Ansichten eines Segelsommers. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2012. 224 Seiten,ISBN 978-3-7688-3545-9. 22,90 Euro (sFr: 32,90).
Verlagsinfo:
Segellust statt Alltagsfrust
Segeln ist besser als jedes
Antidepressivum. „Lust statt Frust“ – das war das Motto, unter dem
Christian Irrgang, erfolgreicher Fotograf, einen Sommer lang meist
allein mit seinem kleinen Folkeboot die Ostsee bereiste – linksherum,
also gegen den Uhrzeigersinn von Rügen über Polen, Lettland, Estland,
Finnland, Schweden und Dänemark zurück nach Rügen. Dabei sammelte er
jede Menge – auch fotografische – Eindrücke von Ländern und Leuten. Und
von sich selbst, denn der Zweifel „schaffe ich das?“ war von Anfang an
mit an Bord. Mit diesem Erzähl-Bildband ist Christian Irrgang ein ebenso
begeisterndes wie nachdenkliches Buch über seinen Ostseetörn gelungen:
Ein Reisebericht in Dutzenden von Mails mit außergewöhnlich schönen
Fotos der gesamten Ostsee. Fazit: Er würde es sofort noch einmal machen.
Und der Leser? Hat vielleicht nach der Lektüre den Mut, eigene Träume
zu realisieren.
Der Traum, Ungewohntes zu probieren, das
Segelabenteuer mit minimalem Risiko einzugehen, war stärker als als alle
Zweifel. Warum dann noch länger warten, bis zur Rente etwa? Jetzt, wo
die Töchter gerade flügge geworden und ausgezogen waren, wo der Job mal
eine Auszeit brauchte, um neue Kreativität zu tanken, wo die Familie
hinter dem Plan stand und ein Segelboot quasi wie aus dem Nichts
auftauchte? Wenn der Zufall schon bereitsteht, sollte man nicht weiter
zaudern, sondern sich trauen.
Webseite des Autors
Baltische Bücher - Lesenswertes aus Estland, Lettland & Litauen
Dieser Blog stellt ins Deutsche übersetzte Publikationen aus Estland, Lettland und Litauen vor. Gleichzeitig werden Publikationen deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit estnischen, lettischen oder litauischen Themen einbezogen. Wir möchten aufrufen, verschiedene Leseeindrücke auszutauschen. Die hier aufgeführten Bücher werden für eine Vorstellung in der Radiosendung BALTISCHE STUNDE (Radioweser.tv) vorgeschlagen.
Mittwoch, 15. Mai 2013
Christian Irrgang: Ostsee linksherum
Dienstag, 14. Mai 2013
Boris Alexeev: Go East
Litauen für Anfänger. Verlag "Books on Demand", 160 Seiten, Norderstedt 2012. ISBN 978-3-8482-0007-8, 9.99 €.
Verlagsinfo:
Boris hat genug von Pauschalreisen und wagt mit Freunden einen Roadtrip nach Litauen. Land und Leute, skurrile, witzige, aber auch haarsträubende Momente sorgen dafür, dass aus einem Aufenthalt schnell zehn werden. Ob Sommer, Herbst oder Winter - modern, lebendig und frei vom Ostblock-Mief, zieht Litauens Hauptstadt Vilnius an wie ein Magnet. Doch erst als Boris im »wilden Osten« die Liebe seines Lebens findet, versteht er, wonach er wirklich gesucht hatte.
'Go East' ist ein ungeschönter Reisebericht - alles hier Geschilderte ist tatsächlich passiert.
Zum Autor:
Boris Alexeev wurde 1981 in Leningrad geboren. Zwölf Jahre später wanderte er mit seinen Eltern nach Deutschland aus, wo er Philosophie, Psychologie und Kunst & Designwissenschaften studierte. Nach unzähligen Osteuropa-Reisen entschied er sich, seine Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Boris Alexeev lebt in Wuppertal.
Verlagsinfo:
Boris hat genug von Pauschalreisen und wagt mit Freunden einen Roadtrip nach Litauen. Land und Leute, skurrile, witzige, aber auch haarsträubende Momente sorgen dafür, dass aus einem Aufenthalt schnell zehn werden. Ob Sommer, Herbst oder Winter - modern, lebendig und frei vom Ostblock-Mief, zieht Litauens Hauptstadt Vilnius an wie ein Magnet. Doch erst als Boris im »wilden Osten« die Liebe seines Lebens findet, versteht er, wonach er wirklich gesucht hatte.
'Go East' ist ein ungeschönter Reisebericht - alles hier Geschilderte ist tatsächlich passiert.
Zum Autor:
Boris Alexeev wurde 1981 in Leningrad geboren. Zwölf Jahre später wanderte er mit seinen Eltern nach Deutschland aus, wo er Philosophie, Psychologie und Kunst & Designwissenschaften studierte. Nach unzähligen Osteuropa-Reisen entschied er sich, seine Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Boris Alexeev lebt in Wuppertal.
Dienstag, 2. April 2013
Marius Ivaškevičius: Die Grünen
( Žali) Roman, aus dem Litauischen von Markus Roduner. Athena Verlag, Oberhausen 2012. 1. Auflage 2012, 312 Seiten, ISBN: 978-3-89896-522-4, 19,90 € (35,00 SFr, 20,50 €/A).
Verlagsinfo:
»Über den Krieg zu schreiben, wenn man das Schießen nur vom Schießstand her kennt, fällt nicht leicht. Genau genommen fällt es genauso schwer, wie an das Leben im Bunker zu denken, während man in der Dreizimmerdachwohnung am PC sitzt und schreibt. Wozu dann das alles? Ich fand Gefallen an diesem Krieg. Ich stellte fest, dass sich Heldentum und Niedertracht, Mut und Feigheit in etwa die Waage hielten. Die Vaterlandsliebe vermochte die Liebe zur Frau nicht auszutilgen. Allein Tod gab es ein wenig mehr als Leben. Den verängstigten Soldaten empfand ich als lebendiger als den furchtlosen, den verwirrten als wahrhaftiger als den zu allem entschlossenen. Deshalb sind meine Helden etwas Held und etwas Lump, manchmal Monster und manchmal Verlierer. Ich habe ihnen kein brüderliches Grab ausgehoben, sondern nur einen einfachen gemütlichen Erdbunker, in dem sie hoffentlich noch eine Weile leben.«
zum Autor
Marius Ivaškevičius ist Vertreter der jüngsten Schriftstellergeneration Litauens und gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren seines Landes. Bisher erschienen acht Bücher, von denen einige in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Er ist als Journalist, Prosa- und Drehbuchautor, Dramatiker und Regisseur tätig und lebt und arbeitet in Vilnius.
Verlagsinfo:
»Über den Krieg zu schreiben, wenn man das Schießen nur vom Schießstand her kennt, fällt nicht leicht. Genau genommen fällt es genauso schwer, wie an das Leben im Bunker zu denken, während man in der Dreizimmerdachwohnung am PC sitzt und schreibt. Wozu dann das alles? Ich fand Gefallen an diesem Krieg. Ich stellte fest, dass sich Heldentum und Niedertracht, Mut und Feigheit in etwa die Waage hielten. Die Vaterlandsliebe vermochte die Liebe zur Frau nicht auszutilgen. Allein Tod gab es ein wenig mehr als Leben. Den verängstigten Soldaten empfand ich als lebendiger als den furchtlosen, den verwirrten als wahrhaftiger als den zu allem entschlossenen. Deshalb sind meine Helden etwas Held und etwas Lump, manchmal Monster und manchmal Verlierer. Ich habe ihnen kein brüderliches Grab ausgehoben, sondern nur einen einfachen gemütlichen Erdbunker, in dem sie hoffentlich noch eine Weile leben.«
zum Autor
Marius Ivaškevičius ist Vertreter der jüngsten Schriftstellergeneration Litauens und gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren seines Landes. Bisher erschienen acht Bücher, von denen einige in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Er ist als Journalist, Prosa- und Drehbuchautor, Dramatiker und Regisseur tätig und lebt und arbeitet in Vilnius.
Samstag, 9. März 2013
Rose Gerdts: Morgengrauen
Kriminalroman. Rowohlt Verlag (rororo Taschenbuch), Hamburg 2013. 320 Seiten, ISBN 978-3-499-25987-6, 9,99 Euro.
Verlagsinfo:
Eine Frage der Schuld.
Litauen 1941: Eine abgelegene Waldlichtung wird zum Schauplatz eines ungeheuerlichen Verbrechens.
Über 70 Jahre später müssen zwei alte Männer in Amsterdam und München sterben. Besteht eine Verbindung zwischen den beiden Morden? Eine der Spuren führt nach Bremen. Nach dem brutalen Überfall auf einen ihrer Kollegen übernehmen die Mordermittler Frank Steenhoff und Navideh Petersen den Fall. Dabei stoßen sie auf ein grauenhaftes Geheimnis in den eigenen Reihen …
Rose Gerdts-Schiffler, 1960 geboren, ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet seit über 20 Jahren für den Weser-Kurier in Bremen als Polizei- und Gerichtsreporterin. Regelmäßig begleitet die Journalistin große Schwurgerichtsprozesse. Einer ihrer Schwerpunkte sind Kriminalitätsphänomene und deren Ursachen. Rose Gerdts-Schiffler ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in Bremen.
Verlagsinfo:
Eine Frage der Schuld.
Litauen 1941: Eine abgelegene Waldlichtung wird zum Schauplatz eines ungeheuerlichen Verbrechens.
Über 70 Jahre später müssen zwei alte Männer in Amsterdam und München sterben. Besteht eine Verbindung zwischen den beiden Morden? Eine der Spuren führt nach Bremen. Nach dem brutalen Überfall auf einen ihrer Kollegen übernehmen die Mordermittler Frank Steenhoff und Navideh Petersen den Fall. Dabei stoßen sie auf ein grauenhaftes Geheimnis in den eigenen Reihen …
Rose Gerdts-Schiffler, 1960 geboren, ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet seit über 20 Jahren für den Weser-Kurier in Bremen als Polizei- und Gerichtsreporterin. Regelmäßig begleitet die Journalistin große Schwurgerichtsprozesse. Einer ihrer Schwerpunkte sind Kriminalitätsphänomene und deren Ursachen. Rose Gerdts-Schiffler ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in Bremen.
Freitag, 1. März 2013
Julia Rosche: Zwischen den Fronten - Die Rolle Estlands zwischen dem Hitler-Stalin-Pakt und dem Ende des Zweiten Weltkriegs im internationalen Kontext
Diplomica-Verlag, Hamburg 2012, 140 Seiten, ISBN: 978-3-8428-8618-6, 38 Euro.
Verlagsinfo:
Das Ende des Ersten Weltkriegs stellt für die Geschichte Estlands einen besonderen Wendepunkt dar: Nach der Februarrevolution hatte sich in Estland ein Nationalrat gegründet, welcher den Staat am 24. Februar 1918 erstmals als unabhängig proklamierte. Nach erfolgreichen Kämpfen gegen die einen Tag später eingefallene deutsche Landwehr erkannte die Sowjetunion im Frieden von Tartu am 2. Februar 1920 die estnische Unabhängigkeit auf alle Zeiten an. Für den jungen Kleinstaat galt es nun, sich in der Folgezeit innenpolitisch zu festigen, sich international zu etablieren und die staatliche Unabhängigkeit abzusichern. Die eigene Rolle auf der internationalen Bühne musste gefunden werden. Die Bedingungen, unter welchen dieser Prozess erfolgen sollte, waren jedoch äußerst kritisch. Europa bestand zu jenem Zeitpunkt aus zwei unterschiedlichen Lagern - zum einen aus totalitären und zum anderen aus demokratischen Staaten, deren Gegensätze im Laufe der 20 kommenden, kriegsfreien Jahre immer stärker wurden. Das Schicksal des Landes würde sowohl vom geschickten Handeln der eigenen Führung als auch von den äußeren Umständen abhängen. Die vorliegende Untersuchung setzt sich zum Ziel, die Rolle Estlands im internationalen Kontext zu untersuchen. Inwieweit war Estland im internationalen System anerkannt und integriert? Welche Versuche der Führung gab es, um die Unabhängigkeit des Landes abzusichern, zu bewahren und sie nach ihrem Verlust 1940 wiederzuerlangen? Oder waren es gar die falschen Einschätzungen der estnischen Elite, die das Land in die Situation von 1940 brachten?
Verlagsinfo:
Das Ende des Ersten Weltkriegs stellt für die Geschichte Estlands einen besonderen Wendepunkt dar: Nach der Februarrevolution hatte sich in Estland ein Nationalrat gegründet, welcher den Staat am 24. Februar 1918 erstmals als unabhängig proklamierte. Nach erfolgreichen Kämpfen gegen die einen Tag später eingefallene deutsche Landwehr erkannte die Sowjetunion im Frieden von Tartu am 2. Februar 1920 die estnische Unabhängigkeit auf alle Zeiten an. Für den jungen Kleinstaat galt es nun, sich in der Folgezeit innenpolitisch zu festigen, sich international zu etablieren und die staatliche Unabhängigkeit abzusichern. Die eigene Rolle auf der internationalen Bühne musste gefunden werden. Die Bedingungen, unter welchen dieser Prozess erfolgen sollte, waren jedoch äußerst kritisch. Europa bestand zu jenem Zeitpunkt aus zwei unterschiedlichen Lagern - zum einen aus totalitären und zum anderen aus demokratischen Staaten, deren Gegensätze im Laufe der 20 kommenden, kriegsfreien Jahre immer stärker wurden. Das Schicksal des Landes würde sowohl vom geschickten Handeln der eigenen Führung als auch von den äußeren Umständen abhängen. Die vorliegende Untersuchung setzt sich zum Ziel, die Rolle Estlands im internationalen Kontext zu untersuchen. Inwieweit war Estland im internationalen System anerkannt und integriert? Welche Versuche der Führung gab es, um die Unabhängigkeit des Landes abzusichern, zu bewahren und sie nach ihrem Verlust 1940 wiederzuerlangen? Oder waren es gar die falschen Einschätzungen der estnischen Elite, die das Land in die Situation von 1940 brachten?
Mittwoch, 27. Februar 2013
Ira Ebner: Himmel, Erde, Schnee

Band 1 und 2.AAVAA Verlag, Berlin 2012, je 11,95 Euro.
Verlagsinfo zu Band 1:
In den 1970er Jahren ist Estland ein von der Sowjetunion besetztes Land. Unter der Verwaltung der Kommunistischen Partei herrscht ein scheinbarer Frieden. In dieser Zeit lebt Lagle, deren Vater dem beschaulichen Dorf Laanejärv vorsteht. Er muss den Sowjets Konzessionen für die begehrte Ressource Ölschiefer erteilen, die zu ihren Füßen für die Versorgung des hungrigen Weltreichs zu Tage gefördert wird, und leistet schließlich Widerstand. Lagle heiratet den selbstbewussten Arvo Kortelainen, der ihretwegen die Verbindung mit ihrer Cousine Sigurd gelöst hat. Während Sigurd in Finnland ihr Glück sucht, folgt Lagle Arvo ins ferne Kirgisistan. Als sie Jahre später nach Estland zurückkehrt, steht ihre Ehe vor dem Ende und sie findet ein Land vor, das nicht mehr das ist, was es war…
231 Seiten (Standardformat) / 391 Seiten (Sonderformate).
ISBN Taschenbuch Standard-Format: 978-3-8459-0064-3
ISBN Taschenbuch Sonderformat Großschrift: 978-3-8459-0065-0
Verlagsinfo zu Band 2:
Estland zu Beginn der 1980er Jahre: Lagles Leben ist ein Arrangement mit dem Mangel und der Unfreiheit. Die Begegnung mit dem Wissenschaftler Enno Treimann lässt sie zunehmend am System zweifeln. Unterschwellig wächst ihr Widerstand mit dem in der Bevölkerung und kommt während der „Singenden Revolution“ endgültig zum Ausdruck. Schließlich wird Enno bei einer Demonstration verhaftet und Lagles Cousine Sigurd kehrt als erfolgreiche Geschäftsfrau nach Estland zurück.
