblichen Sinn, sondern sucht in einer Mischung aus Essays und Lyrik eine Annäherung an Natur, Kultur und Historie.
Am Ende der Reise wird klar, warum manches so vertraut, anderes dagegen fremdartig erscheint. Und spätestens nach der Lektüre wird deutlich, warum den Balten ihre Zugehörigkeit zu Europa und der EU so wichtig ist.
Webseite Martin Roemer

Donnerstag, 16. April 2020

Valdas Papievis: Odile

... oder die Einsamkeit der Flughäfen. Roman, aus dem Litauischen übersetzt von Markus Roduner. Klak-Verlag, Berlin 2020. 308 Seiten, ISBN 978-3-948156-27-5,
19,90 €.

Verlagsinfo:
Paris. Odile ist neunzig, gebildet, intelligent und an Luxus gewöhnt. Eine Heimlichtuerin. Ihre Wohnung – aus zwei mach eins. Sie vermietet ihre Dachkammer einem jungen Mann. Abends nippen sie gemeinsam ihren Whisky. Da Odile sich mit einem Rollstuhl abfinden muss, wird der neue Mieter sie auf den täglichen Spaziergängen durch Paris begleiten. Er lernt dabei Menschen und Orte kennen, denen er niemals begegnet wäre und erweist sich als sensibler Beobachter, entschlüsselt die Spuren ihres langen Lebens, ihr Glück und Unglück, ihre Gewohnheiten und Beziehungen zu Menschen, ihr Selbstwertgefühl, Stolz und Würde.
Der preisgekrönte Roman über den stilvollen Abschied einer Pariser Grande Dame von Dingen, Erinnerungen und Menschen und die Pariser Melancholie. „In den Städten ist so viel los, dass niemand außer den Allernächsten, falls vorhanden, bemerkt, wenn einer von unzähligen Bewohnern eines Tages stirbt.“ „Sie war eine Heimlichtuerin, die Lust zu erzählen oder sich gar zu öffnen, das war etwas, was bei Odile nur selten vorkam.“ „Wahrscheinlich koexistieren in jeder Stadt eine Vielzahl von Städten, wir streiften durch unsere. Durch die Stadt, die wie Odile weiß, wie sehr der Luxus des Nichtstuns manchmal schmerzt.“
Ein außerordentliches Lesevergnügen, das Roland Barthes als jouissance bezeichnete.
Violeta Kelertas, Literaturkritikerin
Der preisgekrönte Roman über den würdevollen Abschied einer Pariser Grande Dame von Dingen, Erinnerungen und Menschen und die Pariser Melancholie.
Ein stilistisches Meisterstück!

Donnerstag, 2. April 2020

Sonja Großmann: Falsche Freunde im Kalten Krieg?

Sowjetische Freundschaftsgesellschaften in Westeuropa als Instrument und Akteure der Cultural diplomacy. Studien zur internationalen Geschichte, Walter de Gruyter, Oldenbourg 2019. ISBN: 978-3-11-065228-4 . 612 Seiten, (ab) € 69,95.

Verlagsinfo:
Warum engagierten sich zahlreiche Westeuropäer im Kalten Krieg für die Sowjetunion? Waren dies von Moskau gesteuerte ideologisch verblendete Kommunisten? Inwiefern förderten sie tatsächlich den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch? Sonja Großmann analysiert erstmals vergleichend die Entwicklung sowjetischer Freundschaftsgesellschaften in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Von diesen gesellschaftlichen Akteuren ausgehend eröffnet das Buch neue Perspektiven auf die Formen und Methoden sowjetischer Selbstdarstellung gegenüber dem Ausland, auf das Zusammenspiel staatlicher und gesellschaftlicher Akteure über den ,Eisernen Vorhang' hinweg und auf kommunistische Organisationen im Westen. Das Bild der Sowjetunion in den verschiedenen Ländern spielt ebenso eine Rolle wie konkrete Felder des kulturellen Austausches in Kunst und Wissenschaft, Tourismus oder Städteverbindungen. Das Buch liefert einen innovativen Beitrag zur Internationalen Geschichte, indem es ost- und westeuropäische Geschichte, Diplomatie- und Kulturgeschichte sowie top-down mit bottom-up Ansätzen zusammenführt.