Wird Lagle auch in den Wirren der Wendejahre bestehen?
295 Seiten (Standardformat) / 487 Seiten (Sonderformate)
ISBN Taschenbuch Standard-Format: 978-3-8459-0478-8
ISBN Taschenbuch Sonderformat Großschrift: 978-3-8459-0479-5
Freitag, 11. Januar 2013
Fabian Pfeiffer: Estlands Außen- und Sicherheitspolitik I
Der estnische Atlantizismus nach der wiedererlangten Unabhängigkeit 1991-2004. Mit einem Vorwort von Helmut Hubel. IBIDEM Verlag, Stuttgart 2012. 170 Seiten, ISBN 978-3-8382-0127-6, 29,90 EUR.
Verlagsinfo:
Nach Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit war die estnische Außenpolitik geprägt von zwei wesentlichen Faktoren: der schnellen Anbindung an den Westen und der euroatlantischen Sicherheitsarchitektur. Das Hauptziel der Außenpolitik Estlands war daher sowohl eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union als auch in der NATO. Diese Studie konzentriert sich auf einen weiteren, eher vernachlässigten Aspekt estnischer Außenpolitik nach 1991: den estnischen „Atlantizismus“. Die Untersuchung basiert auf der These, dass die estnische Außenpolitik zwischen 1991 und 2004 von einer starken transatlantischen Orientierung geprägt war und fragt, welche Faktoren diesen außenpolitischen Kurs des Landes determiniert haben. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass für eine gründliche Erklärung nicht alleine sicherheitspolitische Faktoren herangezogen werden können. Gleichfalls würde eine Erklärung zu kurz greifen, die einzig eine Überformung durch historische Erfahrungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Westeuropa und Russland als Determinanten estnischer Außenpolitik heranzieht. Vielmehr sind es historisch-kulturelle, sicherheitspolitische und gesellschaftliche Faktoren, die gemeinsam den „instinktiven Atlantizismus“ Estlands in den Neunzigern ausmachten. Diese Studie liefert nicht nur einen theoriegeleiteten Erklärungsansatz estnischer Außenpolitik gegenüber den Vereinigten Staaten nach 1991, sondern stellt gleichzeitig auch einen Ansatz zur Diskussion, der eine grundsätzliche Beschäftigung mit dem Phänomen des „Atlantizismus“ in Mittelosteuropa ermöglichen kann.
Verlagsinfo:
Nach Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit war die estnische Außenpolitik geprägt von zwei wesentlichen Faktoren: der schnellen Anbindung an den Westen und der euroatlantischen Sicherheitsarchitektur. Das Hauptziel der Außenpolitik Estlands war daher sowohl eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union als auch in der NATO. Diese Studie konzentriert sich auf einen weiteren, eher vernachlässigten Aspekt estnischer Außenpolitik nach 1991: den estnischen „Atlantizismus“. Die Untersuchung basiert auf der These, dass die estnische Außenpolitik zwischen 1991 und 2004 von einer starken transatlantischen Orientierung geprägt war und fragt, welche Faktoren diesen außenpolitischen Kurs des Landes determiniert haben. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass für eine gründliche Erklärung nicht alleine sicherheitspolitische Faktoren herangezogen werden können. Gleichfalls würde eine Erklärung zu kurz greifen, die einzig eine Überformung durch historische Erfahrungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Westeuropa und Russland als Determinanten estnischer Außenpolitik heranzieht. Vielmehr sind es historisch-kulturelle, sicherheitspolitische und gesellschaftliche Faktoren, die gemeinsam den „instinktiven Atlantizismus“ Estlands in den Neunzigern ausmachten. Diese Studie liefert nicht nur einen theoriegeleiteten Erklärungsansatz estnischer Außenpolitik gegenüber den Vereinigten Staaten nach 1991, sondern stellt gleichzeitig auch einen Ansatz zur Diskussion, der eine grundsätzliche Beschäftigung mit dem Phänomen des „Atlantizismus“ in Mittelosteuropa ermöglichen kann.
Montag, 10. Dezember 2012
Hermann Pölking: Das Memelland - Wo Deutschland einst zu Ende war
Ein historischer Reisebegleiter. Be.bra-Verlag Berlin 2012, 432 Seiten, 174 z. T. farb. Abb., 10 Karten. ISBN 978-3-89809-099-5, 24,95 Eur[D] / 25,70 Eur[A] / 35,90 CHF.
Verlagsinfo:
Das Memelland war immer eine Region, in der Deutsche, Litauer, Kuren, Russen, Polen und viele andere aufeinander trafen. Hermann Pölking nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte dieser europäischen Sehnsuchtslandschaft. Im Vordergrund stehen jeweils Orte, an denen heute noch die Vergangenheit spürbar wird: Von Nimmersatt, dem einst nördlichsten Dorf des Deutschen Reichs, über das Sommerhaus von Thomas Mann auf der Kurischen Nehrung bis hin zur Landschaft um das Dorf Willkischken, die Johannes Brobowski zum Schriftsteller werden ließ. So entsteht eine lebendig erzählte Geschichte, die als Kulturführer in das Gepäck jedes Baltikum-Reisenden gehört.
Verlagsinfo:
Das Memelland war immer eine Region, in der Deutsche, Litauer, Kuren, Russen, Polen und viele andere aufeinander trafen. Hermann Pölking nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte dieser europäischen Sehnsuchtslandschaft. Im Vordergrund stehen jeweils Orte, an denen heute noch die Vergangenheit spürbar wird: Von Nimmersatt, dem einst nördlichsten Dorf des Deutschen Reichs, über das Sommerhaus von Thomas Mann auf der Kurischen Nehrung bis hin zur Landschaft um das Dorf Willkischken, die Johannes Brobowski zum Schriftsteller werden ließ. So entsteht eine lebendig erzählte Geschichte, die als Kulturführer in das Gepäck jedes Baltikum-Reisenden gehört.
Sonntag, 9. Dezember 2012
Krišjānis Barons: LATVJU DAINAS / Lettische Volkslieder
Latvian Folksongs / Латышские народные песени. Redaktion dieser 2.verbesserten Auflage (die erste Ausgabe erschien 1984): Dace Bula, Sanita Reinsone. Übersetzungen und Redaktion Englisch: Lauma Lapa, Anna Reinolde. Übersetzungen und Redaktion Deutsch: Margita Gūtmane. Übersetzungen und Redkation Russisch: Milēna Makarova, Aleksejs Andronovs, Nadežda Aleksejeva. Coverdesign: Krišs Salmanis. LU LITERATŪRAS, FOLKLORAS UN MĀKSLAS INSTITŪTS (Institut für Literatur, Folklore und Kunst der Lettischen Universität Riga) 2012. 496 Seiten, 6.00 Lat (Preis bei Direktbezug). ISBN 978-9934-8209-8-4.
Verlagsinfo:
Verlagsinfo:
Die von Krišjānis Barons gesammelten Latvju dainas (1894–1915)
die bisher umfangreichste Ausgabe lettischer Volkslieder — war Krönung
der nationalromantischen Epoche der Kulturgeschichte Lettlands. Im
Laufe der Zeit wurden die Dainas Symbol der lettischen kulturellen Identität, wobei die Volkslieder-Kartothek von Barons — der sogenannte dainu skapis (Dainu-Schrank) heute zum
UNESCO-Weltdokumentenerbe gehört. Diese Ausgabe der
Interlinearübersetzungen in englischer, deutscher und russischer Sprache
bietet die Möglichkeit einen Teil der Texte sowie die Struktur der
Originale der Latvju dainas kennenzulernen.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Teodoras Lepneris: Prūsų lietuvis (1690) / Der preusche Littau
Prūsų lietuvis / Teodoras Lepneris; Lietuvos istorijos institutas / Litauisches Historisches Institut; (Herausgegeben von Vilija Gerulaitienė]. Lietuvos istorijos instituto leidykla / Verlag des Historischen Instituts, Vilnius 2011. – 258 Seiten, ISBN 978-9955-847-39-7. Zweisprachige Ausgabe (Litauisch-Deutsch).
Info zum Buch:
Das Buch des evangelischen Pfarrers Theodor Lepner (um 1633–1691) aus Budwethen bei Ragnit (Ostpreußen) gehört zu den ersten Schriften über die Kultur und Sprache der Litauer überhaupt. Der strenge Geistliche beschrieb in recht kritischer Weise die Lebensweise der litauischen Bauern Ostpreußens, auch um der preußischen Obrigkeit die Notwendigkeit des moralischen Einflusses der Gesetzgebung und der evangelischen Kirche darzulegen.
Die gedruckte Danziger Ausgabe aus dem Jahre 1744 galt schon vor 150 Jahren als bibliophile Rarität. In den 1970er Jahren wurde in Berlin in der Staatsbibliothek eine Handschrift dieses Werkes aus dem Jahr 1690 entdeckt, die nun als Quelle für die erste litauisch-deutsche Buchausgabe diente, die 2011 in Vilnius erschien. Das Buch der Herausgeberin und Übersetzerin Vilija Gerulaitienė ist ein herausragendes Zeugnis der litauisch-deutschen Kulturbeziehungen in Ostpreußen.
Info zum Buch:
Das Buch des evangelischen Pfarrers Theodor Lepner (um 1633–1691) aus Budwethen bei Ragnit (Ostpreußen) gehört zu den ersten Schriften über die Kultur und Sprache der Litauer überhaupt. Der strenge Geistliche beschrieb in recht kritischer Weise die Lebensweise der litauischen Bauern Ostpreußens, auch um der preußischen Obrigkeit die Notwendigkeit des moralischen Einflusses der Gesetzgebung und der evangelischen Kirche darzulegen.
Die gedruckte Danziger Ausgabe aus dem Jahre 1744 galt schon vor 150 Jahren als bibliophile Rarität. In den 1970er Jahren wurde in Berlin in der Staatsbibliothek eine Handschrift dieses Werkes aus dem Jahr 1690 entdeckt, die nun als Quelle für die erste litauisch-deutsche Buchausgabe diente, die 2011 in Vilnius erschien. Das Buch der Herausgeberin und Übersetzerin Vilija Gerulaitienė ist ein herausragendes Zeugnis der litauisch-deutschen Kulturbeziehungen in Ostpreußen.
Sonntag, 11. November 2012
Sofie Oksanen: Stalins Kühe
Verlagsinfo:
Anna hat alles im Griff. Sie dient einer »Herrin«, der Bulimie, denn es gibt nichts Wichtigeres für sie, als einen vollkommenen Körper zu besitzen und unangreifbar zu sein.
Annas Eltern trennen sich, als ihre Mutter Katariina herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt. Sie, die Estin, verleugnet ihre Herkunft, weil sie weiß, welch schlechtes Ansehen Estinnen in Finnland haben – sie gelten als russische Huren, die es geschafft haben, durch Heirat nach Finnland zu entkommen. Aus Angst, dass ihrer Tochter die gleiche Verachtung zuteil wird wie ihr, darf diese die Sprache nicht lernen und keinem sagen, woher die Mutter stammt. Dabei fahren die beiden regelmäßig nach Estland, um die Familie zu unterstützen, die das Grauen der sowjetischen Arbeitslager kennenlernte und unter den Bespitzelungen und Erpressungen durch enge Vertraute litt. Während Anna um ihr Gewicht kämpft und lernen muss, dass sie wirklich krank ist und die anorektische Bulimie sie umbringen kann, erfährt der Leser die Hintergründe der Familiengeschichte, Ursache für Annas Leiden, die bis in die Zeit der Besetzung Estlands nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht.
In brillanter Sprache, mit genauer Kenntnis der historischen Hintergründe und einer meisterhaften Komposition beweist Sofi Oksanen erneut, warum ihre Romane weltweit gefeiert werden.
Samstag, 3. November 2012
Michèle Knodt, Sigita Urdze (Hrsg.):Die politischen Systeme der baltischen Staaten
ISBN: 978-3-531-19555-1, 34,95 €.
Verlagsinfo:
Mit diesem Band wird zum ersten Mal eine Einführung vorgelegt, die alle drei baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – systematisch vergleichend analysiert. Meist werden die drei Staaten vor allem von westlichen Beobachtern in einem Atemzug genannt. Während dies auf den ersten Blick gerechtfertigt sein mag, offenbart eine nähere Betrachtung neben Ähnlichkeiten auch gravierende Unterschiede zwischen den Staaten. Die Beiträge der baltischen und nicht-baltischen Experten, die in ihren thematischen Kapiteln immer alle drei baltischen Staaten vergleichend in den Blick nehmen, arbeiten gerade diese Gemeinsamkeiten und Divergenzen deutlich heraus. Somit eignet sich der Band sowohl für einen ersten Überblick als auch für den am Detail interessierten Leser. Dabei werden neben traditionellen Bereichen wie der Geschichte der baltischen Staaten und ihrer Transformation und Konstitution seit den 1990er Jahren auch sehr aktuelle und spezielle Bereiche der politischen Systeme der baltischen Staaten behandelt – so etwa die Auswirkungen der Finanzkrise und die Korruption in den drei Staaten.
Aus dem Inhalt:
Einleitung. - Die baltischen Staaten – Vielfalt in Einheit und doch verschieden?. - Die Geschichte der baltischen Staaten bis 1945. - Deutsche im Baltikum. - Baltische Staaten und ihre Gesellschaften
nach dem Zweiten Weltkrieg. - Die baltischen Staaten als Transformationsstaaten. - Lustration in den baltischen Staaten. Aktive Vergangenheitsbewältigung seit 1991. - Die baltischen Staaten und ihr Weg in die EU. - Zentralisierung als Paradox: Europäisierung in den baltischen Staaten?. - Konstitutionelle Verfasstheit der baltischen Staaten. - Beteiligungsformen ethnischer Minderheiten und demokratische Qualität in den baltischen Staaten. - Minderheiten und Minderheitenpolitik in den baltischen Staaten. - Fluide Parteiensysteme in den baltischen Staaten. - Interessenverbände und Zivilgesellschaft in den baltischen Staaten. - Politische Kultur im Baltikum: Entwicklungsverläufe und innergesellschaftliche Konfliktlinien. - Korruption in den baltischen Staaten. - Aufbau und Bewährung der Marktwirtschaften im Baltikum. - Wohlfahrtsregime in den baltischen Staaten: gemeinsame Vergangenheit, unterschiedliche Zukunft. - Doch eine Erfolgsgeschichte ? Zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in den baltischen Staaten. - Wirtschaftsmodell und Integrationsprozess der baltischen Staaten. Die Finanzkrise und ihre Konsequenzen. Ostseekooperation im Schatten der EU. Baltische Regionalpolitik mit unterschiedlichen Akzenten. - Die konzentrierte Außenpolitik der baltischen Staaten.
Donnerstag, 1. November 2012
Alina Baravykaite: Grammatikübungsbuch Litauisch
Buske Verlag, Hamburg 2012. 199 Seiten, ISBN 978-3-87548-631-5, 22.90 Euro.
Verlagsinfo:
Anfänger mit ersten Grundkenntnissen sowie fortgeschrittene Lernende können mit diesem Übungsbuch ihre Grammatikkenntnisse parallel zum Sprachunterricht oder im Selbststudium systematisch vertiefen. Übersichtlich und leicht verständlich werden in 50 Kapiteln alle wesentlichen Aspekte der litauischen Grammatik behandelt und anhand von Erklärungen, Tabellen und Beispielsätzen veranschaulicht. Jedes Kapitel schließt mit einer Vielzahl praxisnaher Übungen zur unmittelbaren Anwendung des gelernten Stoffes.
Der Anhang enthält einen Lösungsschlüssel zu allen Übungen, ein litauisch-deutsches Vokabelverzeichnis und ein Stichwortregister.
Verlagsinfo:
Anfänger mit ersten Grundkenntnissen sowie fortgeschrittene Lernende können mit diesem Übungsbuch ihre Grammatikkenntnisse parallel zum Sprachunterricht oder im Selbststudium systematisch vertiefen. Übersichtlich und leicht verständlich werden in 50 Kapiteln alle wesentlichen Aspekte der litauischen Grammatik behandelt und anhand von Erklärungen, Tabellen und Beispielsätzen veranschaulicht. Jedes Kapitel schließt mit einer Vielzahl praxisnaher Übungen zur unmittelbaren Anwendung des gelernten Stoffes.
Der Anhang enthält einen Lösungsschlüssel zu allen Übungen, ein litauisch-deutsches Vokabelverzeichnis und ein Stichwortregister.
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Gabrielé Žaidytė: Der Begriff des Musikalischen in der Malerei
Ende des 19. Anfang des 20.Jahrhunderts am Beispiel des litauischen Malers Mikolajus Konstantinas Čiulionis. DNIPRO Verlag, Kiew 2009. 344 Seiten, ISBN 966-578-164-2. (Dissertation, 2007, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Aus dem Vorwort:
Die Kulturgeschichte lehrt, daß das Phänomen der Kultur durch die Freiheit der Phantasie und die Macht des menschlichen Geistes bestimmt wird. In ihr, wie in den anderen Bereichen der Geisteswissenschaft, versucht man das Vergangene durch den Rückblick zu vergegenwärtigen, um über das Zeitgenössische reflektieren zu können und den eigenen Stand in der Geschichte zu definieren.
Ein höchst interessantes Phänomen ist, daß unabhängig seiner Nationalität, Geographie und Geschichte immer wieder Künstler versuchten, über die Bedingungen der Kunstgattungen hinaus eine Kunstsynthese zu suchen.
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist der Begriff der Musik in der Malerei des Fin de Siècle. In dieser Zeit nahm die Rolle der Musik in den bildenden Künsten besonders interessante und vielfältige Formen ein, und damit definierte sie ein besonders reiches Untersuchungsfeld. Allerdings, um die geistigen und Kulturhistorischen Voraussetzungen und Kontexte des Begriffs herauszuheben, wird sich die Abhandlung nicht nur auf die Malerei Ende des 19. Anfang des 20.Jahrhunderts beschränken, sondern auch die Geschichte des Paragone und die verschiedenen Ausdrucksformen der Synthese zwischen den beiden Kunstgattungen einbeziehen.
Aus dem Vorwort:
Die Kulturgeschichte lehrt, daß das Phänomen der Kultur durch die Freiheit der Phantasie und die Macht des menschlichen Geistes bestimmt wird. In ihr, wie in den anderen Bereichen der Geisteswissenschaft, versucht man das Vergangene durch den Rückblick zu vergegenwärtigen, um über das Zeitgenössische reflektieren zu können und den eigenen Stand in der Geschichte zu definieren.
Ein höchst interessantes Phänomen ist, daß unabhängig seiner Nationalität, Geographie und Geschichte immer wieder Künstler versuchten, über die Bedingungen der Kunstgattungen hinaus eine Kunstsynthese zu suchen.
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist der Begriff der Musik in der Malerei des Fin de Siècle. In dieser Zeit nahm die Rolle der Musik in den bildenden Künsten besonders interessante und vielfältige Formen ein, und damit definierte sie ein besonders reiches Untersuchungsfeld. Allerdings, um die geistigen und Kulturhistorischen Voraussetzungen und Kontexte des Begriffs herauszuheben, wird sich die Abhandlung nicht nur auf die Malerei Ende des 19. Anfang des 20.Jahrhunderts beschränken, sondern auch die Geschichte des Paragone und die verschiedenen Ausdrucksformen der Synthese zwischen den beiden Kunstgattungen einbeziehen.
Montag, 8. Oktober 2012
Karsten Brüggemann / Bradley D. Woodworth: Russland an der Ostsee.
Quellen und Studien zur baltischen Geschichte, Band 22. Imperiale Strategien der Macht und kulturelle Wahrnehmungsmuster (16. bis 20. Jahrhundert). Böhlau Verlag, Köln 2012, 423 Seiten, ISBN 978-3-412-20671-0, Preis: € 49.90 [D] | € 51.30 [A].
Verlagsinfo:
Die jahrhundertelange Beziehung zwischen Russland und dem Baltikum bietet mehr als die immer noch verbreitete Konzentration auf die Konfliktgeschichte erwarten lässt. In diesem Band analysieren Autorinnen und Autoren aus sechs Ländern die spezifisch russisch-baltischen Erfahrungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Aus ihren Beiträgen ergibt sich ein differenziertes Bild dieser Verflechtungsgeschichte, das neue Impulse für die Erforschung dieser historischen Nachbarschaft in all ihren Facetten liefert.
Karsten Brüggemann ist Professor für Estnische und Allgemeine Geschichte an der Universität Tallinn.
Bradley D. Woodworth ist Associate Professor für Geschichte an der Universität New Haven und Associate Research Scholar für Europäische Studien an der Yale Universität.
Aus dem Inhalt:
Teil I/Part I Wahrnehmung von Land und Leuten und imperi-ale Herrrschaftslegitimation
Anti Selart - Livland – ein russisches Erbland?
Aleksandr I. Filjuškin - Der Livländische Krieg ist der „Heilige Krieg„: Die europäische und die russische Perspektive
Ralph Tuchtenhagen - Russische Herrschaftslegitimation und Bilder von den Beherrschten in den russländischen Ostseeprovinzen (Generalgouvernements St. Petersburg, Estland, Livland) im 18. Jahrhundert
Karsten Brüggemann - The Baltic Provinces and Russian Perceptions in Late Imperial Russia
Tobias Privitelli - Reopening the Window to the West: The Soviet Perception of the Baltic States in the Interwar Period
Teil II/Part II Der imperiale Faktor in den Ostseeprovinzen, Finnland und Litauen
Nikolai N. Petrukhintsev - The Baltic Strategy of Peter the Great
Svetlana N. Kovalchuk - Der baltische Generalgouverneur Fürst Aleksandr A. Suvorov und die Verfolgung der Altgläubigen in Riga
Theodore R. Weeks - Lithuanians and Russification in the Late Imperial Period
Robert Schweitzer - Quasikonstitutionelle Herrschaft ohne „Regierungspartei“: Das Dilemma der angemessenen Vertretung gesamtstaatli-cher Interessen Russlands in den autonomen „Grenzmarken“ des Russischen Reichs
Natalia S. Andreeva - Die „baltische Frage„ und die Reformpolitik der Regierung in den Ostseeprovinzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Teil III/Part III Literarische Bilder und Propaganda
Katja Wiebe - Die Perspektive der russischen Literatur des späten Zaren-reichs auf den „Norden„ (Estland und Finnland)
Jelena Nõmm & Timur Guzairov - Soviet Propaganda and the Formation of the Image of Estonia in Soviet Printed Media, 1920–1940
Timur Guzairov - The Image of Estonians in Early Soviet Printed Media
Teil IV/Part IV Der lokale Faktor im imperialen Kontext
Verlagsinfo:
Die jahrhundertelange Beziehung zwischen Russland und dem Baltikum bietet mehr als die immer noch verbreitete Konzentration auf die Konfliktgeschichte erwarten lässt. In diesem Band analysieren Autorinnen und Autoren aus sechs Ländern die spezifisch russisch-baltischen Erfahrungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Aus ihren Beiträgen ergibt sich ein differenziertes Bild dieser Verflechtungsgeschichte, das neue Impulse für die Erforschung dieser historischen Nachbarschaft in all ihren Facetten liefert.
Karsten Brüggemann ist Professor für Estnische und Allgemeine Geschichte an der Universität Tallinn.
Bradley D. Woodworth ist Associate Professor für Geschichte an der Universität New Haven und Associate Research Scholar für Europäische Studien an der Yale Universität.
Aus dem Inhalt:
Teil I/Part I Wahrnehmung von Land und Leuten und imperi-ale Herrrschaftslegitimation
Anti Selart - Livland – ein russisches Erbland?
Aleksandr I. Filjuškin - Der Livländische Krieg ist der „Heilige Krieg„: Die europäische und die russische Perspektive
Ralph Tuchtenhagen - Russische Herrschaftslegitimation und Bilder von den Beherrschten in den russländischen Ostseeprovinzen (Generalgouvernements St. Petersburg, Estland, Livland) im 18. Jahrhundert
Karsten Brüggemann - The Baltic Provinces and Russian Perceptions in Late Imperial Russia
Tobias Privitelli - Reopening the Window to the West: The Soviet Perception of the Baltic States in the Interwar Period
Teil II/Part II Der imperiale Faktor in den Ostseeprovinzen, Finnland und Litauen
Nikolai N. Petrukhintsev - The Baltic Strategy of Peter the Great
Svetlana N. Kovalchuk - Der baltische Generalgouverneur Fürst Aleksandr A. Suvorov und die Verfolgung der Altgläubigen in Riga
Theodore R. Weeks - Lithuanians and Russification in the Late Imperial Period
Robert Schweitzer - Quasikonstitutionelle Herrschaft ohne „Regierungspartei“: Das Dilemma der angemessenen Vertretung gesamtstaatli-cher Interessen Russlands in den autonomen „Grenzmarken“ des Russischen Reichs
Natalia S. Andreeva - Die „baltische Frage„ und die Reformpolitik der Regierung in den Ostseeprovinzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Teil III/Part III Literarische Bilder und Propaganda
Katja Wiebe - Die Perspektive der russischen Literatur des späten Zaren-reichs auf den „Norden„ (Estland und Finnland)
Jelena Nõmm & Timur Guzairov - Soviet Propaganda and the Formation of the Image of Estonia in Soviet Printed Media, 1920–1940
Timur Guzairov - The Image of Estonians in Early Soviet Printed Media
Teil IV/Part IV Der lokale Faktor im imperialen Kontext
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Cornelius Hasselblatt: Estnische Literatur in deutscher Übersetzung
Eine Rezeptionsgeschichte vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2012, 478 Seiten, ISBN: 978-3-447-06586-3. 78,00 Eur[D] / 80,20 Eur[A] / 132,00 CHF.
Verlagsinfo:
Cornelius Hasselblatts Monographie zur Rezeptionsgeschichte der Estnischen Literatur in Deutschland behandelt alle aus dem Estnischen ins Deutsche übertragenen Texte von den frühesten folkloristischen Fragmenten aus dem 17. Jahrhundert bis hin zu modernen Romanübersetzungen und Hörbüchern aus dem 21. Jahrhundert. Damit wird die Rezeption einer ausländischen Literatur im deutschsprachigen Raum erstmals vollständig dargestellt. Es werden nicht nur Primärtexte, sondern auch etliche Sekundärtexte wie z.B. Rezensionen herangezogen. Neben den gut 300 monographischen Veröffentlichungen aus den letzten 150 Jahren werden auch zahllose verstreut publizierte Texte berücksichtigt. In dieser auf einer umfangreichen Materialsammlung basierenden Gesamtdarstellung lassen sich verschiedene Phasen wie Binnenrezeption, Pseudorezeption und "echte" Rezeption erkennen. Ein ausführlicher Anhang mit einem Verzeichnis der monographischen Veröffentlichungen und einem Personenregister verleiht dem Band Handbuchcharakter.
Verlagsinfo:
Cornelius Hasselblatts Monographie zur Rezeptionsgeschichte der Estnischen Literatur in Deutschland behandelt alle aus dem Estnischen ins Deutsche übertragenen Texte von den frühesten folkloristischen Fragmenten aus dem 17. Jahrhundert bis hin zu modernen Romanübersetzungen und Hörbüchern aus dem 21. Jahrhundert. Damit wird die Rezeption einer ausländischen Literatur im deutschsprachigen Raum erstmals vollständig dargestellt. Es werden nicht nur Primärtexte, sondern auch etliche Sekundärtexte wie z.B. Rezensionen herangezogen. Neben den gut 300 monographischen Veröffentlichungen aus den letzten 150 Jahren werden auch zahllose verstreut publizierte Texte berücksichtigt. In dieser auf einer umfangreichen Materialsammlung basierenden Gesamtdarstellung lassen sich verschiedene Phasen wie Binnenrezeption, Pseudorezeption und "echte" Rezeption erkennen. Ein ausführlicher Anhang mit einem Verzeichnis der monographischen Veröffentlichungen und einem Personenregister verleiht dem Band Handbuchcharakter.
Sonntag, 9. September 2012
Orbita - Worüber schweigen Freunde
Artur Punte, Semen Hanin, Sergej TimofejevVladimir Svetlov, Zhorzh Uallik. Auswahl und Übertragung aus dem Russischen: Viktor Hoffmann. Edition Bodoni, Berlin 2012. ISBN 978-3-940781-26-0, 15,00 €.
Verlagsinfo:
Zum ersten Mal kommt ein Lyrikband der lettischen Text-Gruppe Orbita in deutscher Sprache heraus. Mit dieser Ausgabe reiht sich edition bodoni in die Orbita-Publikationen ein, die bereits in Englisch, Italienisch, Schwedisch sowie in osteuropäischen Sprachen erschienen sind.
Die Gründungsmitglieder der Gruppe und Autoren dieses Bandes: Artur Punte, Sergej Timofejev, Semen Hanin, Vladimir Svetlov und Zhorzh Uallik leben in Riga, schreiben in Russisch und gehören zur Generation der heute Dreißigjährigen. Sie sehen sich in der vielfach gebrochenen Tradition der russischsprachigen Literatur im baltischen Raum.
Im Jahre 1999 vereinten sich fünf Freunde zu einer multimedialen Text-Gruppe, gaben sich den kosmischen Namen Orbita und machten sich zur Aufgabe, die Dichtung in die zeitgenössische Kunstlandschaft zu integrieren. Eines der Orbita-Gründungsmitglieder, Sergej Timofejev, erläutert ihre damalige Haltung wie folgt: »Als wir angefangen haben, hatten die Literaturautoren wenig mit Musikern oder bildenden Künstlern zu tun. Die Literatur schien sogar in einer stolzen Opposition zur gegenwärtigen Kultur zu sein. Wir sind schon unter anderen Umständen aufgewachsen, wir nährten uns von allem: von Video-Kunst, neuen Medien, Autorenfilmen, aber natürlich auch von der zeitgenössischen Dichtung und Musik. Deswegen empfanden wir es als selbstverständlich, das alles zusammenzubringen.«
Die Auswahl der Gedichte und ihre ebenbürtige Übertragung aus dem Russischen – für die der deutsche Leser zu danken hat – oblag Viktor Hoffmann, selbst ein Poet und Barde.