Samstag, 14. März 2020

Karl-Achim Klare: Imperium ante portas

Die deutsche Expansion in Mittel- und Osteuropa zwischen Weltpolitik und Lebensraum (1914–1918). Reihe Veröffentlichungen des Nordost-Instituts, Band 27. Harrossowitz Verlag, Wiesbaden 2020. ISBN: 978-3-447-11355-7. 588 Seiten, 68,00 Eur[D] / 70,00 Eur[A].

Verlagsinfo:
Oft wenig beachtet strebte das Deutsche Reich während des Ersten Weltkrieges in den von Russland eroberten Territorien in Mittel- und Osteuropa die Schaffung einer kontinentalen Hegemonie an. Die Langzeitwirkung dieses Imperiums ante portas reichte bis weit in die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus hinein.
Kai-Achim Klare widmet sich in seiner umfassenden Studie zur Etablierung dieses Herrschaftsraums zunächst der Genese zeitgenössischer deutscher Osteuropa-Vorstellungen, die als wichtige Grundlage für die Ausformulierung politischer Ziele dienten. Auf der Basis umfangreicher Quellen werden weiter nicht nur vorherrschende Ideologien und imperialistische Strategien in Militär- und Staatsführung eingehend untersucht, sondern insbesondere Handlungsspielräume und Motive der Besatzer vor Ort ausgelotet. Durch die gleichzeitige Betrachtung von Zentrum und Peripherie gelingt es Klare, die gegenseitige Beeinflussung von Heimat- und Kolonialgesellschaft durch unterschiedliche imperiale Modelle offenzulegen. Die detaillierte Analyse des Besatzungsgebietes „Ober Ost“ vermittelt dabei erstmals ein viel ausgeprägteres Spektrum an widersprüchlichen Erfahrungen als dies bisher in der Historiographie angenommen wurde. Abschließend diskutiert Klare kritisch die dominante Lesart, nach der die reichsdeutsche Ostpolitik und die lokale Okkupationspraxis zusammen nur ein Präludium für die radikale Eroberungspolitik im Zweiten Weltkrieg darstellten.

Donnerstag, 5. März 2020

Anete Melece: Der Kiosk

40 Seiten, 21 x 28 cm, 2020. Kinderbuch mit Texten und Bildern von Anete Melece. Atlantis, ein Imprint von Orell Füssli Verlag, Zürich 2020. Lesealter von 5 bis 12. ISBN 978-3-7152-0781-0, CHF 24.90 / EUR 15.00

Verlagsinfo:
Olga kennt ihre Kunden, und alle kennen sie. Sie ist »der Kiosk«, und nachts liegt sie im Kioskhäuschen und träumt von Sonnenuntergängen am Meer.
Als ihr zwei Jungen einen Streich spielen, fällt Olga hin, samt Kiosk. Sie rappelt sich auf und geht – ein Kioskhäuschen auf Beinen – durch die Stadt. Doch da stolpert sie über eine Hundeleine und purzelt in den Fluss. Hoppla!
Olga treibt vergnügt stromabwärts bis zum Meer … Und als sie in ihrem Kiosk an einem fernen Strand landet, steht sie auf, verkauft Eis und genießt den Sonnenuntergang.

Anete Melece, Autor/in
Anete Melece (*1983) stammt aus Riga und hat an der Hochschule Luzern (Design & Kunst) Animationsfilm studiert. Ihre Masterarbeit wurde später als bester Schweizer Trickfilm 2014 prämiert. Sie hat weitere Filme gezeichnet und illustriert für den innovativen lettischen Verlag Liels un Mazs. Anete Melece lebt mit ihrer Familie in Zürich und arbeitet im Strapazin-Atelier. Der Text der deutschsprachigen Lizenzausgabe ist deshalb eine Neufassung der Autorin, die auch die Handschrift selbst machte. Website: www.anetemelece.lv, oder zum Thema "Der Kiosk" auch ihr Animationsfilm auf vimeo.