Verlagsinfo:
Zum ersten Mal kommt ein Lyrikband der lettischen Text-Gruppe Orbita in deutscher Sprache heraus. Mit dieser Ausgabe reiht sich edition bodoni in die Orbita-Publikationen ein, die bereits in Englisch, Italienisch, Schwedisch sowie in osteuropäischen Sprachen erschienen sind.
Die Gründungsmitglieder der Gruppe und Autoren dieses Bandes: Artur Punte, Sergej Timofejev, Semen Hanin, Vladimir Svetlov und Zhorzh Uallik leben in Riga, schreiben in Russisch und gehören zur Generation der heute Dreißigjährigen. Sie sehen sich in der vielfach gebrochenen Tradition der russischsprachigen Literatur im baltischen Raum.
Im Jahre 1999 vereinten sich fünf Freunde zu einer multimedialen Text-Gruppe, gaben sich den kosmischen Namen Orbita und machten sich zur Aufgabe, die Dichtung in die zeitgenössische Kunstlandschaft zu integrieren. Eines der Orbita-Gründungsmitglieder, Sergej Timofejev, erläutert ihre damalige Haltung wie folgt: »Als wir angefangen haben, hatten die Literaturautoren wenig mit Musikern oder bildenden Künstlern zu tun. Die Literatur schien sogar in einer stolzen Opposition zur gegenwärtigen Kultur zu sein. Wir sind schon unter anderen Umständen aufgewachsen, wir nährten uns von allem: von Video-Kunst, neuen Medien, Autorenfilmen, aber natürlich auch von der zeitgenössischen Dichtung und Musik. Deswegen empfanden wir es als selbstverständlich, das alles zusammenzubringen.«
Die Auswahl der Gedichte und ihre ebenbürtige Übertragung aus dem Russischen – für die der deutsche Leser zu danken hat – oblag Viktor Hoffmann, selbst ein Poet und Barde.
Samstag, 1. September 2012
Günter Lehmann: 4 1/2 Ossis suchen Ihr Glück
Spiegelberg Verlag, 2012. 408 Seiten, ISBN: 978-3-939043-13-3, 14.95 Euro.
Verlagsinfo:
Ermöglicht hat es die Wende. Die 4½ Ossis werden Geschäftsleute. Arbeitslosigkeit senkt das Einkommen. Mit den Einkommen kommen sie nicht aus. Brandt ist der erste in Litauen. Die anderen folgen ihm. Neue Versuche. Ein besseres Auskommen naht. Russlandaufträge fehlen. Kredite, Schutzgeldforderungen, hohe Mieten in US-Dollar. Machtteilung zwischen Mafiosi und Staat.
Sonntag, 12. August 2012
Edwin Geist: »Stündlich zähle ich die Tage ...«
Der 325. Band der Reihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK. Tagebuch für Lyda. März bis August 1942
Herausgegeben von Reinhard Kaiser. 280 Seiten inkl. CD mit Proben aus Geists musikalischem Werk
Originalausgabe | Nummeriert und limitiert. € 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A). Januar 2012, Die Andere Bibliothek - Band 325, ISBN:978-3-8218-6246-0.
Verlagsinfo:
»Was ich möchte? Ich will meine Frau wieder zurückhaben, die unschuldig im Ghetto leidet!« Edwin Geist, 10. Juni 1942
Wir werden Leser von intimen Tagebuchblättern, die nie für fremde Augen bestimmt waren, von Zwiegesprächen, die Edwin Geist mit der im gar nicht fernen Ghetto internierten, aber doch unerreichbaren, geliebten Frau führte – mit Lyda. Der als „Halbjude“ von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot bestrafte Komponist Edwin Geist war 1938 von Berlin ins litauische Kaunas gegangen, wo er sich in Lyda verliebte und sie heiratete.
Reinhard Kaiser ist vor Jahren auf diese atemberaubenden fünf Hefte gestoßen – und hat sie neu ediert und kommentiert. Sie zeugen von dem Mut und der List, mit der Edwin Geist bei den Nazi-Behörden die Freilassung seiner geliebten Lyda erreicht – nachdem es ihm selbst schon glücklich gelungen war, dem Ghetto zu entkommen. Edwin Geists Alltagschronik aus sechs Monaten erzählt von seiner Hoffnung und seiner Verzweiflung, von seinen Kompositionen und Lektüren – beim Warten auf Lyda.
Das »Tagebuch für Lyda« ist aber nicht nur ein Dokument der – wenn auch leider nur kurzzeitigen – Rettung dieses wundersamen Paares. Zur Geschichte dieses Tagebuchs gehören auch seine Odyssee – aus dem Kaunas der Nachkriegszeit bis zu Reinhard Kaiser – und die abenteuerlichen Wege des musikalischen Werkes eines Komponisten, der nun anhand von zwei Stücken auf einer Compact Disc wiederentdeckt werden kann.
Der Herausgeber
Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, lebt als Übersetzer und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Der Anderen Bibliothek ist er seit ihren Anfängen durch zahlreiche Übersetzungen und Editionen eng verbunden. Seine Übertragung von Grimmelshausens Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch wurde 2009 ein Bestseller, 2010 folgte seine Übersetzung von Grimmelshausens Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage/Der seltsame Springinsfeld. Bekannt sind seine Bücher Dieses Kind soll leben (1993) und Königskinder. Geschichte einer wahren Liebe (1996).
Herausgegeben von Reinhard Kaiser. 280 Seiten inkl. CD mit Proben aus Geists musikalischem Werk
Originalausgabe | Nummeriert und limitiert. € 32,– (D) | sFr 42,90 | € 32,90 (A). Januar 2012, Die Andere Bibliothek - Band 325, ISBN:978-3-8218-6246-0.
Verlagsinfo:
»Was ich möchte? Ich will meine Frau wieder zurückhaben, die unschuldig im Ghetto leidet!« Edwin Geist, 10. Juni 1942
Wir werden Leser von intimen Tagebuchblättern, die nie für fremde Augen bestimmt waren, von Zwiegesprächen, die Edwin Geist mit der im gar nicht fernen Ghetto internierten, aber doch unerreichbaren, geliebten Frau führte – mit Lyda. Der als „Halbjude“ von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot bestrafte Komponist Edwin Geist war 1938 von Berlin ins litauische Kaunas gegangen, wo er sich in Lyda verliebte und sie heiratete.
Reinhard Kaiser ist vor Jahren auf diese atemberaubenden fünf Hefte gestoßen – und hat sie neu ediert und kommentiert. Sie zeugen von dem Mut und der List, mit der Edwin Geist bei den Nazi-Behörden die Freilassung seiner geliebten Lyda erreicht – nachdem es ihm selbst schon glücklich gelungen war, dem Ghetto zu entkommen. Edwin Geists Alltagschronik aus sechs Monaten erzählt von seiner Hoffnung und seiner Verzweiflung, von seinen Kompositionen und Lektüren – beim Warten auf Lyda.
Das »Tagebuch für Lyda« ist aber nicht nur ein Dokument der – wenn auch leider nur kurzzeitigen – Rettung dieses wundersamen Paares. Zur Geschichte dieses Tagebuchs gehören auch seine Odyssee – aus dem Kaunas der Nachkriegszeit bis zu Reinhard Kaiser – und die abenteuerlichen Wege des musikalischen Werkes eines Komponisten, der nun anhand von zwei Stücken auf einer Compact Disc wiederentdeckt werden kann.
Der Herausgeber
Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, lebt als Übersetzer und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Der Anderen Bibliothek ist er seit ihren Anfängen durch zahlreiche Übersetzungen und Editionen eng verbunden. Seine Übertragung von Grimmelshausens Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch wurde 2009 ein Bestseller, 2010 folgte seine Übersetzung von Grimmelshausens Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage/Der seltsame Springinsfeld. Bekannt sind seine Bücher Dieses Kind soll leben (1993) und Königskinder. Geschichte einer wahren Liebe (1996).
Samstag, 4. August 2012
Oliver Rathkolb, Imbi Sooman (Hg.): Geschichtspolitik im erweiterten Ostseeraum
und ihre aktuellen Symptome - Historical Memory Culture in the Enlarged Baltic Sea Region and its Symptoms Today. Zeitgeschichte im Kontext, Band 4. Vienna University Press bei V&R unipress, Wien 2011, ISBN 978-3-89971-803-4, 217 Seiten, 37,90 Euro.
Verlagsinfo:
Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auch im erweiterten Ostseeraum geprägt von der Beschäftigung mit Geschichtspolitik und Erinnerung (Memory) sowie der Suche nach transnationalen vergleichenden europäischen Zugängen zu bisher nationalgeschichtlich geprägten Perspektiven.
Dieser Band analysiert den europäischen Raum im östlichen Norden am Beispiel der geschichtspolitischen Debatten seit 1991. Im Zentrum stehen zentrale historische Leitbilddebatten in den Transformationsphasen der estnischen, lettischen und litauischen Gesellschaften. Dabei hat die Reflexion über die kommunistische Diktatur einen hohen Stellenwert; ebenso die Auseinandersetzung mit Zweitem Weltkrieg und Holocaust. Als geschichtspolitische Kontrollgruppe werden Finnland, Schweden und Deutschland eingebunden.
aus dem Inhaltsverzeichnis:
Elena Zubkova - Sowjetische Vergangenheit der baltischen Staaten: Schwerpunkte und Kontroverse der kollektiven Erinnerung und Geschichtsschreibung
René Tebel - Das kollektive Gedächtnis Lettlands am Beispiel des „Latvijas Vēstures Atlants“ (Riga 2005)
Karsten Brüggemann - Gefangen in sowjetischen Denkmustern? Anmerkungen zum Umgang mit der sowjetischen Vergangenheit in Estland und Lettland
Vsevolod Bashkuev - Forced Migrations from Lithuania during the Soviet Period, 1940s– 1950s
Eva-Clarita Pettai - Establishing “Holocaust Memory” – A Comparison of Estonia and Latvia 159
Joachim Tauber - Vergangenheitsbewältigung in Litauen. Politik, Gesellschaft und der Holocaust nach 1945
Inhalt komplett
Verlagsinfo:
Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auch im erweiterten Ostseeraum geprägt von der Beschäftigung mit Geschichtspolitik und Erinnerung (Memory) sowie der Suche nach transnationalen vergleichenden europäischen Zugängen zu bisher nationalgeschichtlich geprägten Perspektiven.
Dieser Band analysiert den europäischen Raum im östlichen Norden am Beispiel der geschichtspolitischen Debatten seit 1991. Im Zentrum stehen zentrale historische Leitbilddebatten in den Transformationsphasen der estnischen, lettischen und litauischen Gesellschaften. Dabei hat die Reflexion über die kommunistische Diktatur einen hohen Stellenwert; ebenso die Auseinandersetzung mit Zweitem Weltkrieg und Holocaust. Als geschichtspolitische Kontrollgruppe werden Finnland, Schweden und Deutschland eingebunden.
aus dem Inhaltsverzeichnis:
Elena Zubkova - Sowjetische Vergangenheit der baltischen Staaten: Schwerpunkte und Kontroverse der kollektiven Erinnerung und Geschichtsschreibung
René Tebel - Das kollektive Gedächtnis Lettlands am Beispiel des „Latvijas Vēstures Atlants“ (Riga 2005)
Karsten Brüggemann - Gefangen in sowjetischen Denkmustern? Anmerkungen zum Umgang mit der sowjetischen Vergangenheit in Estland und Lettland
Vsevolod Bashkuev - Forced Migrations from Lithuania during the Soviet Period, 1940s– 1950s
Eva-Clarita Pettai - Establishing “Holocaust Memory” – A Comparison of Estonia and Latvia 159
Joachim Tauber - Vergangenheitsbewältigung in Litauen. Politik, Gesellschaft und der Holocaust nach 1945
Inhalt komplett
Donnerstag, 2. August 2012
Josef Penzendorfer (Hrsg.): Grenzenlos
Unterwegs ins Glück. Projekte Verlag, Halle/Saale 2012. 102 Seiten, ISBN Nr.: 978-3-86237-735-0, 14,50 Euro.
Verlagsinfo:
Zwischen den Schülern der Hauptschule Seitenstetten-Biberbach (Österreich) und dem Kedainiai Sviesioji Gymnasium (Litauen) entstand dieses Buchprojekt über die Liebe zwischen einem litauischen Mädchen und einem österreichischen Jungen, die sich im Internet kennelernen und in Paris zu einem Treffen verabreden - ohne dass ihre Eltern davon etwas wissen.
In diesem interessant gestalteten "Wendebuch" wird die Geschichte gleich zweimal aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.
Verlagsinfo:
Zwischen den Schülern der Hauptschule Seitenstetten-Biberbach (Österreich) und dem Kedainiai Sviesioji Gymnasium (Litauen) entstand dieses Buchprojekt über die Liebe zwischen einem litauischen Mädchen und einem österreichischen Jungen, die sich im Internet kennelernen und in Paris zu einem Treffen verabreden - ohne dass ihre Eltern davon etwas wissen.
In diesem interessant gestalteten "Wendebuch" wird die Geschichte gleich zweimal aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.
Donnerstag, 26. Juli 2012
Marju Mertelsmann / Olaf Mertelsmann: Landreform in Estland 1919
Die Reaktion von Esten und Deutschbalten. Tartuer historische Studien, Band 2. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2012, 114 Seiten, ISBN 978-3-8300-6274-5, 55,00 Euro (A 56.60).
Verlagsinfo:
Über Jahrhunderte hatten die Gutshöfe deutschbaltischer Großgrundbesitzer die Landschaft des Baltikums geprägt und zu einer erheblichen sozialen Ungleichheit der Gesellschaft geführt. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg die Republik Estland als unabhängiger Staat etablierte und von 1918 bis 1920 einen Freiheitskrieg gegen Sowjetrussland führte, stand eine lang erwartete Landreform an, die 1919 durchgeführt wurde. Diese war die radikalste sämtlicher derartiger Reformen in Ost- und Mitteleuropa mit Ausnahme der Sowjetunion. Diese Landreform stellte eine der wichtigsten politischen Maßnahmen der jungen Republik dar und sie wurde von den Zeitgenossen erhitzt debattiert. Ziel der Reform war eine Zerstörung des Großgrundbesitzes, ein Brechen der deutschbaltischen Vorherrschaft auf dem Lande und die Etablierung einer breiten Schicht von staatstreuen Landwirten. Soziale, wirtschaftliche und nationale Ziele überlagerten sich somit. Die Reform war weiterhin ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Deutschbalten von einer dominierenden Schicht hin zu einer nationalen Minderheit.
Die Monographie untersucht anhand der damaligen estländischen Presse, wie die Reaktion von Esten und Deutschbalten auf diese Landreform aussah. Diese war keinesfalls innerhalb beider Gruppen einheitlich und Stimmen der Kritik erhoben sich von mehreren Seiten. Die Autoren argumentieren, dass eine weniger radikale Landreform möglicherweise die deutschbaltische Minderheit besser in das junge Staatswesen integriert sowie zu geringeren ökonomischen Verlusten geführt hätte.
Verlagsinfo:
Über Jahrhunderte hatten die Gutshöfe deutschbaltischer Großgrundbesitzer die Landschaft des Baltikums geprägt und zu einer erheblichen sozialen Ungleichheit der Gesellschaft geführt. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg die Republik Estland als unabhängiger Staat etablierte und von 1918 bis 1920 einen Freiheitskrieg gegen Sowjetrussland führte, stand eine lang erwartete Landreform an, die 1919 durchgeführt wurde. Diese war die radikalste sämtlicher derartiger Reformen in Ost- und Mitteleuropa mit Ausnahme der Sowjetunion. Diese Landreform stellte eine der wichtigsten politischen Maßnahmen der jungen Republik dar und sie wurde von den Zeitgenossen erhitzt debattiert. Ziel der Reform war eine Zerstörung des Großgrundbesitzes, ein Brechen der deutschbaltischen Vorherrschaft auf dem Lande und die Etablierung einer breiten Schicht von staatstreuen Landwirten. Soziale, wirtschaftliche und nationale Ziele überlagerten sich somit. Die Reform war weiterhin ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Deutschbalten von einer dominierenden Schicht hin zu einer nationalen Minderheit.
Die Monographie untersucht anhand der damaligen estländischen Presse, wie die Reaktion von Esten und Deutschbalten auf diese Landreform aussah. Diese war keinesfalls innerhalb beider Gruppen einheitlich und Stimmen der Kritik erhoben sich von mehreren Seiten. Die Autoren argumentieren, dass eine weniger radikale Landreform möglicherweise die deutschbaltische Minderheit besser in das junge Staatswesen integriert sowie zu geringeren ökonomischen Verlusten geführt hätte.
Freitag, 20. Juli 2012
Reinis Kaudzīte / Matīss Kaudzīte: Landvermesserzeiten
Roman. Aus dem Lettischen übersetzt von Valdis Bisenieks. Edition und wissenschaftliche Redaktion: Kaspars Kļaviņš. Verlag Kaspars Kļaviņš, Salzburg, 2012. Die Originalausgabe erschien 1879 unter dem Titel „Mērnieku laiki“. Textredaktion: Austris Grasis. Illustrationen von Eduards Brencēns aus der Ausgabe von 1913. ISBN 978-3-9503342-0-1. 560 Seiten, 28,00 €.
Info zu Kaspars Kļaviņš
Info zu Kaspars Kļaviņš
Samstag, 2. Juni 2012
Frank Goyke: Mörder im Zug
Reihe "Ostsee-Krimi", Hinstorff Verlag Rostock, 352 Seiten, ISBN 978-3-356-01422-8, 9,95 Euro.
Verlagsinfo:
Auf einer nächtlichen S-Bahn-Fahrt nach Rostock wird ein junger Mann brutal erstochen. Tiefe Stichwunden und Spuren von verzweifelter Gegenwehr weisen auf ein Hassverbrechen hin. Mordmotive finden die Ermittler im beruflichen und privaten Umfeld des Opfers reichlich. Doch offenbar übersehen sie immer wieder etwas.
Der Ermordete war Andriejus Medanauskas, ein Fischzuchtexperte aus Lettland. Der junge Mann wollte einen Betriebsrat gründen und hatte sich seinen Chef, einen einflussreichen Güstrower Unternehmer, damit zum Feind gemacht. Zudem betreibt seine Verwandtschaft auffällig gering frequentierte italienische Restaurants und wohnt dennoch in einer Villa in bester Lage fast am Meer. Auch sein Privatleben erweist sich als Fundgrube für Verletzungen und Rachegefühle. Autor Frank Goyke schickt ein typisch norddeutsch-knorriges Kommissarenduo auf Spurensuche. Bei ihren Ermittlungen durchqueren Barbara „Dampframme“ Riedbiester und Jonas Uplegger einen Sumpf aus menschlichen Makeln, dumpfen Vorurteilen und tiefen Abgründen und bleiben dabei selbst nicht unangetastet. Dem Mörder allerdings kommen sie keinen Schritt näher. Denn wenn alles offensichtlich ist, muss man ein zweites Mal hinsehen ...
Frank Goyke, geboren 1961 in Rostock, studierte Theaterwissenschaften in Leipzig und arbeitete als Redakteur und Dramaturg in Berlin. Seit 1997 wirkt er hier als freier Schriftsteller, Lektor und Herausgeber.In der Reihe Ostseekrimi schreibt er Fälle aus Rostock.
Verlagsinfo:
Auf einer nächtlichen S-Bahn-Fahrt nach Rostock wird ein junger Mann brutal erstochen. Tiefe Stichwunden und Spuren von verzweifelter Gegenwehr weisen auf ein Hassverbrechen hin. Mordmotive finden die Ermittler im beruflichen und privaten Umfeld des Opfers reichlich. Doch offenbar übersehen sie immer wieder etwas.
Der Ermordete war Andriejus Medanauskas, ein Fischzuchtexperte aus Lettland. Der junge Mann wollte einen Betriebsrat gründen und hatte sich seinen Chef, einen einflussreichen Güstrower Unternehmer, damit zum Feind gemacht. Zudem betreibt seine Verwandtschaft auffällig gering frequentierte italienische Restaurants und wohnt dennoch in einer Villa in bester Lage fast am Meer. Auch sein Privatleben erweist sich als Fundgrube für Verletzungen und Rachegefühle. Autor Frank Goyke schickt ein typisch norddeutsch-knorriges Kommissarenduo auf Spurensuche. Bei ihren Ermittlungen durchqueren Barbara „Dampframme“ Riedbiester und Jonas Uplegger einen Sumpf aus menschlichen Makeln, dumpfen Vorurteilen und tiefen Abgründen und bleiben dabei selbst nicht unangetastet. Dem Mörder allerdings kommen sie keinen Schritt näher. Denn wenn alles offensichtlich ist, muss man ein zweites Mal hinsehen ...
Frank Goyke, geboren 1961 in Rostock, studierte Theaterwissenschaften in Leipzig und arbeitete als Redakteur und Dramaturg in Berlin. Seit 1997 wirkt er hier als freier Schriftsteller, Lektor und Herausgeber.In der Reihe Ostseekrimi schreibt er Fälle aus Rostock.
Mittwoch, 2. Mai 2012
Wolfgang Klietz: Ostseefähren im Kalten Krieg
Ch. Links Verlag, Berlin 2012. 192 Seiten, 112 Abbildungen, ISBN 978-3-86153-673-4. 29,90 Euro (D), 30,80 Euro (A), 41,90 sFr.
Verlagsinfo: Zwischen 1982 und 1986 wurde bei Sassnitz auf Rügen das größte Verkehrsprojekt der DDR verwirklicht: Für zwei Milliarden Mark errichteten in Mukran Tausende Arbeiter und Hunderte Bausoldaten einen vier Kilometer langen Fährhafen mit 120 Kilometern Gleisanlagen. Fünf riesige Doppelstockfähren mit Breitspurgleisen wickelten fortan einen großen Teil des Güterverkehrs mit der Sowjetunion von hier aus ab, wodurch ein zeit- und kostenaufwändiger Transit durch Polen vermieden wurde. Zugleich war es damit möglich, unbemerkt von Dritten gefährliche Militärgüter über die Ostsee zu transportieren. Die Fähren besaßen dafür in ihrem Inneren geheime Mannschaftsräume für 300 Soldaten.
Wolfgang Klietz legt eine anschauliche Dokumentation dieses Fährverkehrs im Kalten Krieg vor, wobei er die politischen Hintergründe genauso beleuchtet wie die Überwachungsaktionen der Geheimdienste und die Planungen für analoge Verbindungen nach Lübeck und Kiel.
Video zum Buch
Verlagsinfo: Zwischen 1982 und 1986 wurde bei Sassnitz auf Rügen das größte Verkehrsprojekt der DDR verwirklicht: Für zwei Milliarden Mark errichteten in Mukran Tausende Arbeiter und Hunderte Bausoldaten einen vier Kilometer langen Fährhafen mit 120 Kilometern Gleisanlagen. Fünf riesige Doppelstockfähren mit Breitspurgleisen wickelten fortan einen großen Teil des Güterverkehrs mit der Sowjetunion von hier aus ab, wodurch ein zeit- und kostenaufwändiger Transit durch Polen vermieden wurde. Zugleich war es damit möglich, unbemerkt von Dritten gefährliche Militärgüter über die Ostsee zu transportieren. Die Fähren besaßen dafür in ihrem Inneren geheime Mannschaftsräume für 300 Soldaten.
Wolfgang Klietz legt eine anschauliche Dokumentation dieses Fährverkehrs im Kalten Krieg vor, wobei er die politischen Hintergründe genauso beleuchtet wie die Überwachungsaktionen der Geheimdienste und die Planungen für analoge Verbindungen nach Lübeck und Kiel.
Video zum Buch
Montag, 2. April 2012
Ulrich Kronauer (Hg.): Aufklärer im Baltikum
Europäischer Kontext und regionale Besonderheiten. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2012. ISBN 978-3-8253-5921-8, 265 Seiten, 32 Euro.
Verlagsinfo:
Die baltische Aufklärungsbewegung ist eng mit der deutschen Aufklärung verbunden. Baltische Deutsche, Theologen, Historiker, Erzieher, Juristen engagierten sich als streitbare Publizisten, als gelehrte Sammler und Herausgeber von historischen Dokumenten und von Zeitschriften, als akademische Lehrer und Reformer. Sie argumentierten und publizierten, bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, vor dem Hintergrund der deutschen, aber auch der französischen und englischen Aufklärung. Sie taten dies unter russischer Oberherrschaft in deutscher Sprache, einer Sprache, die die überwiegende Mehrheit der Esten und Letten nicht erreichte.
Dem Versuch Garlieb Merkels, die Kluft zwischen Aufklärern und Aufzuklärenden wenigstens ansatzweise zu überwinden, ist ein Beitrag des Sammelbandes gewidmet, der aus einer Tagung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hervorgegangen ist. Andere Beiträge porträtieren bedeutende Sammler und ‚Litterärhistoriker’, beschäftigen sich mit Merkel und Carl Gustav Jochmann, mit Elisa von der Reckes Entlarvung Cagliostros. Schließlich werden die Reformen unter Katharina II. als Politik des aufgeklärten Absolutismus interpretiert.
Verlagsinfo:
Die baltische Aufklärungsbewegung ist eng mit der deutschen Aufklärung verbunden. Baltische Deutsche, Theologen, Historiker, Erzieher, Juristen engagierten sich als streitbare Publizisten, als gelehrte Sammler und Herausgeber von historischen Dokumenten und von Zeitschriften, als akademische Lehrer und Reformer. Sie argumentierten und publizierten, bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, vor dem Hintergrund der deutschen, aber auch der französischen und englischen Aufklärung. Sie taten dies unter russischer Oberherrschaft in deutscher Sprache, einer Sprache, die die überwiegende Mehrheit der Esten und Letten nicht erreichte.
Dem Versuch Garlieb Merkels, die Kluft zwischen Aufklärern und Aufzuklärenden wenigstens ansatzweise zu überwinden, ist ein Beitrag des Sammelbandes gewidmet, der aus einer Tagung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hervorgegangen ist. Andere Beiträge porträtieren bedeutende Sammler und ‚Litterärhistoriker’, beschäftigen sich mit Merkel und Carl Gustav Jochmann, mit Elisa von der Reckes Entlarvung Cagliostros. Schließlich werden die Reformen unter Katharina II. als Politik des aufgeklärten Absolutismus interpretiert.
Donnerstag, 15. März 2012
Frido Mann: Mein Nidden
Auf der Kurischen Nehrung. Mare Verlag, Hamburg 2012. 160 Seiten, ISBN 978-3-86648-148-0, 18,00 € / 25,90 SFR. Verlagsinfo:
»Wie auf einem Schiff« fühlte sich Thomas Mann in seinem Niddener Ferienhaus. Und in der Tat können die drei Sommer 1930-1932, welche die Manns im Fischerdorf Nidden auf der Kurischen Nehrung verlebten, einer schmalen Halbinsel zwischen Ostsee und Kurischem Haff, als eine Art Vor-Exil gelten, bevor die Familie über den Ozean nach Amerika emigrierte. Zwei Generationen später entdeckt nun Frido Mann, der Enkel Thomas Manns, bei zahlreichen Besuchen sein Nidden: Dabei wandelt er nicht nur auf den Spuren seiner Vorfahren, sondern zeichnet auch die wechselvolle Geschichte der Kurischen Nehrung im 20. Jahrhundert nach - hin- und hergerissen zwischen Deutschem Reich, Sowjetherrschaft und der Unabhängigkeit Litauens.
Mit Neugier, Empathie und Weitblick wirkt Frido Mann an der Zukunft des Niddener Hauses als eines Zentrums für interkulturellen Austausch mit. Nicht zuletzt entwirft er in seinem Buch ein eindrucksvolles Bild der überwältigenden Natur mit ihrer Mischung aus nördlichem und südlichem Charme und einem Himmel, der sich in fast endlosen Blautönen über dem Haff und der »europäischen Sahara« - dem berühmten Wanderdünenfeld - erstreckt.
Zum Autor: Frido Mann, geboren 1940 in Monterey/Kalifornien, arbeitete nach dem Studium der Musik, der Katholischen Theologie und der Psychologie viele Jahre als klinischer Psychologe in Münster, Leipzig und Prag. Er lebt heute als freier Schriftsteller in München.
Sonntag, 11. März 2012
Mārtiņš Putniņš: Die wilden Piroggenpiraten
Roman, ab 8 Jahren. Illustrator: Karsten Teich. Aus dem Lettischen von Matthias Knoll. Fischer Schatzinsel, S.Fischer Verlag Frankfurt 2012. 656 Seiten, ISBN: 978-3-596-85452-3. Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50 | SFR 21,90.
Verlagsinfo:
Einer für alle, alle für einen
Eine süße Mohnschnecke als Piratenkapitän, eine wilde Pirogge im Kloster, ein Hörnchen im Kerker, ein Eclair, der Schiffbruch erleidet.
Es wird wild gekämpft, es rieseln die Füllungen, und der Schlachtruf lautet: Macht sie zu Semmelbröseln!
Dieses Buch ist einzigartig. Es ist verrückt, wahnsinnig komisch und abgedreht. Und es hat alles, was ein großer Abenteuerroman braucht. Und alle, wirklich alle, werden ihren Spaß haben und lauthals lachen, wenn sie die essbaren Helden auf ihrem steinigen Weg zum großen Glück begleiten.
Ein Hoch auf alle Kaffeestückchen und Teigtaschen dieser Welt!
Mārtiņš Putniņš, geboren 1950 in Valmiera, Lettland, ist Theater-, Drehbuch- und Kinderbuchautor, Illustrator, Filmproduzent, Schauspieler, Puppenspieler und Bühnenbildner.
Verlagsinfo:
Einer für alle, alle für einen
Eine süße Mohnschnecke als Piratenkapitän, eine wilde Pirogge im Kloster, ein Hörnchen im Kerker, ein Eclair, der Schiffbruch erleidet.
Es wird wild gekämpft, es rieseln die Füllungen, und der Schlachtruf lautet: Macht sie zu Semmelbröseln!
Dieses Buch ist einzigartig. Es ist verrückt, wahnsinnig komisch und abgedreht. Und es hat alles, was ein großer Abenteuerroman braucht. Und alle, wirklich alle, werden ihren Spaß haben und lauthals lachen, wenn sie die essbaren Helden auf ihrem steinigen Weg zum großen Glück begleiten.
Ein Hoch auf alle Kaffeestückchen und Teigtaschen dieser Welt!