Montag, 2. März 2020

Anja Putensen: Das Gut

(The Manor / Muiža / Mõis). Auf den Spuren baltischer Gutshauskultur. Texte von Anja Putensen, Gestaltung von Kathrin Haas. Kerber Verlag 2020, ISBN 978-3-7356-0597-9,92 Seiten / 57 farbige Abbildungen,Texte in Deutsch, Englisch, Estnisch, Lettisch. 24,00 € (29,47 CHF).

Verlagsinfo:
Die ländlichen Gebiete Estlands und Lettlands sind geprägt durch zahlreiche Gutshäuser. In den vergangenen Jahrzehnten wurden einige renoviert, ein großer Teil verfällt. Anja Putensens Das Gut ist eine subjektive fotografische Recherche, die an jene historischen Orte baltischer Gutshauskultur führt. Wie auch die Erinnerung oft aus teils faktischen, teils fiktiven Blickrichtungen besteht, ist auch ihre Perspektive eine poetisch-magische. Ergänzt wird diese durch zahlreiche historische estnische, lettische und deutschbaltische Kindheitserinnerungen.
Die Fotografin Anja Putensen (*1977) hat sich auf die Spuren dieser Gutshäuser begeben und zeichnet mit »Das Gut« eine sehr persönliche Erinnerungsreise. Ihre Fotografien sind während zahlreicher Sommer-und Winterreisen mit einer analogen Mittelformatkamera auf Rollfilm entstanden.

Mittwoch, 19. Februar 2020

Simon Bajada: Die Baltische Küche

Eine kulinarische Reise durch Estland, Lettland, Litauen. Dorling Kindersley Verlag GmbH 2020, 224 Seiten, 196 x 266 mm, über 100 farbige Fotos . ISBN 978-3-8310-3952-4. 24,95 

Verlagsinfo:
Die Geheimnisse der baltischen Küche!
Salzig wie das Meer, holzig wie die Wälder und süß wie wilde Früchte: Entdecken Sie die bislang noch unbekannte, kulinarische Seite des Baltikums – sie trägt eine einzigartige Handschrift aus russischen, skandinavischen und deutschen Einflüssen. Ob Estland, Lettland oder Litauen: Lassen Sie sich mit 68 Rezepten, stimmungsvollen Landschaftsfotos von Reisezielen und interessanten Hintergründen zu lokalen Produkten an die raue Ostsee entführen.
Hommage an die traditionelle und moderne baltische Küche:
• Das erste Kochbuch zum Baltikum: Stillen Sie Ihren Reisehunger mit der baltischen Küche – von Estland über Lettland bis nach Litauen.
• 68 Rezepte der baltischen Küche: Frisch von der Küste gibt es geräucherten Fisch mit Sellerie-Remoulade, aus dem Garten kommen die Zutaten für eine herrliche Karotten-Suppe und aus der Backwerkstatt ein leckerer Rhabarber-Streusel-Kuchen.
• Wunderschöne Landschafts-Fotografie: Ob Wiesen, Wälder oder Seen – die Länder an der Ostseeküste sind wahre Schönheiten, die mit ihrer ursprünglichen Natur restlos beeindrucken.
• Hochwertige Ausstattung: Dieses Kochbuch zücken Sie auch bei Sehnsucht nach der Ferne immer wieder gerne aus dem Regal. Mit Farbschnitt und Prägung verrät es schon von außen, wie bezaubernd sein Inhalt ist.
• Interessante Hintergrundinfos: Erfahren Sie mehr über typisch baltische Produkte – zum Beispiel aus der Landwirtschaft oder dem Backhandwerk.
Das Reisekochbuch für alle Ostsee-Fans, Skandinavien-Urlauber & Baltikum-Entdecker, die sich (neu) in Kultur, Landschaft und in die osteuropäische Küche verlieben wollen.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Edvarts Virza: Straumēni

Aus dem Lettischen von Berthold Forssman. Guggolz Verlag Berlin 2020, 334 Seiten, ISBN 978-3-945370-25-4, € 25 [D] | € 25,80 [A].