Mārtiņš Putniņš, geboren 1950 in Valmiera, Lettland, ist Theater-, Drehbuch- und Kinderbuchautor, Illustrator, Filmproduzent, Schauspieler, Puppenspieler und Bühnenbildner.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Philipp Herzog: Sozialistische Völkerfreundschaft, nationaler Widerstand oder harmloser Zeitvertreib?
Zur politischen Funktion der Volkskunst im sowjetischen Estland. Ibidem-Verlag Stuttgart, 2012. 226 Seiten, ISBN 978-3-8382-0216-7 / ISSN 1614-3515. 29,90 Euro. Mit einem Vorwort von Andreas Kappeler.
Verlagsinfo:
Die „Singende Revolution“ im Baltikum leitete den Zusammenbruch der UdSSR ein. Die großen, folkloristisch geprägten,baltischen Sängerfeste – Namensgeber der Revolution – wurdenauch hierzulande als kraftvoller Ausdruck desWunsches nach Unabhängigkeit deutlich wahrgenommen. 20 Jahre nach dem Höhepunkt der nationalen Folklorewelle verwundern die immer noch überdurchschnittliche Präsenz von Folklore im Alltag und die vielen Kontinuitäten, welche eine ambivalente sowjetische Folklore- und Nationalitätenpolitik im neuen Nationalstaat Estland hinterlassen hat.Die Frage stellt sich, wie diesowjetische Volkskunstpflege ihr kommunistisches Image ablegen und – als „echt estnisch“ anerkannt – beinahe unverändert weiterbestehen konnte und warum gleichzeitig das Thema „Volkskultur“ bis heute nichts an seiner Relevanz für die Identität der baltischen Völker verloren hat. Zur Beantwortung dieser Fragen geht die Arbeit zurück in die „Goldene Zeit“ der sowjetestnischen Volkskunstpflege um das Jahr 1970 und richtet ihren Fokus auf die gelebte Praxis. Sie schildert den institutionellen Aufbau und dessen Einfluss auf die Werthaltung der Menschen, beschreibt die ideologischen Regeln und wie diese umgangen bzw. zurechtgeformt wurden und eröffnet den Blick auf eine zu dieser Zeit entstehende Folkloreprotestbewegung.Damit beschreitet die Arbeit wissenschaftliches Neuland, deren Erkenntniswert weit über Estland und die Folklorethematik hinausgreift. Als Teil des gesamtsowjetisch gleichen Modells der institutionalisierten und monopolisierten Freizeitgestaltung prägte das „Laienkunstsystem“ den Alltag von Millionen von Menschen im sowjetischen Machtbereich, dessen Fortwirken in weiten Teilen Osteuropas bis heutespürbar ist.
Verlagsinfo:
Die „Singende Revolution“ im Baltikum leitete den Zusammenbruch der UdSSR ein. Die großen, folkloristisch geprägten,baltischen Sängerfeste – Namensgeber der Revolution – wurdenauch hierzulande als kraftvoller Ausdruck desWunsches nach Unabhängigkeit deutlich wahrgenommen. 20 Jahre nach dem Höhepunkt der nationalen Folklorewelle verwundern die immer noch überdurchschnittliche Präsenz von Folklore im Alltag und die vielen Kontinuitäten, welche eine ambivalente sowjetische Folklore- und Nationalitätenpolitik im neuen Nationalstaat Estland hinterlassen hat.Die Frage stellt sich, wie diesowjetische Volkskunstpflege ihr kommunistisches Image ablegen und – als „echt estnisch“ anerkannt – beinahe unverändert weiterbestehen konnte und warum gleichzeitig das Thema „Volkskultur“ bis heute nichts an seiner Relevanz für die Identität der baltischen Völker verloren hat. Zur Beantwortung dieser Fragen geht die Arbeit zurück in die „Goldene Zeit“ der sowjetestnischen Volkskunstpflege um das Jahr 1970 und richtet ihren Fokus auf die gelebte Praxis. Sie schildert den institutionellen Aufbau und dessen Einfluss auf die Werthaltung der Menschen, beschreibt die ideologischen Regeln und wie diese umgangen bzw. zurechtgeformt wurden und eröffnet den Blick auf eine zu dieser Zeit entstehende Folkloreprotestbewegung.Damit beschreitet die Arbeit wissenschaftliches Neuland, deren Erkenntniswert weit über Estland und die Folklorethematik hinausgreift. Als Teil des gesamtsowjetisch gleichen Modells der institutionalisierten und monopolisierten Freizeitgestaltung prägte das „Laienkunstsystem“ den Alltag von Millionen von Menschen im sowjetischen Machtbereich, dessen Fortwirken in weiten Teilen Osteuropas bis heutespürbar ist.
Freitag, 6. Januar 2012
Christoph Diekmann: Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941-1944
2 Bände, zusammen 1605 Seiten, Einband gebunden mit Schutzumschlag. Wallstein Verlag, Göttingen 2011. ISBN: 978-3-8353-0929-6. Verkaufspreise: € 79,00 (D), € 81,30 (A), CHF 106,00.
Verlagsinfo:
Die deutschen Verbrechen in Litauen aus der Perspektive der Besatzer, der Bevölkerung und der Opfer.
In Litauen verloren mindestens 420.000 Menschen als Folge der deutschen Besatzungspolitik zwischen 1941 und 1944 ihr Leben. Sie wurden von Deutschen und litauischen Helfern ermordet. Christoph Dieckmann analysiert die Prozesse in Politik und Wirtschaft im besetzten Litauen und nimmt auch die nationale Vorgeschichte in den Blick. Auf der Basis deutscher, litauischer und jüdischer Quellen analysiert er im ersten Band die deutsche Besatzungspolitik und ihre Massenverbrechen im Kontext der deutschen Kriegführung und stellt die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Gruppen dar.
Im Mittelpunkt dieser multiperspektivischen Erzählung der Shoah steht die vor allem im zweiten Band behandelte jüdische Opferperspektive. Dieckmann bezieht in seiner Darstellung das bisher weitgehend unbekannte Geschehen in der litauischen Provinz und den zahlreichen Ghettos und Arbeitslagern ein. Er rekonstruiert auch das Schicksal anderer Opfergruppen anhand deutscher und sowjetischer Quellen. Ein eigenens Kapitel ist der Geschichte der vielfältigen Widerstandsgruppen von Juden, Litauern, Polen und sowjetischen Partisanen gewidmet.
Verlagsinfo:
Die deutschen Verbrechen in Litauen aus der Perspektive der Besatzer, der Bevölkerung und der Opfer.
In Litauen verloren mindestens 420.000 Menschen als Folge der deutschen Besatzungspolitik zwischen 1941 und 1944 ihr Leben. Sie wurden von Deutschen und litauischen Helfern ermordet. Christoph Dieckmann analysiert die Prozesse in Politik und Wirtschaft im besetzten Litauen und nimmt auch die nationale Vorgeschichte in den Blick. Auf der Basis deutscher, litauischer und jüdischer Quellen analysiert er im ersten Band die deutsche Besatzungspolitik und ihre Massenverbrechen im Kontext der deutschen Kriegführung und stellt die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Gruppen dar.
Im Mittelpunkt dieser multiperspektivischen Erzählung der Shoah steht die vor allem im zweiten Band behandelte jüdische Opferperspektive. Dieckmann bezieht in seiner Darstellung das bisher weitgehend unbekannte Geschehen in der litauischen Provinz und den zahlreichen Ghettos und Arbeitslagern ein. Er rekonstruiert auch das Schicksal anderer Opfergruppen anhand deutscher und sowjetischer Quellen. Ein eigenens Kapitel ist der Geschichte der vielfältigen Widerstandsgruppen von Juden, Litauern, Polen und sowjetischen Partisanen gewidmet.
Dienstag, 3. Januar 2012
Wessel/Götz/Makhotina (Hg.): Vilnius
Martin Schulze Wessel (Hg.), Irene Götz (Hg.), Ekaterina Makhotina (Hg.):Vilnius.Geschichte und Gedächtnis einer Stadt zwischen den Kulturen. Campus Verlag Frankfurt / New York, 248 Seiten, 86 s/w-Abbildungen € 29,90.
Verlagsinfo:
Litauens Hauptstadt Vilnius wurde im 20. Jahrhundert zum Brennpunkt sozialer und nationaler Revolutionen, von Kriegen und Besatzungen. Insbesondere seit der politischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 begann sich die Stadt neu in Europa zu verorten und ihre Geschichte neu zu entdecken. Bereits seit Jahrhunderten ist die Stadt ein Erfahrungsraum verschiedener Kulturen. Spuren vergangener Lebenswelten und Identitäten zeigen sich bis heute in der Vielfalt der städtischen Architektur und Topografie. So gibt es neben dem litauischen das polnische und das jüdisch-jiddische, das russische und das weißrussische Vilnius: Orte, die von verschiedenen nationalen und konfessionellen Gruppen in Besitz genommen wurden. Die Autorinnen und Autoren des Bandes nehmen uns mit auf eine Entdeckungsreise und zeigen uns Vilnius in seiner historischen und kulturellen Vielfalt. Anschaulich vermitteln sie, wie sehr Gegenwart und Zukunft der Stadt mit den historischen Erfahrungen verwoben sind.
Die Autoren:
Martin Schulze Wessel ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Irene Götz ist Professorin am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie an der LMU München. Ekaterina Makhotina, M. A., ist Historikerin am Collegium Carolinum in München.
Samstag, 17. Dezember 2011
Gateways - Kunst und vernetzte Kultur
Erscheint im Rahmen von Tallinn, Kulturhauptstadt Europas 2011. Hrsg. Sabine Himmelsbach, KUMU Art Museum Tallinn, Ralf Eppeneder, Goethe Institut Estland. Hatje Cantz Verlag Berlin 2011. Texte von Sirje Helme, Sabine Himmelsbach, Raivo Kelomees, Tapio Mäkelä, Karin Ohlenschläger u.a., Gestaltung von Labor b. Deutsch/Englisch/Estnisch.264 Seiten, 105 farbige Abb., 35 Euro.
Verlagsinfo:
Die Publikation gateways präsentiert Künstler und Werke, die sich mit den veränderten Bedingungen einer vernetzten, zunehmend medial geprägten Lebenswelt auseinandersetzen. Ihre Arbeiten reflektieren den »digital turn«, indem sie aufzeigen, wie Kunst heute in globalen Kommunikationsnetzwerken agiert und Zugänge zu Konnektivität und Information schafft oder kritisch hinterfragt. Bestehende Technologien werden dabei als soziale, gemeinschaftsbildende Instrumente und Werkzeuge genutzt. Künstlerische Praxis wird als Möglichkeit des Sichtbarmachens unterdrückten Wissens, als Zugang (gateway) zu Informationen verstanden. In unterschiedlichen künstlerischen Formaten – von screenbasierten Installationen bis zu skulpturalen Environments, Einsatz mobiler Technologien, Soundwalks und anderem mehr – wird der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen die zunehmende Vernetzung auf unsere Handlungen, unsere Wahrnehmung und unser Erleben von Welt hat.
Zur Ausstellung im KUMU Kunstmuseum, Tallinn 12.5.-25.9.2011
Verlagsinfo:
Die Publikation gateways präsentiert Künstler und Werke, die sich mit den veränderten Bedingungen einer vernetzten, zunehmend medial geprägten Lebenswelt auseinandersetzen. Ihre Arbeiten reflektieren den »digital turn«, indem sie aufzeigen, wie Kunst heute in globalen Kommunikationsnetzwerken agiert und Zugänge zu Konnektivität und Information schafft oder kritisch hinterfragt. Bestehende Technologien werden dabei als soziale, gemeinschaftsbildende Instrumente und Werkzeuge genutzt. Künstlerische Praxis wird als Möglichkeit des Sichtbarmachens unterdrückten Wissens, als Zugang (gateway) zu Informationen verstanden. In unterschiedlichen künstlerischen Formaten – von screenbasierten Installationen bis zu skulpturalen Environments, Einsatz mobiler Technologien, Soundwalks und anderem mehr – wird der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen die zunehmende Vernetzung auf unsere Handlungen, unsere Wahrnehmung und unser Erleben von Welt hat.
Zur Ausstellung im KUMU Kunstmuseum, Tallinn 12.5.-25.9.2011
Mittwoch, 16. November 2011
Mare Kitsnik / Leelo Kingisepp: Sprachkurs Plus - Estnisch
Sprachkurs Plus - Anfänger. Estnisch, systematisch, schnell und gut. Cornelsen Verlag, Berlin 2011. Selbstlernbuch mit CDs und kostenlosem MP3-Download. 320 Seiten, ISBN 978-3-589-01926-7, 26,95 Euro (wird Lehrerinnen und Lehrern ermäßigt angeboten).
Verlagsinfo:
Estnisch wird von ungefähr 1,1 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen 950.000 in Estland leben. Die restlichen Sprecher sind auf der ganzen Welt verteilt, von denen der größte Anteil in Amerika, Australien, Kanada, Russland, Schweden und zunehmend auch in Finnland lebt. Estnisch ist die einzige Amtssprache in der Republik Estland, die eine Bevölkerung von ca. 1,3 Millionen hat. Der Rest der Bevölkerung (ca. 350.000 Personen) ist hauptsächlich russischsprachig, und lernt und spricht Estnisch als zweite Sprache. Das Estnische gehört zusammen mit Sprachen wie Finnisch und Ungarisch zur Gruppe der finno-ugrischen Sprachen, die sich deutlich von den indoeuropäischen Sprachen, zu denen u.a. das Deutsche gehört, unterscheiden. Dies mag für Sie anfangs ungewöhnlich sein, da zum Beispiel vieles durch Endungen ausgedrückt wird, wofür es im Deutschen Präpositionen gibt. Um Ihnen das Lernen zu erleichtern, haben wir in den Vokabellisten jeweils die Grundform des neuen Wortes, das seine Form je nach Stellung im Satz ändert, angegeben, sowie je nach Fortschritt in der Grammatik auf die dazugehörigen Stammformen hingewiesen, die wichtig sind, um alle fehlenden Formen korrekt bilden zu können. In der Wortliste am Ende des Buches sind die gesamten Formen eines Wortes angegeben.
Die Esten sind sich wohl bewußt, dass ihre Sprache schwierig ist. Sie sollten sich davon jedoch nicht entmutigen lassen. Dieser Kurs bietet Ihnen neben der nötigen Grammatik auch fertige Konversationsstücke, die Sie für eine Unterhaltung auf Estnisch benötigen.
Verlagsinfo:
Estnisch wird von ungefähr 1,1 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen 950.000 in Estland leben. Die restlichen Sprecher sind auf der ganzen Welt verteilt, von denen der größte Anteil in Amerika, Australien, Kanada, Russland, Schweden und zunehmend auch in Finnland lebt. Estnisch ist die einzige Amtssprache in der Republik Estland, die eine Bevölkerung von ca. 1,3 Millionen hat. Der Rest der Bevölkerung (ca. 350.000 Personen) ist hauptsächlich russischsprachig, und lernt und spricht Estnisch als zweite Sprache. Das Estnische gehört zusammen mit Sprachen wie Finnisch und Ungarisch zur Gruppe der finno-ugrischen Sprachen, die sich deutlich von den indoeuropäischen Sprachen, zu denen u.a. das Deutsche gehört, unterscheiden. Dies mag für Sie anfangs ungewöhnlich sein, da zum Beispiel vieles durch Endungen ausgedrückt wird, wofür es im Deutschen Präpositionen gibt. Um Ihnen das Lernen zu erleichtern, haben wir in den Vokabellisten jeweils die Grundform des neuen Wortes, das seine Form je nach Stellung im Satz ändert, angegeben, sowie je nach Fortschritt in der Grammatik auf die dazugehörigen Stammformen hingewiesen, die wichtig sind, um alle fehlenden Formen korrekt bilden zu können. In der Wortliste am Ende des Buches sind die gesamten Formen eines Wortes angegeben.