Verlagsinfo:

Edvarts Virza (1883–1940) schuf mit dem Prosapoem »Straumēni« eine Hymne auf das bäuerliche lettische Leben. Er beschreibt ein Jahr auf dem zemgalischen Gehöft Straumēni Mitte des 19. Jahrhunderts, verknüpft Kindheitserinnerungen mit Erzählungen seiner Großeltern und folgt dem Takt der Natur. Nicht ein einzelner Bewohner, sondern der Hof selbst wird zur Hauptfigur des berückenden Buches. Jedes Mitglied der Hausgemeinschaft hat seine zugewiesene Aufgabe zu verrichten, und die Erfüllung birgt eine eigene Schönheit und verleiht Lebenssinn. Im Einklang mit den Jahreszeiten wird im Frühjahr gepflügt und gesät, im Sommer bewirtschaftet und herangereift, im Herbst geerntet und geschlachtet, schließlich im Winter eingelagert und sich häuslich eingerichtet – und immer auch Feste wie Mittsommer, Erntedank oder Weihnachten gefeiert. Unausgesprochen ist im harmonischen Idealjahr jedoch auch eine Trauernote enthalten, ein Schmerz darüber, dass dieses Ideal unwiederbringlich verloren ist, ja eigentlich niemals bestanden hat.
Die Sprache, in der Virza das voranschreitende Jahr beschreibt, enthält alles, was auf dem Hof vor sich geht. Da summt und raschelt es, knistert, duftet und klingt es in den Wörtern – ein Sprachstrom, der unaufhaltsam voranstrebt wie der Fluss Lielupe, der sich durch die Wiesen um Straumēni schlängelt. Berthold Forssman stimmt in seiner Übersetzung ein in die Melodie der zemgalischen Landschaft und des ländlichen Lebens. Er schöpft aus dem Reichtum der deutschen Sprache, aus Begriffen und Beschreibungen, die schon vergessen scheinen und eine ganze Welt in die Sinne und vor Augen rufen.

Samstag, 11. Januar 2020

Maruta Grasmane: Handschuhe aus Lettland

(Latvieša cimdi) 178 Fäustlinge zum Nachstricken. "Sēnā klēts", Riga. Mit Fotografien von Jānis Deinats. Lettische Ausgabe 2012, deutsche Ausgabe 2016. Übersetzung ins Deutsche von Cornelie Müller-Gödecke. 438 Seiten, ISBN-10: 9934855526 / ISBN-13: 978-9934855528.

Verlagsinfo:
Das Buch gehört in eine Reihe mit dem bekannten Werk Latviesu Rakstainie Cimdi von Mirdza Slava. Aber während Mirdza Slava durch das Land gereist ist und überall nach Handschuhen gesucht hat, durchsuchte Maruta Grasmane Museen nach alten textilen Zeugnissen.

So gehen die Muster in ihrem Buch bis in das 18. Jahrhundert zurück, während Mirdza Slava die Traditonen dokumentierte, die im 20. Jahrhundert noch aufzufinden waren.
Deshalb kann Grasmane bei den einzelnen Modellen auch immer auf das jeweilige, zum Teil sehr alte Exponat in einem der Museen verweisen. Einen großen Teil des Buches nimmt die Geschichte und ethnographische Aufarbeitung dieser großartigen lettischen Tradition ein.

Im zweiten Teil werden dann 177 Handschuhe, nach Regionen geordnet, vorgestellt, jeweils mit Foto und Strickschrift. Bei jedem Handschuh ist die Museums-Registratur mitangegeben und eventuell ein Hinweis auf ein Muster für die Handschuh-Innenseite, falls diese abweichend gestaltet ist.