Die Esten sind sich wohl bewußt, dass ihre Sprache schwierig ist. Sie sollten sich davon jedoch nicht entmutigen lassen. Dieser Kurs bietet Ihnen neben der nötigen Grammatik auch fertige Konversationsstücke, die Sie für eine Unterhaltung auf Estnisch benötigen.
Donnerstag, 10. November 2011
Marie Saat: Im Grunde
Novelle, 144 Seiten, Ihleo Verlagsbüro, Husum 2011. ISBN 978-3-940926-20-3, 16,95 Euro (17,50 Euro/A). Übersetzung aus dem Estnischen: Irja Grönholm.
Verlagsinfo:
Ein schwedischer Kunsthändler, eine griesgrämige Großmutter, die orthodoxe Nachbarin, ein transsexuelles Malermodell, ein eifersüchtiger Stiefsohn und der zupackend-praktische Onkel ? das Leben der estnisch-russische Malerin ist kompliziert, ein flimmerndes Spiegelbild der Verhältnisse Mitte der 1990er-Jahre in den europäischen Umbruchsstaaten: Alles Alte wirkt noch nach, alles Neue ist schon möglich. Während man also im Grunde mit der Komplexität des Alltags beschäftigt ist, passiert ? unpassend irgendwie ? einfach ein entsetzliches Unglück: 852 Tote, eine stürmische Septembernacht in der gerne harmlosen Ostsee, die Estonia geht unter, der Vater ihrer kleinen Tochter ist unter den Vermissten.Die Welt der jungen Frau zerspringt wie eine Glaskugel in Tausende Facetten, und sie sucht, diese wieder zusammenzufügen. Eine aufregende Reise in das Herz ihres Universums beginnt, schillernd, anrührend, voller Vorurteilen und vorläufiger Wahrheiten, geistreich und lebensecht ?
MARI SAAT ist Dozentin für Wirtschaftsethik an der TU Tallin. Jahrgang 1947, aufgewachsen in Tallinn, studierte sie auch dort Ökonomie und arbeitete als Wissenschaftlerin. Das Jahrzehnt von 1983?1993 lebte sie von der Schriftstellerei, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen wie dem Friedebert-Tuglas-Preis. Zahlreiche ihrer Schriften sind übersetzt worden, z. B. ins Bulgarische, Englische, Finnische, Russische, Slowakische, Deutsche und ins Ungarische. IM GRUNDE, im Jahr 2000 mit dem Jahrespreis des estnischen Kulturförderung ausgezeichnet, ist ihre erste Novelle in deutscher Übersetzung.
Verlagsinfo:
Ein schwedischer Kunsthändler, eine griesgrämige Großmutter, die orthodoxe Nachbarin, ein transsexuelles Malermodell, ein eifersüchtiger Stiefsohn und der zupackend-praktische Onkel ? das Leben der estnisch-russische Malerin ist kompliziert, ein flimmerndes Spiegelbild der Verhältnisse Mitte der 1990er-Jahre in den europäischen Umbruchsstaaten: Alles Alte wirkt noch nach, alles Neue ist schon möglich. Während man also im Grunde mit der Komplexität des Alltags beschäftigt ist, passiert ? unpassend irgendwie ? einfach ein entsetzliches Unglück: 852 Tote, eine stürmische Septembernacht in der gerne harmlosen Ostsee, die Estonia geht unter, der Vater ihrer kleinen Tochter ist unter den Vermissten.Die Welt der jungen Frau zerspringt wie eine Glaskugel in Tausende Facetten, und sie sucht, diese wieder zusammenzufügen. Eine aufregende Reise in das Herz ihres Universums beginnt, schillernd, anrührend, voller Vorurteilen und vorläufiger Wahrheiten, geistreich und lebensecht ?
MARI SAAT ist Dozentin für Wirtschaftsethik an der TU Tallin. Jahrgang 1947, aufgewachsen in Tallinn, studierte sie auch dort Ökonomie und arbeitete als Wissenschaftlerin. Das Jahrzehnt von 1983?1993 lebte sie von der Schriftstellerei, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen wie dem Friedebert-Tuglas-Preis. Zahlreiche ihrer Schriften sind übersetzt worden, z. B. ins Bulgarische, Englische, Finnische, Russische, Slowakische, Deutsche und ins Ungarische. IM GRUNDE, im Jahr 2000 mit dem Jahrespreis des estnischen Kulturförderung ausgezeichnet, ist ihre erste Novelle in deutscher Übersetzung.
Dienstag, 1. November 2011
Irina Leytus / Paul Abramowitz: Panevezyser Mühlen der Geschichte
Eine jüdische Spurensuche in Litauen. Martin Meidenbauer Verlag 2011, 94 Seiten, ISBN 9783899752410, 19,90 Euro.
Verlagsinfo:
Irina Leytus und Paul Abramowitz sind beide Mitte Vierzig. Eine weitere Gemeinsamkeit sind ihre jüdischen Wurzeln in Osteuropa: Irina Leytus’ Vorfahren stammen aus Litauen, Weißrussland und Bessarabien, Paul Abramowitz stammt sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits aus Litauen. Irina Leytus emigrierte noch zur Sowjetzeiten ohne ihre Familie in den Westen und lebt seit zehn Jahren in Berlin; Paul Abramowitz studierte in den USA und arbeitete als Arzt in Philadelphia, bis er 1993, nach Ausrufung der ersten freien Wahlen in Südafrika, nach Kapstadt zurückkehrte.
Verlagsinfo:
Über dieses Buch:
Als sich der Südafrikaner Paul Abramowitz auf Spurensuche nach seinen Vorfahren nach Litauen begibt, begleitet ihn die aus Russland stammende Journalistin Irina Leytus als Dolmetscherin. In Archiven und von Zeugen erfahren sie viel über die „verlorene Zeit“ in Panevezys, wo Paul Abramowitz' Vorfahren im 19. Jahrhundert eine Mühle betrieben und eine Synagoge gebaut haben. Sie finden auch deutliche Spuren des Zweiten Weltkrieges und der jüngsten Geschichte dieses baltischen Landes. Durch vielfältige Begegnungen erfahren und erleben sie das Heute von Litauen.
Die Geschichten von Paul Abramowitz' Vorfahren bilden Mosaiksteine eines persönlichen Bildes vergangenen jüdisch-litauischen Lebens. Diese werden hier in den historischen Kontext eingebettet, vom Mittelalter bis heute. Autobiographische Notizen des russisch-litauischen Historikers Simon Dubnow ergänzen das Gesamtbild und schlagen darüber hinaus Brücken von Litauen und Vilnius nach Deutschland und Berlin.
Über die Autoren:Als sich der Südafrikaner Paul Abramowitz auf Spurensuche nach seinen Vorfahren nach Litauen begibt, begleitet ihn die aus Russland stammende Journalistin Irina Leytus als Dolmetscherin. In Archiven und von Zeugen erfahren sie viel über die „verlorene Zeit“ in Panevezys, wo Paul Abramowitz' Vorfahren im 19. Jahrhundert eine Mühle betrieben und eine Synagoge gebaut haben. Sie finden auch deutliche Spuren des Zweiten Weltkrieges und der jüngsten Geschichte dieses baltischen Landes. Durch vielfältige Begegnungen erfahren und erleben sie das Heute von Litauen.
Die Geschichten von Paul Abramowitz' Vorfahren bilden Mosaiksteine eines persönlichen Bildes vergangenen jüdisch-litauischen Lebens. Diese werden hier in den historischen Kontext eingebettet, vom Mittelalter bis heute. Autobiographische Notizen des russisch-litauischen Historikers Simon Dubnow ergänzen das Gesamtbild und schlagen darüber hinaus Brücken von Litauen und Vilnius nach Deutschland und Berlin.
Irina Leytus und Paul Abramowitz sind beide Mitte Vierzig. Eine weitere Gemeinsamkeit sind ihre jüdischen Wurzeln in Osteuropa: Irina Leytus’ Vorfahren stammen aus Litauen, Weißrussland und Bessarabien, Paul Abramowitz stammt sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits aus Litauen. Irina Leytus emigrierte noch zur Sowjetzeiten ohne ihre Familie in den Westen und lebt seit zehn Jahren in Berlin; Paul Abramowitz studierte in den USA und arbeitete als Arzt in Philadelphia, bis er 1993, nach Ausrufung der ersten freien Wahlen in Südafrika, nach Kapstadt zurückkehrte.
Freitag, 28. Oktober 2011
Michael Jaumann / Klaus Schenk (Hrsg.): Erinnerungsmetropole Riga
Deutschsprachige Literatur- und Kulturvielfalt im Vergleich. Verlag Königshausen und Neumann, Würzburg 2010. ISBN: 978-3-8260-4435-9, € 49,80.
Verlagsinfo:
Europäische Metropolen sind Schauplätze der sprachlichen und kulturellen Vielfalt sowie der Erinnerung an ihre Geschichte. Wenig ins Blickfeld geriet bisher die deutschsprachige Erinnerungskultur der nordosteuropäischen Metropole Riga. Besonders aber die Geschichte des wechselvollen Zusammenlebens von Letten, Russen, Deutschen, Juden und anderen Minderheiten in Riga eröffnet Fragestellungen nach der Verortung der deutschsprachigen Literatur- und Kulturvielfalt im baltischen Erinnerungsraum. Eine wesentliche Frage zielt dabei auf die Konkretisierung von Erinnerung im urbanen Kontext Rigas. Aber auch als imaginärer Schauplatz von literarischen Topoi eröffnet die Erinnerungsmetropole Riga eine Vielfalt an kulturellen Perspektiven. Behandelt werden folgende Gesichtspunkte: Städte im Umbau, Gedenken und Verorten, Medien der Erinnerung, Gedächtnis und Geschichte, Erinnerungsmetropolen im Vergleich. Mit Beiträgen von Jan Assmann, Aleida Assmann, Karl Schlögel, Ulrike v. Hirschhausen, Michael Schwidtal, Thomas Taterka, Beata Paškevica, Aiga Šemeta, Klaus Garber, Tatjana Aleksejeva, Michael Jaumann, Andreas Fülberth, Mãrtin,š Mintaurs, Klaus Schenk, Mara Grudule, Tatjana Kuharenoka, Mari Tarvas, Anne Hultsch, Natalja Poljakova, Alice Stašková. Die Herausgeber: Michael Jaumann, M.A., studierte an der Universität Augsburg Germanistik und Geschichte, DAADLektor in Riga (Lettland); Klaus Schenk, PD Dr. habil, Promotion an der Universität Konstanz, Habilitation an der TU-Dresden, DAAD-Lektorate in Prag (Tschechien) und Daugavpils (Lettland).
Verlagsinfo:
Europäische Metropolen sind Schauplätze der sprachlichen und kulturellen Vielfalt sowie der Erinnerung an ihre Geschichte. Wenig ins Blickfeld geriet bisher die deutschsprachige Erinnerungskultur der nordosteuropäischen Metropole Riga. Besonders aber die Geschichte des wechselvollen Zusammenlebens von Letten, Russen, Deutschen, Juden und anderen Minderheiten in Riga eröffnet Fragestellungen nach der Verortung der deutschsprachigen Literatur- und Kulturvielfalt im baltischen Erinnerungsraum. Eine wesentliche Frage zielt dabei auf die Konkretisierung von Erinnerung im urbanen Kontext Rigas. Aber auch als imaginärer Schauplatz von literarischen Topoi eröffnet die Erinnerungsmetropole Riga eine Vielfalt an kulturellen Perspektiven. Behandelt werden folgende Gesichtspunkte: Städte im Umbau, Gedenken und Verorten, Medien der Erinnerung, Gedächtnis und Geschichte, Erinnerungsmetropolen im Vergleich. Mit Beiträgen von Jan Assmann, Aleida Assmann, Karl Schlögel, Ulrike v. Hirschhausen, Michael Schwidtal, Thomas Taterka, Beata Paškevica, Aiga Šemeta, Klaus Garber, Tatjana Aleksejeva, Michael Jaumann, Andreas Fülberth, Mãrtin,š Mintaurs, Klaus Schenk, Mara Grudule, Tatjana Kuharenoka, Mari Tarvas, Anne Hultsch, Natalja Poljakova, Alice Stašková. Die Herausgeber: Michael Jaumann, M.A., studierte an der Universität Augsburg Germanistik und Geschichte, DAADLektor in Riga (Lettland); Klaus Schenk, PD Dr. habil, Promotion an der Universität Konstanz, Habilitation an der TU-Dresden, DAAD-Lektorate in Prag (Tschechien) und Daugavpils (Lettland).
Montag, 10. Oktober 2011
Piret Jürgenson: Estlands Jugend auf dem Weg in die Zukunft
Eine explorative Studie über Heranwachsende estnischer und russischer Herkunft. TREDITION Verlag, Hamburg 2011, 252 Seiten, ISBN: 978-3-86850-898-7, 39,80 Euro.
Verlagsinfo:
Verlagsinfo:
Estland, seit 2004 neues Mitglied der Europäischen Union, durchläuft seit Ende der 80er Jahre eine gesellschaftliche Transformation. Die Studie konzentriert sich auf den Umgang Jugendlicher mit den daraus entstandenen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen. Auf Basis einer qualitativen Exploration unterschiedlicher Lebenssituationen und Werteorientierungen von estnisch- und russischstämmigen Jugendlichen, werden Probleme und Chancen der Lebensführung herausgearbeitet, mit denen pädagogische Praxis und Erziehungswissenschaft in postsozialistischen Staaten konfrontiert sind.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Mari Laanemets: Zwischen westlicher Moderne und sowjetischer Avantgarde
Inoffizielle Kunst in Estland 1969-1978, Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, Band XIV. Herausgegeben von Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2011,296 Seiten, ISBN 978-3-7861-2639-3, 49,00 € [D] | 65,50 SFR [CH].
Verlagsinfo:
Mit dem Aufgreifen westlicher Kunstströmungen entwickelten sich in der sogenannten inoffiziellen, vom Staat nicht geförderten Kunst Estlands seit den späten 1960er Jahren neue künstlerische Praktiken. Anhand zahlreicher Beispiele gewährt dieses Buch einen interessanten Einblick in die osteuropäische Kunstproduktion.
Das Aufzeigen des Entwicklungszusammenhangs, der von der künstlerischen Rezeption der Pop Art über die Wiederaneignung der damaligen offiziellen Monumentalkunst hin zu Projekten einer neuen, umfassenden Umweltgestaltung führte, steht im Fokus dieser Studie. Aus dem Zusammenspiel von rezipierter westlicher Kunst und Experimenten der sowjetischen Avantgarde entstanden neue Kunstpraktiken sowie eine neue interdisziplinäre Perspektive. Durch Analyse der Arbeiten estnischer Künstler wie Sirje Runge, Jüri Okas, Leonhard Lapin sowie wichtiger Ausstellungen, Manifeste und Publikationen wird die besondere historische Konstellation rekonstruiert. Zugleich eröffnet die Darstellung des spezifischen kulturellen, sozialen und politischen Kontextes der 1970er Jahre einen Zugang zum Verständnis der künstlerischen Praxis und zu Problemstellungen in Osteuropa. Die gängige Debatte über osteuropäische Kunst, über ihr Wesen, ihre Legitimität oder Fiktionalität wird hier um konkrete Beispiele ergänzt, die die spezielle Konstitution dieser Kunst, ihre Funktion und ihr Potential beleuchten. Neue, auch kritische Einblicke in die Kunstproduktion Osteuropas werden aufgezeigt.
Verlagsinfo:
Mit dem Aufgreifen westlicher Kunstströmungen entwickelten sich in der sogenannten inoffiziellen, vom Staat nicht geförderten Kunst Estlands seit den späten 1960er Jahren neue künstlerische Praktiken. Anhand zahlreicher Beispiele gewährt dieses Buch einen interessanten Einblick in die osteuropäische Kunstproduktion.
Das Aufzeigen des Entwicklungszusammenhangs, der von der künstlerischen Rezeption der Pop Art über die Wiederaneignung der damaligen offiziellen Monumentalkunst hin zu Projekten einer neuen, umfassenden Umweltgestaltung führte, steht im Fokus dieser Studie. Aus dem Zusammenspiel von rezipierter westlicher Kunst und Experimenten der sowjetischen Avantgarde entstanden neue Kunstpraktiken sowie eine neue interdisziplinäre Perspektive. Durch Analyse der Arbeiten estnischer Künstler wie Sirje Runge, Jüri Okas, Leonhard Lapin sowie wichtiger Ausstellungen, Manifeste und Publikationen wird die besondere historische Konstellation rekonstruiert. Zugleich eröffnet die Darstellung des spezifischen kulturellen, sozialen und politischen Kontextes der 1970er Jahre einen Zugang zum Verständnis der künstlerischen Praxis und zu Problemstellungen in Osteuropa. Die gängige Debatte über osteuropäische Kunst, über ihr Wesen, ihre Legitimität oder Fiktionalität wird hier um konkrete Beispiele ergänzt, die die spezielle Konstitution dieser Kunst, ihre Funktion und ihr Potential beleuchten. Neue, auch kritische Einblicke in die Kunstproduktion Osteuropas werden aufgezeigt.
Sonntag, 2. Oktober 2011
Der genormte Blick aufs Fremde - Reiseführer in und über Ostmitteleuropa
Herausgegeben von Rudolf Jaworski / Peter Oliver Loew / Christian Pletzing. Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts, Band 28. Zugleich Veröffentlichungen der Akademia Baltica, Band 1. Harrasowitz Verlag, Wiesbaden 2011. ISBN: 978-3-447-06271-8, 290 Seiten, 24,00 Eur[D] / 24,70 Eur[A] / 42,20 CHF
Verlagsinfo:
Verlagsinfo:
Reiseführer eröffnen den Kulturwissenschaften ein vielfältiges Spektrum möglicher Beobachtungsfelder: Kulturtransfer, Eigen- und Fremdwahrnehmung, populäre Geschichtsbilder lassen sich an Hand dieses Mediums ebenso untersuchen wie die Differenzierung der angesprochenen Zielgruppen, der Wandel von Reisegewohnheiten oder die wechselnde Attraktivität von Reisezielen. Von wenigen Einzelstudien abgesehen hat diese variantenreiche und kulturgeschichtlich überaus ergiebige Textsorte in der historischen Forschung bislang kaum die ihr gebührende Beachtung gefunden. Nahezu gänzlich fehlen einschlägige Untersuchungen zum ostmitteleuropäischen Raum, obwohl gerade dieser Teil unseres Kontinents zu vielfältigen Beobachtungen Anlass geben kann: Kulturelle Pluralität, Überschneidung und Diffusion bei wechselnder Dominanz verschiedener Ethnien sowie häufig veränderte Grenzen hatten hier komplexe beziehungsgeschichtliche Fundamente gelegt, die sich einfachen Deutungsmustern von vornherein entzogen haben und zu einer "Normierung" touristischer Beschreibungen verleiteten und verleiten. Der Sammelband "Der genormte Blick aufs Fremde" präsentiert als Ergebnis einer wissenschaftlichen Tagung eine breite Palette von Themen und Beobachtungsfeldern zu Reiseführern in und über Ostmitteleuropa, und zwar sowohl in geographischer wie in chronologischer Hinsicht: von Riga bis nach Prag, von frühen Reiseführern aus dem 19. Jahrhundert bis hin zum Reiseführer der Zukunft, der ohne Papier auskommen wird.
Enthält die Beiträge von Marta Kowerko (Musų sostinė - Vilnius unsere Hauptstadt / Wilno po polsku) und Andreas Fülberth (die Behandlung sowjetzeitlicher Bauten in Baltikum-Reisebüchern seit 1991).
Dienstag, 20. September 2011
Erkki Tuomioja: Da ich aber eine sehr unverwüstliche Frau bin ...
Hella Wuolijoki - Stichworte für Brecht. Militzke Verlag, Leipzig 2008. 400 Seiten, ISBN 9783861898092, 26,90 €.
Verlagsinfo:
Finnlands ehemaliger Außenminister erzählt brillant und tief greifend die Geschichte seiner Großmutter
*
Geboren in Estland, erfolgreiche Theaterautorin, raffinierte Geschäftsfrau, politische Gefangene – Hella Wuolijoki war eine der einflussreichsten Frauen in Finnland. Ihre Theaterstücke sind international bekannt. Ihr außerhalb Finnlands berühmtestes Stück "Herr Puntila und sein Knecht Matti" schrieb sie gemeinsam mit Bertold Brecht, der seine finnische Exilzeit während des Zweiten Weltkrieges auf ihrem Gut verbrachte.
Bevor ihr der Durchbruch als Schriftstellerin gelang, arbeitete sie erfolgreich in einer Importfirma. Ihre spektakulären Geschäfte ließen sie jedoch als selbstständige Geschäftsfrau scheitern.
Außerdem nahm Hella Wuolijoki Einfluss auf die Politik Finnlands, zu Estland hielt sie immer Kontakt. Sie empfing Gäste in ihrem linken politischen Salon, begegnete russischen Geheimagenten und soll sich sogar mit Stalin getroffen haben. Während Hella nie einer kommunistischen Partei angehörte, führte ihre Schwester ein Leben als überzeugte Kommunistin und politische Aktivistin in Großbritannien.
Tuomioja erzählt lebendig und wahrhaftig, ohne gefühlsbeladenen familiären Anstrich das ungewöhnliche Leben seiner Großmutter, einer Grande Dame, und das ihrer Schwester. Doch dieses Buch bietet mehr: eine herausragende Darstellung der Geschichte Estlands, Finnlands und dessen Beziehung zu Deutschland sowie einen einzigartigen Überblick der kommunistischen Strömungen in Europa nach den beiden Weltkriegen.
Außerdem nahm Hella Wuolijoki Einfluss auf die Politik Finnlands, zu Estland hielt sie immer Kontakt. Sie empfing Gäste in ihrem linken politischen Salon, begegnete russischen Geheimagenten und soll sich sogar mit Stalin getroffen haben. Während Hella nie einer kommunistischen Partei angehörte, führte ihre Schwester ein Leben als überzeugte Kommunistin und politische Aktivistin in Großbritannien.
Tuomioja erzählt lebendig und wahrhaftig, ohne gefühlsbeladenen familiären Anstrich das ungewöhnliche Leben seiner Großmutter, einer Grande Dame, und das ihrer Schwester. Doch dieses Buch bietet mehr: eine herausragende Darstellung der Geschichte Estlands, Finnlands und dessen Beziehung zu Deutschland sowie einen einzigartigen Überblick der kommunistischen Strömungen in Europa nach den beiden Weltkriegen.
Freitag, 9. September 2011
Amelie Fried: Eine windige Affäre
Roman. 384 Seiten, Heyne Verlag 2011. ISBN: 978-3-453-26588-2. Verkaufspreise: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50
Verlagsinfo:
Eine starke Frau, ein ungewöhnlicher Auftrag, eine Liebe auf dem Prüfstand
Die vierzigjährige Bauingenieurin Katja erhält die Chance ihres Lebens: Sie soll einen Windpark in Litauen bauen. Während zu Hause das Kinder-Chaos tobt, kämpft sie gegen korrupte Politiker und gewaltbereite Windkraftgegner. Mit Mut und Raffinesse überwindet sie alle Widerstände – doch dann taucht das attraktive Au-pair-Mädchen Sofia auf und will Katja offenbar den Platz an der Seite ihres Mannes streitig machen …
Katja Moser ist Bauingenieurin, seit fünfzehn Jahren verheiratet und hat zwei Kinder. Endlich bietet sich ihr die Chance, wieder voll in den Beruf einzusteigen: Ihr Chef macht sie zur Verantwortlichen für ein Windkraftprojekt in Litauen. Trotz ihrer Skrupel, die Kinder so lange allein zu lassen, nimmt sie die Herausforderung an – und alles geht schief: Das erste Au-pair-Mädchen ist völlig unfähig und fährt nach zwei Tagen wieder ab, ihre ausgeflippte Mutter macht das Chaos noch größer, und die Aufgabe in Litauen erweist sich als nahezu undurchführbar – gegen Korruption, Bestechung und massive Bedrohungen fühlt Katja sich machtlos. Als sie dann noch das Opfer einer üblen Intrige wird, scheint ihr Vorhaben endgültig zu scheitern. Verzweifelt kämpft sie um ihr Projekt und schließlich um ihr Leben, denn ihre Gegner scheinen auch vor Mord nicht zurückzuschrecken. Zu Hause hat inzwischen Sofia, das neue Au-pair-Mädchen, ihre Rolle übernommen. Und Katja ist überzeugt, dass die attraktive junge Frau nichts anderes im Sinn hat, als sie zu verdrängen. In ihrer Panik riskiert sie, alles zu verlieren, was ihr wichtig ist . . .
zur Autorin:
Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. »Traumfrau mit Nebenwirkungen«, »Am Anfang war der Seitensprung«, »Der Mann von nebenan«, »Liebes Leid und Lust« und »Rosannas Tochter« wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den »Deutschen Jugendliteraturpreis«. Zuletzt erschienen bei Heyne ihr Sachbuch »Schuhhaus Pallas – Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte« und der Kolumnenband »Wildes Leben«. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. »Traumfrau mit Nebenwirkungen«, »Am Anfang war der Seitensprung«, »Der Mann von nebenan«, »Liebes Leid und Lust« und »Rosannas Tochter« wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den »Deutschen Jugendliteraturpreis«. Zuletzt erschienen bei Heyne ihr Sachbuch »Schuhhaus Pallas – Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte« und der Kolumnenband »Wildes Leben«. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
Samstag, 3. September 2011
Zuhause in Estland?
Eine Untersuchung zur sozialen Integration ethnischer Russen an der Außengrenze der Europäischen Union. Reihe: Gesellschaftliche Transformationen/Societal Transformations
Bd. 14, Lit Verlag, Berlin 2008, 232 Seiten, 19.90 EUR. ISBN 978-3-8258-1396-3.
Bd. 14, Lit Verlag, Berlin 2008, 232 Seiten, 19.90 EUR. ISBN 978-3-8258-1396-3.
Verlagsinfo:
Das Buch diskutiert Fragen zu Ethnizität und Minoritäten, Inklusion und Exklusion, Migration, Assimilation und Integration als Entscheidungsproblem. Konkreter geht es um die Frage von Ethnizität und Ethnizitätspolitik im heutigen Estland, um ethnische Esten und ethnische Russen, um nationale Esten estnischer und russischer Herkunft und um Staatenlose. Es werden normative und interessengeleitete Zugehörigkeitsbindungen unterhalb der politisch-rechtlichen Ebene untersucht und Aussagen zur sozialen Integration ethnischer Russen in Estland getroffen.
Mittwoch, 3. August 2011
Laurynas Katkus: Kabuff
Essays. Akademie Schloss Solitude 2011. 133 Seiten, 15 Euro, ISBN: 978-3-937158-55-6.
Verlagsinfo:
»Die litauische Sprache: schwerfüßig, doch würdevoll, ein Laden voller Dinge, ein Antiquariat oder, um den Vergleich fortzuführen, wie ein Kabuff – eine ausgefüllte Sprache«.
Laurynas Katkus erweist sich als sachter aber wirkungsvoller Erzähler. Alltagsleben, gesellschaftliche Verhältnisse und Atmosphäre im noch kommunistischen und dann im postkommunistischen Litauen legt der Autor kunstvoll offen. Es sind Prozesse des Wandels, des Vergehens und Entstehens, Schwellensituationen, die Katkus thematisiert. Vom politischen Wandel, über eindringliche Schilderungen jugendlicher Lebens- und Liebeserfahrungen bis hin zur Selbstreflexion des Erzählers und Autors, der Schreibprozesse ebenso wie die heutige Bedeutung der Literatur hinterfragt. Er ist ihr zuversichtlichster Anwalt: schließlich ist die Literatur »immer noch das unterirdische Kellergewölbe, ohne das kein Kunstgebäude stehen bliebe«.
Laurynas Katkus erweist sich als sachter aber wirkungsvoller Erzähler. Alltagsleben, gesellschaftliche Verhältnisse und Atmosphäre im noch kommunistischen und dann im postkommunistischen Litauen legt der Autor kunstvoll offen. Es sind Prozesse des Wandels, des Vergehens und Entstehens, Schwellensituationen, die Katkus thematisiert. Vom politischen Wandel, über eindringliche Schilderungen jugendlicher Lebens- und Liebeserfahrungen bis hin zur Selbstreflexion des Erzählers und Autors, der Schreibprozesse ebenso wie die heutige Bedeutung der Literatur hinterfragt. Er ist ihr zuversichtlichster Anwalt: schließlich ist die Literatur »immer noch das unterirdische Kellergewölbe, ohne das kein Kunstgebäude stehen bliebe«.
Zum Autor: Laurynas Katkus, geb. 1972 in Vilnius/Litauen, studierte in Vilnius und Leipzig vergleichende Literaturwissenschaften und wurde 2006 über Exil in der modernen Lyrik promoviert. Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände.
Freitag, 22. Juli 2011
Michael Cramer: Europa-Radweg Eiserner Vorhang
Teil 1: Am "Grünen Band" von der Barentsee zur deutsch-polnischen Grenze. 220 Seiten, geschützte Spiralbindung. Verlag Esterbauer, ISBN 978-3-85000-267-7, Preis: € 15,90.
Damit man Europäische Geschichte, Politik und Kultur im wahrsten Sinne des Wortes erfahren kann.“ Mit diesen Worten kündigte Michael Cramer, Autor dieses Buches, diesen ganz besonderen Radweg an. In Erinnerung an die Teilung Europas und deren Überwindung nehmen bislang 12 EU-Staaten an diesem einzigartigen Projekt Teil, wo Sie über 6.800 Kilometer entlang des „Grünen Bandes“ die europäische Vergangenheit hautnah erleben können.
Die Etappe durch Estland, Lettland und Litauen stellt im Vergleich zur gesamten Route zwar ein relativ kurzes Teilstück dar, doch bietet es neben der Entdeckung gleich dreier Länder auf engem Raum eine bemerkenswerte landschaftliche, kulturelle und historische Vielfalt.
Weitere Infos des Autors zum Projekt
Webseite zum Projekt
Die Etappe durch Estland, Lettland und Litauen stellt im Vergleich zur gesamten Route zwar ein relativ kurzes Teilstück dar, doch bietet es neben der Entdeckung gleich dreier Länder auf engem Raum eine bemerkenswerte landschaftliche, kulturelle und historische Vielfalt.
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